Mehr als australischer Schnupfen!

Souvenirs vom Weltjugendtag aus Australien


Mit Sachsen- und Bistumsfahne unterwegs: Pilger aus Dresden-Meißen. Foto: D. Zuk
Auf die Frage, was ich mir denn aus Australien mitgebracht hätte, war meine erste Antwort: „Einen handfesten Schnupfen“. Trotzdem verbindet Jugendreferent Holger Rehländer mit dem Weltjugendtag vor allem schöne Erinnerungen.

Auf die Frage, was ich mir denn aus Australien mitgebracht hätte, war meine erste Antwort meist: „Einen handfesten australischen Schnupfen“ - bevor ich dann begonnen habe, von den Begegnungen und Erlebnissen zu erzählen. Neben üblichen australischen Souvenirs haben wir auch viele Erfahrungen, Erlebnisse und Erinnerungen nach Deutschland mitgebracht. Diese Erinnerungen sind äußerst bunt und vielfältig, und jeder der Pilger wird sie sicherlich anders beschreiben. Ganz subjektiv und persönlich möchte ich hier meine eigenen Erinnerungen zusammenfassen.

Für mich war der Weltjugendtag 2008 in Australien

anstrengend

Wer in der vergangenen Woche aus Australien erholt und ausgeruht zurückgekommen ist, der kann nicht beim Weltjugendtag gewesen sein. Das Angebot war so vielfältig, es gab so viel zu erleben, mitzumachen, zu genießen, dass wir kaum zur Ruhe gekommen sind. Auch die immer wieder auftretenden Wartezeiten konnten den Weltjugendtags-„Stress“ nicht durchbrechen.

Durch die weiten Entfernungen in Melbourne und Sydney, die langen Schlangen an Essensausgaben oder Eingangstoren ging viel Zeit verloren – oder wurde gewonnen für Gespräche mit anderen Gruppenmitgliedern, gemeinsames Singen mit internationalen Pilgern oder einfach zum persönlichen Reflektieren. Ich bin sehr froh, dass diese Zeiten meist sinnvoll genutzt wurden und nur selten Grund zur Verärgerung waren. „Wer glaubt, ist nie allein“, hat Papst Benedikt gesagt, vielleicht kann man auch hinzufügen: „Wer auf einem Weltjugendtag ist, dem ist nie langweilig!“

Bei der Vigil-Feier mit Papst Benedikt. Foto: H. Rehländer


multimedial

Ich war überrascht, in welchem Maße man sich bei diesem Weltjugendtag auf die Medien des neuen Jahrtausends eingelassen hat. Einige Beispiele hierzu: Im Vorfeld wurden verschiedene Internetplattformen eingerichtet, die eine virtuelle Vernetzung der Pilger ermöglichen sollten. Die Anmeldung zum Weltjugendtag und der Kontakt zu den Organisationsbüros waren mit wenigen Ausnahmen ausschließlich online möglich. Für die Tage in Melbourne konnte man sich noch vor Beginn eine virtuelle Pilger-Stadtführung aus dem Internet herunterladen und auf den eigenen MP3-Player kopieren, um dann in Melbourne einen ökumenischen Kreuzweg zu gehen oder auf den Spuren der Seligen Mary McKillop unterwegs zu sein.

In Sydney hatte ich dann das Gefühl, dass verschiedene Veranstaltungen - wie der Kreuzweg - ganz konkret für Fernsehkameras konzipiert und produziert waren. Jeder, der dieses Ereignis am Bildschirm verfolgt hat, war ergriffen von den beeindruckenden Bildern. Das eigene Unterwegs-Sein der Pilger oder die konkrete Teilnahme durch Singen oder Mitbeten an den für Pilger reservierten Orten rückte dafür etwas in den Hintergrund. Ich denke, dieser Weltjugendtag hat besonders auf dem Gebiet der Medienarbeit und der modernen Kommunikationsmittel Maßstäbe gesetzt.

Ein Fisch - Symbol der Christenheit - von einem Flugzug an den Himmel gezeichnet. Foto: D. Zuk


geistvoll

Jeder Weltjugendtag steht unter einem Thema, das versucht, dem gastgebenden Land gerecht zu werden. In diesem Jahr hat das „Great South Land of the Holy Spirit“, eine alte Bezeichnung für Australien, die Tage thematisch bestimmt. Und das nicht nur im intellektuellen Reflektieren, sondern auch im persönlichen Erleben. Immer wieder wurden wir Pilger dazu aufgefordert, aus dem Heiligen Geist zu leben, immer wieder wurde über die Gaben des Heiligen Geistes oder sein Wirken in unserer Welt in Predigten, Katechesen und Gesprächen nachgedacht.

Und im konkreten Miteinander konnte man auch tatsächlich erleben, dass der Heilige Geist am Wirken ist. Das gemeinsame Beten, Singen, der Austausch über Glaubensthemen und die Bereitschaft, miteinander auf Gottes Wort zu hören, sind vielleicht nicht die klassischen Gaben des Heiligen Geistes, aber durchaus geistvolle und geist-liche Erlebnisse.

Der Weltjugendtag brachte Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen zusammen. Foto: D. Zuk


In all dem wurde deutlich: Der Weltjugendtag war für mich (und sicher auch für viele andere Pilger) ein großes, geisterfülltes Event, an das ich mich noch lange erinnern werde. Und zumindest in Gedanken habe ich weit mehr aus Australien mitgebracht, als australischen Schnupfen.

Holger Rehländer, Bistumsjugendreferent
(mittlerweile wieder in Dresden)

Für mehr Infos zur Teilnahme der Bistumsjugend am Weltjugendtag - hier klicken...


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