„Alles andere wäre eine Enttäuschung“

Pfarrer Andrzej Glombitza spricht im Interview über das Neuland „Pfarreigründung“

Dresden, 01.12.2017 (KPI): Wenn am 2. Adventssonntag die drei bislang eigenständigen Pfarreien Ebersbach-Neugersdorf, Leutersdorf und Oppach als eine gemeinsame Pfarrei Mariä Himmelfahrt Leutersdorf neu gegründet werden, werden die Gläubigen sich vor Ort an keinen neuen Seelsorger gewöhnen müssen. Pfarrer Andrzej Glombitza (38), seit 2011 Pfarrer in Leutersdorf, ist bereits seit August 2016 als Pfarradministrator auch für die beiden Pfarreien Oppach und Ebersbach-Neugersdorf zuständig.

Foto: Andrzej Glombitza. Foto: privatHerr Pfarrer Glombitza, freuen Sie sich auf die Neugründung Ihrer Pfarrei?

Zuerst einmal freue ich mich natürlich auf den festlichen Neugründungsgottesdienst mit unserem Bischof, dem Generalvikar und unseren Gläubigen vor Ort. Das wird für uns ein großer Tag. Und auch danach steht uns eine spannende Zeit bevor. Es wird einiges Neues geben, hier wie im gesamten Bistum. Wir sind in unserer Pfarrei zwar nur ein kleines Pastoralteam. Aber gemeinsam mit Gemeindereferentin Claudia Böhme werde ich diese Aufgaben gerne angehen. Eine spürbare Entlastung wird für uns sicher sein, dass in Zukunft nicht mehr alle Verwaltungsaufgaben an drei Orten und dreifach geregelt werden müssen.

Und wie erleben Sie die Stimmung in der Pfarrei?

Der Zeitpunkt für einen solchen Schritt ist – je nach Sichtweise – immer gut oder immer ungünstig. Für uns stand im Februar dieses Jahres fest: Wir wollen so schnell als möglich eine gemeinsame Pfarrei werden. Das entlastet uns von Verwaltungsaufwand und schafft Freiraum für Neues. Für meinen Eindruck überwiegen daher auch Hoffnung und eine positive Grundstimmung in den Gemeinden. Der Wunsch ist spürbar, jetzt zusammenarbeiten und -wachsen zu wollen. Aber natürlich herrscht auch ein gewisser Schmerz über die anstehenden Veränderungen, vor allem bei älteren Menschen. Dafür habe ich Verständnis. Ich habe daher sehr bewusst versucht, meinen Verpflichtungen in allen drei Gemeinden besonders gleichmäßig gerecht zu werden, so dass niemand den Eindruck haben muss, ‚wir werden von Leutersdorf geschluckt‘.

Die Oberlausitz macht nun den Auftakt zu einer ganzen Reihe weiterer Pfarrei-Neugründungen im Bistum. Dabei gibt es vieles zu beachten. Haben Sie manchmal die Sorge, ob alles glatt geht?

Ich sehe das locker. Es ist in vieler Hinsicht Neuland – sowohl für unsere Gemeinden als auch für das Ordinariat. Wir haben nun die Rolle derjenigen, die gewisse Dinge erstmals ausprobieren. Sicher gibt es vieles zu beachten, aber unsere fleißige Pfarrsekretärin ist mir dabei eine große Hilfe.

Haben Sie zum Neugründungs-Gottesdienst etwas Besonderes geplant?

Ich hatte im Vorfeld mit allen Pfarrgemeinderäten auf einer Klausurtagung dazu beraten, und dabei entstand eine sehr schöne Idee. Zur Gabenbereitung werden Erstkommunionkinder aus allen Ortsteilen, die unserer neuen Pfarrei angehören, eine Schale mit Erde aus ihren Städten und Dörfern mit zum Altar tragen. Im Sommer werden wir dann bei einem Gemeindefest in diese Erde einen Kirschbaum pflanzen. Für den Kirschbaum haben wir uns deshalb entschieden, weil er besonders viele Früchte trägt, an denen wir uns dann gemeinsam freuen wollen.

Was ist ansonsten an Neuerungen zu erwarten?

Unter anderem arbeiten wir an einer neuen Homepage für unsere Pfarrei. Und zum Festgottesdienst wird ein Projektchor aus Oppach die Messfeier musikalisch gestalten. Die Sängerinnen und Sänger sind schon fest am Proben. Ich wünsche mir, dass unsere Kirche zum Neugründungsgottesdienst mit Gläubigen aller Gemeinden aus allen Nähten platzt. Alles andere wäre eine Enttäuschung.

Interview: Michael Baudisch



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