Martinsgans

Den Brauch, zu St. Martin eine gebratene Gans zu verspeisen, hat seinen Ursprung wohl zum einen darin, dass der Martinstag im Mittelalter den Beginn einer 40-tägigen Fastenzeit bis Weihnachten einläutete. Am letzten Tag vor Beginn dieser Fastenzeit konnten die Menschen noch einmal richtig schlemmen.

Daneben war der Martinstag der traditionelle Tag des Steuerzahlens. Bezahlt wurde dabei in Naturalien, auch in Gänsen, da die bevorstehende Winterzeit das Durchfüttern der Tiere schwierig machte.

Ein Ursprung des Martinsgans-Essens liegt wohl auch in einer Episode aus dem Leben des Heiligen: Als man ihn zum Bischof von Tours erheben wollte, versteckte er sich der Legende zufolge in einem Gänsestall. Die hohe Verantwortung hatte ihm Angst gemacht. Die Gänse schnatterten jedoch dermaßen, dass Martin entdeckt wurde.






Anbei als Rezept-Tipp ein Vorschlag von Schwester Simone (Dresden):

Zutaten:
- 1 küchenfertige Gans (etwa 4 kg)
- 4-5 Äpfel
- Etwas Weißwein
- Weißbrotecken
- Salz
- 2 große Zwiebeln
- 1 Stängel Beifuß
- 1/2 Liter heißes Wasser
- Zucker, Zitronensaft
- Angewärmter Weinbrand

Zubereitung:
Die Gans waschen, abtrocknen.
Die Äpfel waschen, das Kerngehäuse mit einem Apfelausstecher so entfernen, dass ein kleiner Boden übrig bleibt.
Etwas Weißwein in die Apfelöffnungen gießen, sie mit Weißbrotecken verschließen.

Die Gans innen und außen mit Salz einreiben.
Zwei große Zwiebeln abziehen, vierteln.
Die Gans mit den Äpfeln, den Zwiebelvierteln und einem Stängel Beifuß füllen und zunähen. Keulen und Flügel mit einem Bindfaden am Rumpf anbinden.

In eine Rostbratpfanne heißes Wasser gießen, so dass die Pfanne etwa 1 cm hoch damit gefüllt ist.
Salz hinzufügen, die Gans mit dem Rücken nach unten hineinlegen. Auf die untere Schiene in den Backofen schieben, während des Bratens ab und zu unterhalb der Flügel und Keulen in die Gans stechen, damit das Fett besser ausbraten kann. Evtl. das Fett abschöpfen.

Sobald der Bratensatz bräunt, von 1/2 Liter heißem Wasser 1/4 Liter hinzugießen. Die Gans ab und zu wenden, mit dem Bratensatz begießen. Verdampfte Flüssigkeit nach und nach ersetzen.

Die gare Gans von den Fäden befreien, die Füllung herausnehmen, die Gans in Portionsstücke schneiden, auf einer vorgewärmten Platte anrichten, warm stellen.

Den Bratensatz mit Wasser loskochen, mit der durch ein Sieb gestrichenen Füllung auf der Kochstelle zu einer Sauce verrühren, mit Salz, Zucker, Zitronensaft abschmecken.

Nach Belieben den Braten mit angewärmten Weinbrand übergießen, am Esstisch anzünden.

Beigaben: Salzkartoffeln
Getränk: Weißwein

Guten Appetit!


Schwester Simone von den Nazarethschwestern vom hl. Franziskus aus Goppeln bei Dresden

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