Unser Bistum trauert um Kardinal Meisner (83)

Der Kölner Erzbischof war dem Bistum Dresden-Meißen zeitlebens eng verbunden

Erzbischof Joachim Kardinal Meisner 2011 in Dresden. Foto: Bistum Dresden-MeißenDresden/Köln, 05.07.2017: Ein großer Freund des Bistums Dresden-Meißen, Joachim Kardinal Meisner, ist tot. Er starb am 5. Juli überraschend im Urlaub in Bad Füssing, wie das Erzbistum Köln heute Morgen, 5. Juli, bekanntgab. In Breslau geboren, kam Meisner 1945 nach der Flucht mit seiner Familie nach Thüringen, wo er 1962 in Erfurt die Priesterweihe empfing. 1975 wurde er Weihbischof in Erfurt. Fünf Jahre später wurde er zum Bischof von Berlin ernannt. 1983 folgte der Kardinalstitel. Von 1982 bis 1989 stand er der Berliner Bischofskonferenz vor - dem gemeinsamen Gremium der katholischen Bischöfe in der DDR. 1989 wechselte er nach Köln, wo er bis 2014 an der Spitze des Erzbistums stand. Seit März 2014 lebte er in Köln im Ruhestand.

Für das Bistum Dresden-Meißen erklärt der Stellvertretende Generalvikar Domkapitular Benno Schäffel: „Kardinal Meisner zählt unbestritten zur Riege der ganz großen deutschen Kirchenmänner. Zu DDR-Zeiten war er ein kraftvoller Gegner des sozialistischen Regimes. Im wiedervereinigten Deutschland hat er der katholischen Kirche Profil und Präsenz verliehen. Für seine Überzeugungen hat er sich im Dienst seiner Kirche vehement eingesetzt. Für seine Verdienste – auch um das Bistum Dresden-Meißen und die katholische Kirche im Osten Deutschlands – gebührt ihm unser tief empfundener Dank.“

Dem Bistum Dresden-Meißen war Joachim Kardinal Meisner eng verbunden. Die gemeinsame Herkunft aus Schlesien verband ihn unter anderem mit Bischof em. Joachim Reinelt, aber auch mit zahlreichen weiteren Priestern der Diözese. Auch aus gemeinsamen Studienzeiten in Erfurt und durch die Arbeit in der Berliner Bischofskonferenz war er den Bischöfen im Gebiet der DDR und den Priestern im katholischen Osten Deutschlands zeitlebens eng vertraut.

Nicht zuletzt war mit dem Kölner Weihbischof Dr. Heiner Koch im Frühjahr 2013 ein Weihbischof seines Erzbistums an die Spitze des Bistums Dresden-Meißen berufen worden. Die Diözese unterhielt zudem mit dem Erzbistum Köln eine jahrzehntelange Partnerschaft; zu DDR-Zeiten hatte das ostdeutsche Bistum vielfältige Unterstützung von den Katholiken am Rhein erhalten. Wiederholt war Kardinal Meisner zu Besuchen in Sachsen und Thüringen zu Gast.

So stattete er unter anderem im November 2011 der sächsischen Landeshauptstadt einen Kurzbesuch ab, um sich die Ausstellung "Himmlischer Glanz" in der Gemäldegalerie Alte Meister mit Raffaels bedeutendsten Madonnendarstellungen "Sixtinische Madonna" und die "Madonna di Foligno" anzusehen. Zum letzten Mal hatte er im Oktober 2014 mit hunderten Gläubigen in der Dresdner Kathedrale die Heilige Messe gefeiert. In Bautzen hatte er zuvor der Domschatzkammer einen Besuch abgestattet und die Baustelle des St. Petri-Doms besichtigt. In Elbflorenz traf er sich damals mit dem damaligen Bischof Heiner Koch, mit Mitbrüdern seines Weihekurses und mit leitenden Geistlichen des Bistums. Bischof und Erzbischof besuchten damals zudem gemeinsam eine Tagung der Ruhestandsgeistlichen des Bistums in Schmochtitz, fuhren ins Kloster St. Marienstern und nach Rosenthal. Aber auch im Kloster der Nazarethschwestern in Goppeln nahe Dresden war er häufig zu Gast.

Die Geschichte des Kardinals war dabei immer auch ein Stück Geschichte der DDR. Unvergessen blieben vielen Menschen die Worte des Kardinals, der zum Katholikentreffen 1987 in Dresden den Gläubigen zugerufen hatte: "Wir wollen keinem anderen Stern folgen, als dem Stern von Betlehem." Ein Bild, das jedem DDR-Bürger angesichts allgegenwärtiger roter Sowjetsterne sehr eingängig war.

R.I.P.


Bischof emeritus Joachim Reinelt hat sich ebenfalls zum Tod Kardinal Meisners geäußert. Mehr dazu - hier klicken...



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