Ökumenische Andacht und Festakt zur Eröffnung der Benno-Ausstellung

am Abend des 11. Mai in Meißen

Gelebte Ökumene: der Meißner Superintendent Andreas Beuchel (v.l.) und Bischof Heinrich mit dem katholischen Domkapitel und dem evangelischen Hochstift Meißen. Fotos: Michael Baudisch

Gelebte Ökumene: der Meißner Superintendent Andreas Beuchel (v.l.) und Bischof Heinrich mit dem katholischen Domkapitel und dem evangelischen Hochstift. Fotos: Michael Baudisch

Meißen, 12.05.2017: Zu einer ökumenischen Andacht im Meißener Dom wurde aus Anlass der Eröffnung der Benno-Ausstellung am Donnerstagabend, 11. Mai, eingeladen. Im vollbesetzten Dom gestalteten das katholische Domkapitel St. Petri zu Dresden und das evangelische Hochstift Meißen gemeinsam eine feierliche Stunde unter dem Titel „Christus, der wahre Weinstock“. An dem Gottesdienst nahmen auch der Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers und sein Amtsvorvorgänger Bischof em. Joachim Reinelt , der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt, Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg vom Erzbistum München und Freising sowie Prälat Franz Xaver Brandmayer, Rektor des Päpstlichen Instituts S. Maria dell’Anima aus Rom, teil.

In seiner Predigt nahm der evangelische Meißener Dompfarrer Superintendent Andreas Beuchel Bezug zum heiligen Benno, dem zehnten Bischof des Bistums Meißen. Er erinnerte daran, dass die evangelische Kirche zwar keine Heiligen kenne. Dennoch blicke auch sie auf Vorbilder im Glauben – etwa den von den Nationalsozialisten 1945 hingerichteten Theologen Dietrich Bonhoeffer. „Gott will verantwortungsvolle, mutige Menschen“, so Dompfarrer Beuchel wörtlich. In diesem Sinne könne auch Bischof Benno Vorbild sein als ein Mann, der sich in schwierigen Zeiten für den Frieden engagiert habe.

Offizielle Ausstellungseröffnung in der Albrechtsburg Meissen

Bei der anschließenden offiziellen Ausstellungseröffnung in der „Großen Hofstube“ der Albrechtsburg Meissen erläuterte Christian Striefler, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, weshalb die Schlossverwaltung den Heiligen Benno als Thema einer Ausstellung im Reformationsjahr gewählt habe: „Nicht als Kontrapunkt, aber als zusätzliche, wichtige Note“.

Landtagspräsident Matthias Rößler würdigte den Mut der Veranstalter, erstmals eine große Ausstellung rund um Benno von Meißen zu gestalten. Er erinnerte daran, dass die Spuren des Heiligen bis heute vielerorts in Sachsen zu finden seien – vom Verlag in Leipzig, der seinen Namen trage, über Weinsorten bis hin zum Dresdner St. Benno-Gymnasium oder Pfarreien unter seinem Patronatstitel. Und er würdigte die Rolle des Heiligen, dessen Reliquien heute in der Münchener Liebfrauenkirche ruhen, „als Brücke  zwischen den Freistaaten Bayern und Sachsen“.

Bischof Heinrich Timmerevers schlug mit Blick auf die unruhigen politischen Verhältnisse zu Lebzeiten Sankt Bennos den Bogen zum hier und heute. Er bezeichnete Bischof Benno als „uneitlen Arbeiter im Weinberg des Herrn“, dem es gelungen sei, „das Wort Gottes in die Welt zu bringen und gelegentlich ein Dolmetscher Gottes zu sein.“ Er habe es verstanden, den Menschen Antworten auf die zeitlosen Fragen nach dem Woher und Wohin zu vermitteln. Zugleich erinnerte Bischof Heinrich daran, dass sein Amtsvorgänger St. Benno als Bischof von Meißen zu Zeiten der Reformation als Waffe der widerstreitenden Parteien instrumentalisiert worden war. „Lange trennte Benno, heute eint er“, so Bischof Heinrich und nannte St. Benno einen „Gründungsvater des christlichen Glaubens in Sachsen“.

Nach einer fachkundigen Einführung zur Ausstellung durch Kuratorin Claudia Kunde bestand schließlich Gelegenheit, mit einem Krug „Benno-Bräu“ im Großen Saal der Albrechtsburg auf die neueröffnete Ausstellung anzustoßen.

Text/Fotos: Michael Baudisch

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