Zum neuen Jahr  

Zum neuen Jahr werden viele gut gemeinte Wünsche geäußert: Hauptsache Gesundheit, Glück, Erfolg ...
Wir bedanken uns höflich, wünschen ebenso zurück und gehen zur Tagesordnung über.
Wie ernst kann man diese Wünsche nehmen? - Kann man etwas dafür tun? - Wie hilfreich sind sie tatsächlich? 
 
Ich hätte auch einen Wunsch für Sie, den zwar andere formuliert haben, den ich aber von ganzem Herzen meine und mit trage und der jeden um einiges entlastet, der ihn annimmt:

Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil. (Num 6,24)

Dieser dreifache Wunsch wird aus guten Gründen am Neujahrstag im Gottesdienst angeboten - s. 1. Lesung.  Er hat es in sich!

1.      Der Herr segne dich und behüte dich -                                 
d.h. dieser Herr des Himmels und der Erde schenke Dir    
sein Wohlwollen                   
und seinen Schutz.Das setzt voraus, dass ich ihm größeren Weit- und Durchblick zutraue als mir selbst, dass sein Wille für mich bedeutsam und hilfreich ist und mein Bestes will, dass ich ihm also traue. Deshalb beten wir täglich:             
Dein Wille geschehe!
Dann ist eigentlich egal, ob ich jung oder alt bin, ob gesund oder krank, ob im Glück oder in weniger glücklichen Umständen - dann komme ich durch alles hindurch in Fahrtrichtung meines letzten Zieles.                        
Aber das ist noch nicht alles.

2.      Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig -      
d.h. ich suche Orientierung bei Gott -
ich schaue mit seinen Augen und höre bewusst auf sein Wort,
nutze seinen größeren Horizont und werde dadurch umsichtiger und einsichtiger... 
So könnte man tatsächlich die Erfahrung machen, die schon in den Psalmen steht:
Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade (Ps 119,105).
Die bloße Eigenwilligkeit oder gar Sturheit übersieht vieles, und im Lichte Gottes sieht alles ganz anders aus. Ich brauche das Licht Gottes in dieser Welt wie auch seine Gnade, um letztlich gut anzukommen in meinem letzten Ziel, andernfalls wäre ja alles umsonst.

3.      Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil -                   
d.h. dieser Herr nehme mich an, so wie ich bin; er gebe mir Zuwendung, die mir andere verweigern. Aber wir wissen ja: Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über alle, die ihn fürchten   (Ps 103,13).
Das ist seit unserer Taufe schon Tatsache. Paulus drückt das so aus:
Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Erbe durch Gott (Gal 4,7)  - s. 2. Lesung.
Deshalb dürfen wir beten "Vater unser" und singen in einem alten Weihnachtslied
"... hat uns alle angenommen, uns zum Heil und Gott zur Ehr";

Dieser dreifache Wunsch wird uns heut verkündet und uns allen als handfester Neujahreswunsch angeboten für das neue Jahr 2010.         
Nehmen wir ihn an!
Amen.


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