Weihbischof Weinhold feiert Goldenes Priesterjubiläum

mit einer Heiligen Messe am 19. Dezember in der Dresdner Kathedrale

Weihbischof Georg Weinhold

Weihbischof Georg Weinhold


Dresden, 16.12.2009 (KPI): Mit einer feierlichen Heiligen Messe begeht der Dresdner emeritierte Weihbischof Georg Weinhold (75) am Sonnabend, 19. Dezember, um 18 Uhr in der Kathedrale in Dresden sein Goldenes Priesterjubiläum. Vor 50 Jahren war der gebürtige Zittauer als 25-Jähriger in Bautzen zum Priester geweiht worden. Zum Weihbischof wurde er mit 38 Jahren im September 1973 in Dresden geweiht. Bis September 2008 wirkte Georg Weinhold 35 Jahre lang aktiv als Weihbischof im Bistum Dresden-Meißen.

„Die Kirche hat Georg Weinhold außerordentlich viel zu verdanken", würdigt Bischof Joachim Reinelt das Wirken des Weihbischofs. „Jahrzehntelang diente er seinem Bistum aufopferungsvoll in verschiedenen Aufgabenfeldern. Im Kreis seiner Bischofskollegen war und ist er durch seine langjährige Erfahrung und seinen wohltuenden Humor ein geschätzter Mitbruder. Er ist mit Leidenschaft und ganzem Herzen Seelsorger und Priester, und mit seiner Begeisterung für Christus hat er viele Menschen angesteckt." Besondere Leidenschaft habe er in der Sorge für die Ordensleute des Bistums an den Tag gelegt, so Bischof Reinelt. Seine Arbeit sei aber auch durch viele andere Funktionen geprägt gewesen, darunter das Amt des Generalvikars, des Bischofsvikars, des Personalreferenten und nicht zuletzt als Pfarrer. Eigens erinnert der Bischof auch an den Dienst des Weihbischofs zu DDR-Zeiten, der besonderes Geschick erfordert habe. 17 Jahre lang habe sich Weinhold den speziellen Herausforderungen der kirchlichen Arbeit in einem sozialistischen Staat stellen müssen. Doch auch die Einstellung auf die neuen Verhältnisse nach der politischen Wende sei dem Weihbischof vorbildlich gelungen.

Geboren wurde Georg Weinhold am 28. November 1934 in Zittau. Er studierte in Erfurt und Neuzelle katholische Theologie und empfing am 19. Dezember 1959 im Bautzener Dom durch Bischof Otto Spülbeck die Priesterweihe. Anschließend war er ab 1960 in Kamenz und ab 1965 in Leipzig-Connewitz Kaplan. 1968 wurde er zunächst Pfarrvikar und ab 1971 Pfarrer in Dippoldiswalde. Im selben Jahr berief ihn Bischof Gerhard Schaffran als Ordinariatsrat in die Bistumsverwaltung.

Papst Paul VI. ernannte ihn am 5. Juli 1973 zum Weihbischof im Bistum Meißen (1980 in Bistum Dresden-Meißen umbenannt). Die Bischofsweihe spendete ihm Gerhard Schaffran am 8. September desselben Jahres und berief ihn zudem zum Bischofsvikar, zuständig zunächst für Personalfragen, später für Ordensbelange im Bistum. Von 1990 an bis heute steht er dem Domkapitel St. Petri, dem er seit 1976 angehört, als Domdekan vor. Bischof Joachim Reinelt übertrug ihm 1997 zudem das Amt des Generalvikars, das er bis 2004 innehatte. Georg Weinhold ist außerdem Vorsitzender des Bonifatiuswerks im Bistum Dresden-Meißen.

In der Deutschen Bischofskonferenz war Weihbischof Weinhold Mitglied der Kommission „Geistliche Berufe und kirchliche Dienste". Sein Wahlspruch als Bischof lautet „In laudem gloriae gratiae suae" (deutsch: „Zum Lob seiner herrlichen Gnade") aus dem Epheserbrief (Eph 1,6). Weihbischof Weinhold ist der erste Weihbischof des Bistums (Dresden-)Meißen seit der Reformation.


STICHWORT WEIHBISCHOF:

Bischöfe, die ein Bistum leiten, werden Diözesanbischöfe genannt. Ihnen zur Seite stehen oft ein oder mehrere Weihbischöfe, die unter anderem bischöfliche Weihehandlungen - etwa Priester-, Kirchen- und Altarweihen - oder beispielsweise die Spendung des Firmsakraments vornehmen. Daher leitet sich der Name Weihbischof ab.

Weihbischöfe tragen ebenfalls die bischöflichen Amts- und Ehrenzeichen wie Ring, Hirtenstab und Mitra und haben als Mitglieder des Kollegiums aller katholischen Bischöfe teil an der Lehrvollmacht der Gesamtkirche, die etwa bei den Beratungen und Beschlüssen eines Konzils zum Ausdruck kommt. In der Diözese ist der Weihbischof Bischofsvikar, er nimmt also einen speziellen Aufgabenbereich im Namen des Diözesanbischofs eigenverantwortlich wahr.

Entwickelt hat sich die Rolle des Weihbischofs im 13. und 14. Jahrhundert, als immer mehr Bischöfe aus dem Orient vertrieben und im Abendland aushilfsweise mit bischöflichen Weihehandlungen betraut wurden. Seither trägt jeder Weihbischof als Titel den Namen einer untergegangenen Diözese. Georg Weinhold ist Titularbischof von Idicra. Die Stadt in Nordafrika, in der früheren römischen Provinz Numidien gelegen, existiert heute nicht mehr.

Ein Weihbischof wird vom Papst ernannt. Dazu reicht der Diözesanbischof gewöhnlich eine Liste mit drei besonders geeigneten Kandidaten für das Amt im Vatikan ein. Die Bischofsweihe für neuernannte Weihbischöfe muss innerhalb von drei Monaten nach deren Ernennung erfolgen.

MB


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