Katholischer Hüter des Staatskirchenvertrags

Ordinariatsrat Christoph Pötzsch in den Ruhestand verabschiedet

Für dessen besondere Verdienste für die Kirche konnte Bischof Heinrich im Auftrag des Papstes Ordinariatsrat Christoph Pötzsch den Gregoriusorden überreichen. Foto: Michael Baudisch

Für besondere Verdienste für die Kirche konnte Bischof Heinrich im Auftrag des Papstes Ordinariatsrat Christoph Pötzsch den Gregoriusorden überreichen. Fotos: Michael Baudisch

Dresden, 16.06.2017: Mit einem Festakt im Dresdner Haus der Kathedrale ist am Vormittag Ordinariatsrat Christoph Pötzsch (62) in den Ruhestand verabschiedet worden. Seit 1991 stand er im Dienst der Kirche. Zuletzt leitete er das Katholische Büro Sachsen. Für seine außerordentlichen Verdienste bekam er dabei aus den Händen von Bischof Heinrich Timmerevers den päpstlichen Gregoriusorden überreicht.

Bischof Heinrich würdigte Christoph Pötzsch als „Säule einer Brücke in die Gesellschaft“; zudem habe Pötzsch ihm "sein Ankommen in Sachsen leicht gemacht", indem er Begegnungen ermöglichte und dem Bischof bei zahlreichen Gelegenheiten sächsische Geschichte und Kultur sowie Land und Leute nahebrachte.

Als Nachfolger Christoph Pötzschs hieß Bischof Heinrich den Dresdner Diakon Dr. Daniel Frank willkommen. Der promovierte Jurist hatte zuletzt als Prokurist eines internationalen Unternehmens in Schwarzheide gearbeitet. Bischof Heinrich ernannte Diakon Frank zugleich zum Ordinariatsrat.

Diakon Dr. Daniel Frank (links) wurde zum Ordinariatsrat ernannt.

„Als Diakon, Familienvater von vier Kindern und Jurist verstehe ich mich vor allem als Diener“: Diakon Dr. Daniel Frank (links) bei seiner Vorstellung als neuer Leiter des Katholischen Büros.

In seiner Laudatio blickte Generalvikar Andreas Kutschke auf die verschiedenen Stationen Christoph Pötzschs im kirchlichen Dienst zurück. Seit 1991 hatte der zunächst als Justitiar die Rechtsabteilung des Bischöflichen Ordinariats geleitet. Darüber hinaus nahm er zeitweise außerdem die Aufgaben des Datenschutzbeauftragten für das Bistum wahr. Fast acht Jahre lang arbeitete er überdies als Kanzler des Ordinariats und Personalreferent.

Zum 1. Juni 2005 hatte ihn Bischof Joachim Reinelt zusätzlich zum Leiter des Katholischen Büros Sachsen und damit zum Bindeglied der katholischen Kirche zur Politik ernannt. Zuletzt hatte er seit 2012 ausschließlich diese Aufgabe inne. Generalvikar Kutschke würdigte Pötzsch dabei als „unseren Hüter des Staatskirchenvertrags“. Er betonte zugleich das bestehende „feste Fundament“ in der Zusammenarbeit von Kirche und Staatsregierung.

Generalvikar Andreas Kutschke erinnerte in seiner Ansprache vor zahlreichen Vertretern aus Politik, Medien und Gesellschaft daran, dass Christoph Pötzsch nicht zuletzt bei Sedisvakanzen und Bischofsernennungen besonderes Gespür in der Begleitung der Verantwortungsträger bewiesen habe.

Generalvikar Andreas Kutschke (rechts) erinnerte in seiner Ansprache vor zahlreichen Vertretern aus Politik, Medien und Gesellschaft daran, dass Christoph Pötzsch nicht zuletzt bei Sedisvakanzen und nach Bischofsernennungen besonderes Gespür in der Begleitung der Verantwortungsträger bewiesen habe.

Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler hob in seinem Grußwort die „seltene Belesenheit“ und „starke Hinwendung zur Geschichte unserer reichen Landeskultur“ des Ordinariatsrats hervor. Pötzsch habe nicht zuletzt mit seinen Publikationen und Führungen „vielen Menschen die Augen geöffnet für die kulturellen Traditionen dieses Landes“.

Als Vertreter der Staatsregierung würdigte der Chef der Sächsischen Staatskanzlei Dr. Fritz Jaeckel die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Leiter des Katholischen Büros. So seien strittige Fragen „nicht über die Presse ausgetragen worden“.

Landtagspräsident Dr. Rößler und Ordinariatsrat Pötzsch kennen sich bereits seit Schulzeiten.

Landtagspräsident Dr. Rößler (rechts) und Ordinariatsrat Pötzsch kennen sich bereits seit gemeinsamen Schulzeiten.

Dr. Jaeckel, Chef der Sächsischen Staatskanzlei, sagte, Christoph Pötzsch habe sich stets um "praktikable Lösungen" bemüht.

Dr. Jaeckel, Chef der Sächsischen Staatskanzlei, sagte, Christoph Pötzsch habe sich stets um "praktikable Lösungen" bemüht.

Christoph Pötzsch selbst stellte in seinem Dank den Rückblick auf seine Dienstzeit unter die Überschrift „lebenslanges Lernen“. Seine Arbeit habe er stets als „Geschenk“ empfunden. Als Personen, die ihn in dieser Zeit besonders geprägt hätten, nannte er Bischof Joachim Reinelt, der in den Jahren nach 1990 auch in turbulenten Zeiten stets Optimismus und Lebensfreude vermittelt habe. Zum zweiten den früheren Dresdner Oberbürgermeister Dr. Herbert Wagner, der sich auch aus seiner Überzeugung als Katholik heraus in den Dienst der Politik habe rufen lassen. Und mit Karin Zauritz eine seiner ehemaligen Mitarbeiterinnen: sie hatte sich zu DDR-Zeiten bewusst zu ihrem Glauben bekannt und dadurch in ihrer beruflichen Karriere enorme Benachteiligungen durch den SED-Staat erdulden müssen.

Text/Fotos: Michael Baudisch


Zahlreiche Wegbegleiter Christoph Pötzschs aus Politik, Medien und Gesellschaft waren zur Verabschiedung des Ordinariatsrats ins Haus der Kathedrale gekommen.

Zahlreiche Wegbegleiter Christoph Pötzschs aus Politik, Medien und Gesellschaft waren zur Verabschiedung des Ordinariatsrats ins Haus der Kathedrale gekommen.



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