Caritas-Studie: Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss in Sachsen sinkt weiter

Problemzonen Chemnitz und Leipzig

Caritas-LogoDresden, 04.07.2017: Die Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss ist in Sachsen weiter rückläufig. Das geht aus der aktuellen Caritas-Studie „Bildungschancen vor Ort“ hervor, die seit 2009 erhoben wird. Die jetzigen Zahlen stammen aus dem Jahr 2015. Danach lag der Anteil der Schüler ohne Hauptschulabschluss im Freistaat bei 7,6 Prozent. 2014 waren es noch 7,8 Prozent. Auf Bundesebene steigt die Quote allerdings von 5,7 Prozent auf 5,9 Prozent an. Die wenigsten Schulabgänger ohne Abschluss gibt es in Hessen mit 4,6 Prozent, die meisten in Sachsen-Anhalt mit 9,9 Prozent.

„Für Sachsen ist es zunächst ein erfreuliches Ergebnis und zeigt, dass sich die sächsische Bildungspolitik auf einem guten Weg befindet“, sagt Caritasdirektor Matthias Mitzscherlich. Dennoch dürfe es keine Entwarnung geben. „7,6 Prozent der jungen Menschen ohne Schulabschluss bedeutet keine Berufsausbildung für sie, keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt und somit keine Zukunftsperspektiven“, so Mitzscherlich. Vor allem lernschwache Schüler müssten gezielt gefördert und möglicherweise stärker sozialpädagogisch betreut werden. „Armutsbiographien werden sehr oft vererbt. Betroffene Jugendliche brauchen deshalb Unterstützung.“

Problemzonen Chemnitz und Leipzig

Die Caritas-Studie ergab, dass das Problem in Großstädten wie Chemnitz (11,4 Prozent) und Leipzig (10,8 Prozent) am größten ist. In Dresden liegt die Quote der jungen Menschen ohne Schulabschluss immer noch bei 7,8 Prozent. Schwierigkeiten haben aber auch einige Landkreise. Der Landkreis Nordsachsen liegt bei 9,5 Prozent, Mittelsachsen bei 8,8 Prozent, die Landkreise Zwickau und Görlitz bei 8,4 Prozent. Die niedrigsten Quoten haben der Vogtlandkreis (5,3 Prozent) und der Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge (5,8 Prozent).

Die Caritas setzt sich für eine gezielte Bildungspolitik ein, die sich vor allem auch an Schüler und Jugendliche richtet, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen. Verstärkt werden müsse besonders die Schulsozialarbeit, um Probleme früh zu erkennen und abzustellen. „Das ist eine Aufgabe aller Akteure in der Bildung“, so Caritasdirektor Mitzscherlich. „Jeder junge Mensch muss seine Chance bekommen.“


Hinweis: Detailliertes Zahlenmaterial auch zu den übrigen Städten und Landkreisen in Sachsen finden Sie unter www.caritas.de/

AS



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