Chemnitzer Propsteipfarrei feierte das 25-jährige Bestehen ihres Gemeindezentrums

am 10. Dezember

Foto: privat

Bei der Weihe des Chemnitzer Gemeindezentrums 1992. Foto: privat

Chemnitz, 13.12.2017: "Auch wir schreiben die Apostelgeschichte fort", betonte Propst Clemens Rehor in seiner Predigt zum Festgottesdienst am 10. Dezember 2017. Die Gemeinde feierte am 2. Adventssonntag das 25-jährige Bestehen des Gemeindezentrums der Propsteigemeinde "St. Johannes Nepomuk" in Chemnitz. "Wir danken Gott und freuen uns, dass unsere Gemeinde seit ihrer Gründung nach der Reformation immer wieder einen neuen Anfang gemacht hat", so Propst Rehor. Im historischen Abriss seiner Predigt ging der Chemnitzer Propst darauf näher ein.

Durch zugezogene katholische Familien wurde 1821 als erstes eine Schule errichtet. In diesem "Gemeindezentrum" spielte sich sieben Jahre lang das Leben der Gemeinde ab, die Gottesdienste fanden unter Leitung des Lehrers statt, alle vier Wochen kam ein Priester aus Zwickau. 1828 genehmigten Bischof und König die Bitte von 34 Männern der Chemnitzer Gemeinde zur Errichtung einer katholischen Pfarrei und der Anstellung eines Pfarrers.

Am 12. Oktober 1828 wurde die Kirche, ein umgebautes Theater, geweiht, als Patron wurde der heilige Johannes Nepomuk gewählt. Das angrenzende Pfarrhaus entstand aus einem Hotel und einer ehemaligen Posthalterei. Damit war im Herzen der Stadt Chemnitz ein Gemeindezentrum geschaffen, das für die Katholiken eines sehr großen Umfeldes ihr religiöser Mittelpunkt war.

In den folgenden Jahren wurde eine Vielzahl von Pfarreien und Seelsorge-Diensten aus St. Johannes Nepomuk heraus gegründet.  Die schweren Jahre der Inflation nach dem 1. Weltkrieg, die Weltwirtschaftskrise mit ihrer Arbeitslosigkeit und der Nationalsozialismus mit dem Zweiten Weltkrieg hatten schwerwiegenden Folgen auch für die Gemeinde in Chemnitz.

Der große Bombenangriff in der Nacht vom 5. auf den 6. März 1945 zerstörte fast die gesamte Innenstadt, darunter auch die Kirche und das Pfarrhaus am Rossmarkt. Einige Zeit musste die Gemeinde mit Provisorien leben bis 1946 eine gemietete Villa als Pfarrhaus und zugleich als Zentrum für die Gemeinde diente. Diese war durch die große Zahl der Heimatvertriebenen stark gewachsen.

Nach langjährigen Bemühungen konnte am Rande der Innenstadt ein Grundstück erworben werden, auf dem die neue Pfarrkirche errichtet und am 23. April 1955 geweiht wurde. Der Bau von Kirchturm und Gemeindezentrum wurde von den staatlichen Stellen nicht genehmigt.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands konnte nun unter dem damaligen Propst Günter Negwer (von 1982 bis 1991) das alte Projekt aufgenommen werden, mit der Kirche ein Gemeindezentrum, einen Kirchturm und Pfarrwohnungen zu errichten. Im Jahr 1992, also 37 Jahre nach dem Kirchenneubau wurde dies Wirklichkeit.

Propsteikirche und Gemeindezentrum in Chemnitz. Foto: privat

Propsteikirche und Gemeindezentrum in Chemnitz. Foto: privat

Propst Günter Negwer, der den Bau des Gemeindezentrums mit der Bistumsleitung und dem Bonifatiuswerk vorbereitet hatte, konnte noch den ersten Spatenstich ausführen. Sein Nachfolger, Dr. Konrad Zdarsa (1991 bis 2001, jetzt Bischof von Augsburg) führte den Bau zur Vollendung. Die Einweihung durch unseren Bischof Joachim Reinelt fand am 13. Dezember 1992 statt. Der Festgottesdienst am 10. Dezember war geprägt von Lob und Dank der Gemeinde, musikalisch gestaltet durch Kirchenchor und Jugendchor unter Leitung unseres Kantors Matthias Böhm.

Am Nachmittag des 10 Dezember 2017 trafen sich nun viele Vertreter aller Altersgruppen zum adventlichen Gemeindefest. Der Rückblick auf 25 Jahre Werden und Wachsen des Gemeindezentrums stand im Mittelpunkt. Auch das Basteln und die Vorbereitung der alljährlichen Sternsingeraktion sowie Singen und Musizieren und Stärkungen für den Leib kamen nicht zu kurz.

Der nächste Meilenstein und wieder ein Neuanfang für die Pfarrei St. Johannes Nepomuk und für die Pfarreien St. Joseph, St. Antonius und St. Franziskus soll die Neugründung der nunmehr einen Pfarrei "Heilige Mutter Teresa" für die Stadt Chemnitz werden. Am am 22. April 2018 wird das Gründungsfest gemeinsam mit Bischof Heinrich Timmerevers in der St. Joseph-Kirche gefeiert werden. Wir vertrauen auf Gott, dass er uns auch bei diesem bedeutenden Schritt und in der zukünftigen Zeit mit seinem Segen beistehen wird.

Michael Kinder    



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