Vielfalt.Miteinander.Riskieren. – A… hoch!

Eindrücke vom Bistumsjugendtag in Wechselburg am 15./16. September


Bistumsjugendtag 2017

Wechselburg, 19.09.2017: „Vielfalt.Miteinander.Riskieren. – Arsch hoch!“ – auf dieses provozierende Motto ließen sich am vergangenen Wochenende etwa 300 Jugendliche und junge Erwachsene ein. Buchstäblich bunte Vielfalt erlebten und gestalteten die jungen Christen bis zum Schluss: Nach vielen ernsten und heiteren Impulsen, diversen Arbeitseinsätzen und dem Abschlussgottesdienst bewarfen sie sich gegenseitig – in einem eigens abgegrenzten Bereich – mit Farbbeuteln. Dieses bunte Finale begeisterte und wird den Bistumsjugendtag nicht so schnell in Vergessenheit geraten lassen.

fleißige Helfer(innen)
Ohne fleißige und mutige „Helfende Hände“ sowie viele Jugendliche, die diese zwei Tage mitgestaltet haben, wäre ein solches Glaubensfest nicht möglich. Jugendreferentin Christina Händler dankt allen Mitwirkenden und Teilnehmenden, dass sie ihre Zeit und ihre Talente für dieses Miteinander riskiert haben.

Begonnen hatte der Bistumsjugendtag am Freitagabend, 15. September, mit der Vesper zum Thema „Vielfalt“. Innerhalb der von der Dekanatsjugend Chemnitz gestalteten und mit den Benediktinern zusammen gefeierten Liturgie, stellte Bischof Heinrich Timmerevers den Jugendlichen offiziell Pfarrer Martin Kochalski (37) als neuen Bistumsjugendseelsorger vor.

Bischof Heinrich Timmerevers (r), Jugendpfarrer Martin Kochalski (l)

Das gemeinsame Abendessen – die Agape, die von allen durch selbst mitgebrachtes Essen bereichert wurde –  war äußerst vielfältig. Die bunte Vielfalt wurde dadurch verschönert, dass jede(r) einen Becher geschenkt bekam, und zwar nicht am Ende, sondern bereits am Anfang der Veranstaltung, um Müll zu vermeiden… und natürlich als Souvenir. Anschließend folgte ein Adventure-Parcours, der das Abenteuer des gemeinsamen Kennenlernens und das Auseinandersetzen mit dem Thema auf kreative Weise ermöglichte.

Das offizielle Abendprogramm schloss mit dem Nachtgebet, das die Dekanatsjugend Zwickau zum Thema „Miteinander“ gestaltete.
Das vielfältige Nachtprogramm bot verschiedene Möglichkeiten, sodass für jede(n) etwas dabei war. Vom Nachtgeländespiel der Leipziger Pfadfinder über das Liedersingen am Feuer oder Zeit für persönliches Gespräch, Taizé-Gebet oder Schlafen war alles möglich.

„Riskieren“ hieß dann das Motto des von der sorbischen Jugend vorbereiteten Morgengebetes am Samstag, 16. September. Praktisch setzte sich das Thema nach dem Frühstück fort, als es hieß: „Jede Stunde zählt!“ Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren eingeladen, neue Erfahrungen zu riskieren: Holzbretter/Planken für ein großes Boot (kein Flüchtling soll im Mittelmeer ertrinken!) zu bemalen oder einen der Workshops zum Thema „Rassismus“, welcher bereits als Projekt in die Zukunftszeit-Aktion einfloss, zu besuchen. Zeitgleich war eine Gruppe Jugendlicher aus dem Dekanat Leipzig in Berlin, wo dieses Projekt seinen Abschluss fand. Es fanden noch viele weitere Angebote Interesse, in denen Zeit für die „Aktion für ein buntes Deutschland“ gesammelt wurde: beispielsweise Informationen zur „Inklusion von Menschen mit Behinderung“ oder zum „Lebensentwurf Mönch“ zu besuchen, die Spielflächen der Wechselburger Kindertagesstätte zu reinigen und neu zu bemalen, alte Menschen oder Menschen mit Behinderung zu besuchen oder eine Bushaltestelle zu gestalten. Gerade bei Letzterem zeigten die Jugendlichen offensichtlich ihre Meinung „Deutschland ist bunt und so auch Wechselburg“, womit sie einen bleibenden Denkanstoß für alle setzten. Bei der Gestaltung konnten die Jugendlichen ihre eigenen Ideen zum Motto verwirklichen.

menschenfreundliche Zeit gesammelt
Die durch die Arbeitseinsätze gesammelten Stunden wurden im Mittagsgebet anhand von Walnüssen dargestellt, die in eine durchsichtige Kunststoffsäule gelegt wurden. Es kamen etwa 450 Stunden „menschenfreundliche Zeit“ zusammen…

„Open stage“

Das Nachmittagsprogramm lud ein, auf andere Weise etwas zu riskieren: sich selber und sein Talent auf oder vor der Bühne den anderen Jugendlichen zu präsentieren – sei es mit einem Liedvortrag, einem PoetrySlam, einem Tanz à la Michael Jackson, einem Beitrag der Jugendband „Mit Ohne“ oder einer Mitmach-Aktion. Jeder Auftritt wurde mit 50€ gefördert, welche dem Projektzirkus „Birikino“ zugutekommen. Die finanzielle Unterstützung erfolgte dankenswerterweise durch die Darlehnskasse Münster. Der Mitmachzirkus Birikino beteiligte sich selbst ebenfalls an der Open Stage und führte verschiedene Kunststücke vor. Zugleich nutzte Dr. Daniela Pscheida-Überreiter, Leiterin des Referats Jugendseelsorge im Bischöflichen Ordinariat, die Gelegenheit, Sabine Bley als neue Jugendseelsorgerin im Dekanat Chemnitz, Oliver Kell als neuen Dekanatsjugendreferenten in Meißen/Riesa sowie die neuen Freiwilligen Markus Heuschkel, Katharina Kuhn und Franz Scheinert vorzustellen. Die Beiträge der Open Stage brachten insgesamt eine Spende von 800€ für den Mitmachzirkus „Birikino“ des Don Bosco Hauses in Chemnitz.

„Würde ich mitgehen, wenn Jesus mich rufen würde wie Simon und Andreas?“ (vgl. Mt 4,18-22) Mit dieser provozierenden Frage begann Jugendpfarrer Martin Kochalski seine Predigt im Abschlussgottesdienst. Und er ermutigte die jungen Christen: „Seid Menschen, die Ausstrahlung haben! Wagt den nächsten Schritt im Glauben! Das Leben geht auf und ab – aber ich möchte Euch Mut machen zum Geschenk des Glaubens“, so Kochalski.

Abschlussgottesdienst BJT 2017

Nach ihrem ersten Bistumsjugendtag resümiert die Leiterin Frau Dr. Pscheida, dass sie optimistisch in die Zukunft der Jugendlichen und der Gemeinden schaue, wenn es allen gelinge, ihre Talente so wie bei der Open Stage in ein gelingendes Miteinander von Kirche und Gesellschaft einzubringen.

meu/CH


Fotos: Sabine Bley, Christina Händler, Johannes Köst, Elisabeth Meuser



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