St. Josef ist endlich fertig!

Eindrücke von der Enthüllung des Emporenfrieses am 26. November

Enthüllung des Emporenfrieses
Ministranten hatten die ehrenvolle Aufgabe, nach und nach den Fries zu enthüllen.

Dresden, 27.11.2017: "Endlich ist die Kirche fertig!", hieß es gestern, am 26. November, in der Dresdner St.-Josef-Kirche (Rehefelder Str. 59). Nach der Liturgiereform im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils hatte sich die katholische Pfarrei in Dresden-Pieschen entschlossen, ihre Kirche nicht nur zu renovieren, sondern auch der erneuerten Liturgie anzupassen. Die staatlichen Stellen genehmigten dann im Jahr 1970 das Vorhaben - unter der Bedingung, keine Baukapazitäten und kein Material aus volkseigenen Betrieben nutzen zu dürfen. Also packten die Gemeindemitglieder selber an - und leisteten ehrenamtlich insgesamt etwa 30.000 Arbeitsstunden.

Fast 50 Jahre später wurde die Umgestaltung des Innenraumes, für die damals der Dresdner Künstler Friedrich Press (1904-1990) gewonnen worden war, nun vollendet: An die Brüstung der Empore wurde der von Press selber geplante Fries angebracht und in einem festlichen Gottesdienst am gestrigen Christkönigssonntag enthüllt. "Dieser Schlusspunkt ist zugleich ein Doppelpunkt", bemerkte Pfarrer Thaddäus Posielek und rief die Gemeinde dazu auf, "Botschafter der Gegenwart Gottes in der Welt" zu sein.

Noch verhüllt - der Emporenfries
Zu Beginn des Gottesdienstes war der Fries an der Emporenbrüstung noch verhüllt.

Festlicher Gottesdienst in St. Josef, Dresden-Pieschen
Der Altarraum stellt das Himmlische Jerusalem dar - in der Gestaltung von Friedrich Press.

Maria - schwanger









Diese Muttergottesdarstellung - die schwangere Maria - fertigte Friedrich Press selbst aus Lindenholz an.



von rechts nach links zu betrachten: Geburt Jesu und Flucht
Der Fries ist von rechts nach links zu "lesen" und beginnt mit der Darstellung der Geburt Jesu und der Flucht nach Ägypten (l.).

Sakramentskapelle mit Press-Kreuz












Das von Friedrich Press selbst gestaltete Kruzifix hängt schon lange in der Sakramentskapelle.


Ostern: Die Frauen am leeren Grab
Ostern: Die Frauen am leeren Grab

Der Gekreuzigte ist der Auferstandene
Beeindruckend: Über dem Ausgang / Mittelgang der Kirche hängt dieses Kreuz - mit seiner Botschaft, dass der Gekreuzigte der Auferstandene ist.

Segnung
Pfarrer Thaddäus Posielek segnete den Fries und die versammelte Gemeinde mit Weihwasser: "Den Fries hat die Gemeinde während des Gottesdienstes im Rücken: Christus stärkt uns den Rücken und führt uns. Seien wir gemeinsam auf dem Weg, Segen zu sein und Christus den Weg zu bereiten."

Konzelebranten
Die Zelebranten am Altar (v.l.): Pfarrer i.R. Peter Dluhosch, Dompfarrer Norbert Büchner, Pfarrer Thaddäus Posielek und Domdekan Klemens Ullmann.

Pfarrer Thaddäus Posielek und Helmut Nitsche
Nach dem Gottesdienst kam Helmut Nitsche zu Wort - er hatte in den 1970er Jahren die Umgestaltung geleitet, 2004 die Originalpläne des Frieses von Friedrich Press gefunden und sich für die Umsetzung der Pläne eingesetzt. Die Gemeinde dankte ihm mit langanhaltendem Applaus für sein Engagement.

Pfr. Thaddäus Posielek, Matthias Fischer, Helmut Nitsche
Matthias Fischer (M.), selber Mitglied der Pfarrei St. Josef: in seiner Werkstatt entstand der Fries - aus Lindenholz, ebenso wie die Marienstatue.

Das gesamte Projekt kostete etwa 100.000 Euro. Davon brachte die Gemeinde 47.000 Euro an Spenden auf, mit je 25.000 Euro beteiligten sich das Bistum Dresden-Meißen und das "Haus für moderne christliche Kunst" in München an der Realisierung. Der "Freundeskreis Emporenfries" in Dresden-Pieschen brachte nochmals 10.000 Euro an Einzelspenden zusammen.


Fotos + Text: Elisabeth Meuser



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