Klemens Ullmann gibt Amt des Domdekans 2018 ab

Bischof nimmt Rücktrittsgesuch zum 4. März 2018 an

Domdekan Klemens UllmannDresden, 16.10.2017 (KPI): Klemens Ullmann wird sein Amt als Domdekan und somit als Leiter des Domkapitels St. Petri zu Dresden an seinem 79. Geburtstag im Frühjahr kommenden Jahres niederlegen. Seit 1990 gehörte er dem kirchlichen Leitungsgremium an; seit 2013 stand er ihm als Domdekan vor. Sein Rücktrittsersuchen hat Bischof Heinrich Timmerevers nun mit Wirkung zum 4. März 2018 angenommen. Mit dem Ausscheiden Ullmanns aus dem Kreis der aktiven Domkapitulare wird dann ein Platz im Kapitel frei. Diesen besetzt der Bischof mit einem Priester des Bistums neu. Der Domdekan wird von den aktiven Domkapitularen aus ihrer Mitte gewählt.

Klemens Ullmann stammt aus Plauen im Vogtland. Nach seinem Schulabschluss erlernte er zunächst den Beruf des „Gebrauchswerbers“ und arbeitete in der Werbebranche. Von 1958 bis 1962 besuchte er das Norbertuswerk in Magdeburg und studierte anschließend Theologie in Erfurt. Am 29. Juni 1968 wurde er von Bischof Otto Spülbeck in Dresden zum Priester geweiht.

Nach einer Kaplanszeit in Dresden-Neustadt war Klemens Ullmann von 1971 bis 1972 als Sekretär bei Bischof Gerhard Schaffran, als Domvikar und Ordinariatsassessor tätig. Mit Bischof Schaffran bereiste er die Diözese, was für seine nachfolgende Aufgabe als Diözesanjugendseelsorger – von 1973 bis 1982 – sehr vorteilhaft war. "Ich kannte die Gemeinden, und die Gemeinden mit ihren Pfarrern kannten mich", erinnert sich Klemens Ullmann. Im Jahr 1982 ging er als Pfarrer nach Großenhain, wo er ab 1985 zugleich als Meißener Dekan wirkte. 1988 schließlich wurde er Dompfarrer in Dresden und bekleidete dieses Amt bis 2014. "Ein Traum wurde wahr", so der langjährige Dompfarrer, den schon immer eine besondere Liebe mit Elbflorenz und der Hofkirche verband.

Klemens Ullmann: „Es waren Jahre voller Bewegung. Dazu zähle ich nicht nur die gesellschaftlichen Veränderungen, die uns in den Anfangsjahren alle überrascht haben.“ In seine Amtszeit fielen unter anderem die Friedliche Revolution 1989, der Katholikentag 1994 in Dresden, die Feier des 250-jährigen Weihejubiläums der Hofkirche 2001, die Elbeflut 2002 und die Seligsprechung Alojs Andritzkis 2011. Seit 2014 legte Ullmann als Domdekan seinen Arbeitsschwerpunkt ganz auf die Leitung des Dresdner Domkapitels.

Dem sechsköpfigen Gremium unter Leitung des Domdekans gehören aktuell als Domkapitulare an: der Dresdner Dompfarrer Norbert Büchner, der Meißner Pfarrer Dr. Bernhard Dittrich, Generalvikar Andreas Kutschke und Ordinariatsrat Pfarrer Benno Schäffel aus Dresden sowie der Bautzener Dompfarrer Veit Scapan. Ehrendomkapitular ist daneben Pfarrer Stephan Delan aus Ralbitz.

Stichwort: Domkapitel

Das Domkapitel ist nach dem Bischof eines der wichtigsten Organe des Bistums. Als seine Hauptaufgabe gilt es, für die feierliche Gestaltung der Gottesdienste in der Kathedrale – also der Bischofskirche – Sorge zu tragen. Daneben ist das Domkapitel beratend und unterstützend für den Bischof tätig. Zudem übernimmt es beim Tod oder der Versetzung des Bischofs die Leitung des Bistums. Schließlich fällt dem Domkapitel im Bistum Dresden-Meißen eine Hauptrolle bei der Wahl eines neuen Bischofs zu.

Das Domkapitel wird ausschließlich mit Geistlichen besetzt. Ihre Zahl ist in Verträgen mit dem Vatikan festgelegt. Der Domdekan steht dem Domkapitel vor. Seinen historischen Ursprung hat das Domkapitel in der Priesterschaft einer Bischofsstadt: In der Kirche des Bischofs kamen diese Priester zusammen, um miteinander Gottesdienst zu feiern und das Stundengebet zu beten. Im Lauf der Jahrhunderte erlangte das Domkapitel eine hohe rechtliche Stellung und besonderes Ansehen.

MB




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