Wie lange dauert eigentlich ein (Weltjugend-)Tag?

Abschluss des Weltjugendtages 2008


Papst Benedikt XVI. auf dem Weg zur Abschlussmesse
Nach sechs (Weltjugend-)Tagen in Sydney stand nun der Höhepunkt der Tage auf dem Programm: Das Abendgebet und die Heilige Messe mit dem Papst auf der Pferderennbahn von Sydney.

Normalweise hat ein Tag 24 Stunden, ein Weltjugendtag dauert etwas länger. Am Dienstag waren wir bei der offiziellen Eröffnung dabei. Heute erlebten wir den offiziellen Abschluss des Weltjugendtages. Doch in unseren Gedanken wird uns dieses Ereignis sicher noch einige Tage, Wochen und Monate beschäftigen.

Samstag Vormittag haben wir uns zu Fuß auf einen 9 km langen Pilgerweg gemacht, der uns zuerst über die berühmte Harbour Bridge und dann durch die Straßen Sydneys bis zur Randwick Racecourse (Pferderennbahn Randwick) geführt hat. Es war damit erst das vierte Mal in der Geschichte dieser Brücke (nach der Eröffnung in den Dreißiger Jahren, ihrem 50. und 75. Geburtstag), dass sie für Autos gesperrt und für Fußgänger reserviert war.



Unsere Pilgergruppe auf der Harbour Bridge


In der Pferderennbahn angekommen, wurden wir in die uns zugeteilten Areale geleitet und konnten uns dort häuslich niederlassen. Zum Teil lagen dort schon Plastikplatten, auf die wir uns legen konnten. Diese Platten waren zwar eigentlich zum Schutz des Rasens gedacht, wir haben uns aber dennoch über diese Unterlage sehr gefreut. Der zweite Teil von uns musste auf diese Platten verzichten, war dafür aber etwa 500m näher an der Altarbühne. Samstag Nachmittag gab es dann auf der Bühne ein Konzertprogramm um uns die Zeit des Wartens auf die anderen Pilger und den Papst zu verkürzen. Die Vigil begann dann um 19:00 Uhr Ortszeit, es war schon dunkel und ziemlich kalt.

Nach der Vigil begannen dann die ersten, in ihre Schlafsäcke zu kriechen und ein paar Stunden zu schlafen. Dabei leisteten besonders die Isolierdecken aus den Pilgerrucksäcken einen guten Dienst, sie hielten die Wärme innen – und die Kälte blieb draußen. Gegen 07:00 Uhr begann dann die Musik wieder etwas lauter zu werden, so dass die meisten rechtzeitig zum Morgengebet wieder wach waren.



Ein winterlicher Morgen in Sydney


Die Heilige Messe, zu der ca. 500.000 Menschen auf die Pferderennbahn kamen, war nicht nur für uns Pilger der Höhepunkt der Tage, für 24 Jugendliche aus aller Welt war dies ein ganz besonderer Augenblick – sie wurden im Gottesdienst von Papst Benedikt gefirmt. Er ermunterte uns in seiner Predigt, über unseren Glauben zu sprechen und den Heiligen Geist in uns wirken zu lassen. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde verkündet, was viele schon seit langem vermutet hatten. Der nächsten Weltjugendtag wird 2011 in Madrid stattfinden.

Nun begann ein für alle etwas anstrengender Heimweg, schließlich waren wir nicht die einzigen, die das Gelände verlassen und mit der Bahn in die Quartiere fahren wollten.

Hoffentlich wieder etwas ausgeruht, werden wir uns morgen auf den Weg in die Blue Mountains machen, einen Nationalpark im Norden von Sydney, und dort bei winterlichen Temperaturen die „Sächsische Schweiz“ Australiens erleben.

Am Dienstag werden die ersten von uns den Rückflug antreten um dann Mittwoch in Deutschland anzukommen.

Holger Rehländer, Bistumsjugendreferent,
zur Zeit in Sydney

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