Friedensbotschaft von Bischof Joachim Reinelt

zu Weihnachten 2011

Bischof Joachim Reinelt

Bischof Joachim Reinelt.


Ehre sei Gott und Friede auf Erden, das ist die frohe Botschaft des Weihnachtsevangeliums.

Viele Völker leiden unter Gewalt und Waffen. Auch unsere Gesellschaft erlebt Hass und Gewalt. Es wird höchste Zeit, dass wir uns die Hände reichen, damit die Krisen uns nicht dividieren in Arme und Reiche, in Linke und Rechte, in Engagierte und Gleichgültige. Eine Gesellschaft kann sehr schnell auseinanderfallen. Friede unter uns!

 

Der Dialogprozess ist nicht nur in der Kirche ein Weg, aufeinander zuzugehen. Auch im öffentlichen Raum bedarf es dringend des Dialogs zwischen Gegnern und Konkurrenten.

Die Geschichte der Menschheit lehrt uns eindeutig: wenn der Gesprächskontakt abgebrochen wurde, begann das Chaos. Wir sollten niemanden für gesprächsunfähig erklären. Der Kluge gibt die Hoffnung nie auf. Es ist auch sehr ratsam, dass sich unsere Gesellschaft nicht in den Problemen badet. Manche können gar nicht mehr leben, ohne sich mit Problemen zuzuschütten. Probleme lösen kann nur, wer auch die Sonnenseite unserer Zeit wahrnimmt.

 

Wir brauchen aber auch unbedingt Frieden in den Familien. Weihnachten ist sehr geeignet für einen neuen Start, zu einander zu finden. Jeder sehnt sich danach, angenommen zu sein. Unsere Kinder leben davon. Zwiespalt zu Hause macht krank, macht fertig. „Wie schön ist es, wenn Menschen in Eintracht beisammen wohnen“ (vgl. Ps 133,1).

 

Friede muss jeder auch mit sich selbst schließen. Selbstverständlich hat nicht jeder nur gute Anlagen und Fähigkeiten. Es gibt auch in jeder Lebensgeschichte Enttäuschung und Schmerz. Wenn ich dann aber mit mir selbst hadere, werde ich auch für meine Umgebung unerträglich. Auch die dunklen Tage annehmen, lässt mich reifen und den Frieden wiederfinden. Friedfertige Menschen strahlen positiv aus auf die Anderen. Das schafft die Atmosphäre, die uns durchatmen lässt.

Basis für diesen Frieden auf Erden ist Ehre sei Gott. Gott ist der Frieden, den die Welt nicht geben kann. Wer sich in ihn hineinverliert, findet Ruhe und Frieden.


+ Joachim Reinelt

Bischof von Dresden-Meißen 



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