Podiumsdiskussion zum Thema „Kinderwunsch – Wunschkind. Möglichkeiten und Grenzen“

am 2. Mai zur „Woche für das Leben“ in Dresden

Im Gespräch (v.l.n.r.): Prof. Dr. Hans-Ulrich Dallmann, Cordula Leidner, Moderatorin Eva Brackelmann, Dr. Anne Kathrin Olbrich, Dr. med. Hans-Jürgen Held. Foto: Michael Baudisch

Im Gespräch (v.l.n.r.): Prof. Dr. Hans-Ulrich Dallmann, Cordula Leidner, Moderatorin Eva Brackelmann (eaf), Dr. Anne Kathrin Olbrich, Dr. med. Hans-Jürgen Held. Foto: Michael Baudisch

Dresden, 04.05.2017: Zu einem Themenabend im Rahmen der bundesweiten ökumenischen „Woche für das Leben“ kamen am Dienstagabend, 2. Mai, rund 50 Gäste ins Deutsche Hygiene-Museum Dresden. Im Gespräch mit Expertinnen und Experten diskutierten sie die Frage, welche individuellen, gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen die Familienplanung heute beeinflussen. Der Titel des Abends lautete „Kinderwunsch –Wunschkind. Möglichkeiten und Grenzen im Gespräch“.

Von Paaren, die enttäuscht sind, weil sie kein Kind bekommen können, obwohl sie vieles versucht haben, berichtete aus der Alltagspraxis einer Beratungsstelle die Psychologische Beraterin Dr. Anne Kathrin Olbrich. Sie äußerte den Wunsch nach dem Ausbau eines Betreuungs-Netzwerks, um Hilfesuchenden – besonders im ländlichen Raum – umfassender Unterstützung zukommen lassen zu können.

Dr. Hans-Jürgen Held, Facharzt für Geburtshilfe und Vorsitzender der Kommission „Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung“ von der Landesärztekammer Sachsen ist seit Jahrzehnten auf dem Gebiet der Geburtshilfe in Sachsen aktiv. Er erläuterte in seinem Kurzvortrag, dass in Deutschland rund jede sechste bis siebte Partnerschaft ungewollt kinderlos bliebe. „Die Ursachen dafür liegen zu gleichen Teilen bei Mann und Frau“, so der Mediziner. Als Problem bezeichnete er das gestiegene Alter der Patienten, die zur Beratung zu ihm kämen. Zugleich stellte er Möglichkeiten und Grenzen der Reproduktionsmedizin dar.

Wie weit sind Paare bereit, bei ihrem Wunsch nach einem Kind zu gehen? Welche Werte und Normen, welche Familienbilder beeinflussen die Familienplanung von Paaren heute? Diesen Aspekt leuchtete Theologie- und Ethik-Professor Hans-Ulrich Dallmann aus Ludwigshafen aus. Er betonte dabei, dass neben allen medizinischen Möglichkeiten ein nicht zu unterschätzender Faktor immer noch die Tatsache sei, ob Mann und Frau zur Zeit ihres Kinderwunsches auch tatsächlich die Partnerin beziehungsweise den Partner dafür fänden.

Cordula Leidner, katholisch und Mitglied der Gemeinschaft Christlichen Lebens, gab in einem beeindruckenden Statement einen Einblick in ihren Lebensweg. Sie schilderte ihren ursprünglichen Lebensentwurf, gemeinsam mit ihrem Ehemann sicher Kinder haben zu wollen, und der langsamen Erkenntnis, dass ihre Ehe ungewollt kinderlos bleiben würde. „Es war nicht einfach, darüber zu sprechen“, so Cordula Leidner über ihren unerfüllten Lebenstraum. „Es war eine harte Zeit.“ Dankbar zeigte sie sich gegenüber ihrem Ehemann, der ihre Entscheidung gegen eine In-vitro-Fertilisation mitgetragen habe. Und sie berichtete von ihrem heutigen Lebensweg, „andere Formen der Fruchtbarkeit“ für sich zu entdecken. So betreue sie heute gemeinsam mit ihrem Mann 15 Patenkinder im Alter von drei bis vierzig Jahren.

Seit über zwei Jahrzehnten engagieren sich die katholische und die evangelische Kirche bundesweit in jedem Frühjahr mit der „Woche für das Leben“ für Wert und Würde des menschlichen Lebens und für seinen Schutz in allen Lebensphasen. In diesem Jahr findet die ökumenische „Woche für das Leben“ vom 29. April bis 6. Mai statt.

Veranstalter der offenen Podiumsdiskussion in Dresden waren die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen, die Sächsische Landesärztekammer, das Deutsche Hygiene-Museum Dresden, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens und das katholische Bistum Dresden-Meißen. Die Veranstaltung wurde durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz gefördert.

MB

Weitere Informationen: www.woche-fuer-das-leben.de



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