Deutsch-Polnischer Lyrikwettbewerb kürt Preisträger

am 14. Dezember in Königsbrück

Foto: privat

Preisvergabe von B. Völkel an den Drittplatzierten Preisträger, Philipp Alvaro Knippel.


Königsbrück/Kamenz, 19.12.2013: Am Sonnabend, 14. Dezember, wurden die Ergebnisse der VI. Edition des jährlich stattfindenden deutsch-polnischen Lyrikwettbewerbs "Jugend dichtet Gott" bekanntgegeben. Das Motto lautete dabei "...und den nächsten wie sich selbst".

Die Preisverleihung fand im Rahmen eines Besinnungswochenendes der Kamenzer Jugend in Königsbrück statt. Die Pfarrei Kamenz war in diesem Jahr Träger des Projektes. Zu dem Wochenende unter Leitung von B. Völkel wurden alle Dichter eingeladen, deren Werke es in den zweisprachigen Gedichtband "Kain 2013" geschafft hatten. 

Finanziert wurde das Projekt durch AKD, BDKJ Thüringen und private Spenden.
Zum Gedichtband:
http://www.amazon.de/Kain-2013-Adam-Ryszard-Prokop/dp/3732292673/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1387278473&sr=8-1&keywords=Kain+2013)



Jury
Adrian Dautz: Lehrer für Deutsch, Geschichte und Kath. Religion am Christian-Weise-Gymnasium in Zittau
Stefan M. Schubert: Pfarrer des Ev.-luth. Kirchspiels Kahla I
Adam R. Prokop: Kaplan der kath. Pfarrei St. M. Magdalena in Kamenz; Initiator des Wettbewerbs
Ewelina Zbronska: Lehrerin für Polnisch und integrierte Primärstufenbildung in Johannes-Paul-Grundschule in Zelowice



Gewinner:

I. Platz

Michael Holterdorf, Gymnasiast in Gera, aus der Kath. Pfarrei St. Elisabeth in Gera.


***

Der Weg,
zeitlos,
bis in alle Ewigkeit.
Einsam,
immer allein.

Der Weg,
schwierig,
mit Stolpersteinen.
Hilflos,
ohne Unterstützung.

Der Weg,
traurig,
ohne jede Freude.
Hoffnungslos,
ohne Trost.

Bleib bei den Menschen,
hilf ihnen,
tröste sie.
Und mach aus ihrem Weg
ein Leben.


II. Platz

Valentina Leis, Studentin in Dresden, aus der Kath. Pfarrei St. Elisabeth in Gera.


Gift

Minuten - vertan
Stunden - vergeudet
Tage - ungenutzt
wie ein Gift, das langsam wirkt.

Augenblicke - verstrichen
Gelegenheiten - vergeben
Möglichkeiten - verspielt
wie ein Gift, das langsam wirkt.

Altern - unbemerkt
wie ein Gift, das -

Lebe jetzt
solange du es noch nicht merkst!


III. Platz

Philipp Alvaro Knippel, Auszubildender in Zittau, aus der Kath. Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Leutersdorf.

Critical illness

Kommunikation, Bewegung,
Lachen, frei sein
Der Moment
Nichtig

Streben nach Mehr, Karriere
Besitz, Sensation
Wichtig

Alles auf Null
Nichts mehr
Nur Du bist wichtig.


Auszeichnungen:

Auszeichnung von Stefan Matthias Schubert:

Daniel Czepinski, Student in Krakau / PL, aus der Kath. Pfarrei St. Josef in Kalisch / PL
 

***

wir gehen durchs Leben
unsere Wege verflechten sich

Wegrandchristus
schaut auf uns herab und
lacht uns an

– weil wir noch nicht wissen dass
Gott in Menschen Engel aussendet
zu Menschen –

wir lächeln einander zu –

wie viel kann ändern
im Leben eines Menschen
ein anderer Mensch –

– mit wenigstens einem
Lächeln –

guten Morgen
Engel


Auszeichnung von Ewelina Zbronska:

Katharina Bartl, Auszubildende in Jena, aus der Kath. Pfarrei St. Josef in Hermsdorf

Sichtweisen

Die Hände zu falten
 als Taube
 als Kralle
 als Hilfe
 als Stütze
still erwartend
voller Ungeduld
  fällt uns allen ganz leicht

Die Hände zu falten
 zum Gebet
 und zu bitten
 zu trauern
 und zu zweifeln
 zu handeln
 und zu beten
  fällt uns ungemein schwer

Diese einfache Bewegung
die so vieles bedeutet
Lege die Hände aufeinander
dann wirst du verstehen.


Auszeichnung von Adrian Dautz:

Martin Dartsch, Marcel Höpping, Max Hofman, Marlene Holfeld, Tino Janitzki, Robert Kotte, Sabrina Michel, Felix Rucha, Benjamin Zahn; Schüler der Förderschule am Kloster Marienstern in Panschwitz-Kuckau, aus den sorbischen Gemeinden des Bistums Dresden-Meißen.

Ich bin anders?

Mein Leben ist für manche Leute,
ein wenig anders, kompliziert.
Ich fühl mich nicht wie schwache Beute,
bin kein Mensch der stets verliert.

Ich bin anders, willst Du sehen,
wie es ist in meinem Leben?

Denkst Du ich bin schwach und scheu?
Willst Du vielleicht mir nicht begegnen?
Ich bin und bleib mir dennoch treu,
möchte alle Menschen segnen.

Ich bin anders, willst Du sehen,
wie es ist in meinem Leben?

Ich hab Träume wie sie Menschen haben,
will Frieden, Liebe für die Welt.
Ich will nicht faul mich durch mein Leben laben,
will Arbeiten und verdienen mir mein Geld.

Ich bin anders, willst Du sehen,
wie es ist in meinem Leben?

Denkst Du es ist schön zu spüren,
wenn sich Menschen von mir drehn?
Wenn sie wolln mich nicht berühren,
auch im Herzen von mir gehn?
Dies tut weh, dies ist mein Leben,
dennoch will ich´s nicht verstehn!

Ich bin anders, ja vielleicht,
damit abtun ist viel zu leicht!

Meine Sehnsucht ist wie Deine,
meine Wünsche ähneln sich,
Du bist klug, Du bist alleine,
ich kann Dinge die kannst Du nicht!

Willst Du sehen, wie ich bin,
dann öffne einfach doch die Augen.
Da ist das Leben mir der Sinn
da ist die Sonne, da ist viel Staunen.

Ich bin anders, ja vielleicht,
komm mit in mein Herzensreich.

Ich kann lieben, ich kann lachen,
kann auch traurig sein fürwahr.
Dennoch kann ich manche Sachen,
die für mich sind sonnenklar.

Ich bin anders, meinst Du wirklich?
Meinst Du nicht ich bin wie Du?
Fühlst Du Dich so überlegen,
komm ich schenk Dir meine Ruh.

Ich bin anders, ja vielleicht,
komm mit in mein Herzensreich.

Ich lern in einer extra Schule
mit Menschen die so sind wie ich.
Hier gibt es keine Obercoole
und auch kein: „Das ist nur für mich!“
Ich freu mich hier zu sein und lieb mein Leben,
ich hab mein Glück, hab meinen Sinn,
Ich ernte täglich Gottes Segen,
er liebt mich einfach wie ich bin.

Ich bin anders, ja vielleicht,
in meinem Herzen bin ich reich!


Auszeichnung von Adam Ryszard Prokop:

Franz Steppeler, Student in Jena, aus der Kath. Pfarrei St. Josef in Hermsdorf.

Fruchtfliege

engelsgleich schwebt sie da
ihrem Ziel entgegen
umkreist es sanft
setzt sich ab
bunt ist es hier – wie im Paradies
zurück am Ursprung
der Himmel ist ein Obstkorb

 


 



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