„erBLICKt das Licht der Welt“

Adventswochenende der Jugendseelsorge (16.-18.12.) und Verabschiedung von Ralph Kochinka (18.12.)

Programm-SäuleDippoldiswalde, 21.12.2016: Am vergangenen Wochenende, 16. bis 18. Dezember, war eine Menge los im Winfriedhaus – über 70 Jugendliche und Junge Erwachsene kamen zum Adventswochenende, welches von der Bistumsjugendseelsorge und der AKD organisiert und inhaltlich gestaltet wurde.
Viele blieben zur anschließenden Verabschiedung von Bistumsjugendseelsorger Ralph Kochinka am Sonntag.

Schon der erste Schritt ins Foyer durch einen Vorhang ermöglichte erste Lichtblicke für viele Teilnehmende – Ankommen und Advent spüren. Jeder konnte Plätzchen von der Decke hängen und seinen Namen in einer Kugel sehen, die er am Wochenende gestalten konnte und von anderen mit Überraschungen gefüllt wurden.

Mit Licht von grell blinkend bis später dezent warm wurden die Teilnehmenden des Adventswochenendes zum Thema „erBLICKt das Licht der Welt“ empfangen. Sie waren eingeladen, sich Zeit zu nehmen für das ruhige Licht des Adventskranzes – und Christus, das Licht, das zu Weihnachten in die Welt kommt, in den Blick zu nehmen.

Abendgebet
Beim Abendgebet am Freitag  (Foto: Martha Jaxy)

Voller Achtsamkeit erlebten die Teilnehmer den Samstagvormittag. In einem Workshop zum Thema erklärten Christian Großer, Achtsamkeitstrainer, und Luise Felsmann, Studentin der Bildungswissenschaften, mit Übungen sehr praxisnah, was es heißt, sich selbst und anderen gegenüber achtsam zu sein, und welche Auswirkungen dies auf unseren Alltag haben kann. Ein Wasserglas zu halten klingt nach keiner schwierigen Aufgabe – wenn man es nicht fünf Minuten lang mit ausgestrecktem Arm halten soll, während jemand etwas erklärt. Die belastenden Dinge im Leben auch mal abstellen zu können und sie danach wieder gestärkt weiterzutragen, das lässt uns viel ausdauernder werden. Bistumsjugendreferentin Christina Händler berichtet dankbar: „Ich bin begeistert über die Bereitschaft der jungen Menschen, so weite und tiefe Perspektiven einzuüben – sich zu sehen, den anderen und Gott.“  

Aus der Tiefe sich erheben
Aus der Tiefe sich erheben - Energie spüren   (Foto: Martha Jaxy)

Der Nachmittag stand unter dem Stichwort „Durchblick“. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen konnten aus einem bunten Workshop-Angebot wählen: „Partnerschaft und Ehe aus Sicht der katholischen Kirche“, „Christsein und Politik“, „handelnde Personen und Figuren der Weihnachtsgeschichte“ als auch „Papstworte zum Advent“ und „Gott in Alltagsentscheidungen“. In einem gemeinsamen Austausch konnten die Erfahrungen aus dem Workshop anschließend reflektiert und geteilt werden.  

Vielen bereitete der Nachmittag beim Basteln, Schnitzen, Sägen oder Pralinen-Herstellen große Freude. „Diese besondere Ruhe, die gesammelte, dichte Atmosphäre trotz so vieler Menschen habe ich sehr genossen“, schwärmt Klara Otto, FSJlerin in der Bistumsjugendseelsorge.

Basteln
(Foto: Martha Jaxy)

Der Samstag mündete in einem Programm aus Adventsliedern und -spielen, begleitet von einer live-Band und gemütlichem Beisammensein bei Punsch und Keksen. Von satirisch bis emotional – im Rahmen eines Poetry Slams (Dichtwettstreit) zum Thema „Wünsch dir was – Friede, Freude, Eierkuchen“ ließen die Teilnehmer ihrer Kreativität mit selbst geschriebenen lyrischen Beiträgen oder Liedern bei mitunter spontanen Einlagen freien Lauf.

einer von vielen kreativen Vorträgen
Einer von vielen kreativen Vorträgen   (Foto: Martha Jaxy)

Der Beitrag von Luise Felsmann, die derzeit in der Jugendseelsorge ein Praktikum absolviert, weckt viel Vorfreude und Hoffnung:

„Ich glaub, ich bin Träumer“

Ich glaub, ich bin ein Träumer.

Ich brauch die Augen nicht zu schließen, um das Leben zu genießen.
Ich höre, was nicht ausgesprochen und sehe, was noch nicht erkannt.

Wenn ich träume, dann bleibt die Welt ein kleines bisschen stehen.
Sie bewegt sich nicht und dreht sich dennoch weiter.
Als würde ich verstehen, was sie im Innern fest zusammenhält.
Dann höre ich das Säuseln des Windes, das Lächeln des Kindes und das Rauschen der Meere –
als ob jedes von ihnen ganz entlegen wäre.

Ich glaub, ich bin ein Träumer, der sieht, was schon dagewesen und der doch Neues erbaut.
Der, mit voller Leidenschaft, ganz neue Bilder erschafft.
Bilder, die davon erzählen, dass die Menschen sich einander sehen;
sich friedlich an den Händen nehmen und den Weg gemeinsam gehen.
Denn alles, was sie jetzt entzweit und im Bösen auseinander treibt – Hört auf!

Hört auf mit Zorn und bösen Gedanken –
setzt euch nicht gegenseitige Schranken, die euch ins Fallen und Wanken, Streiten und Ringen –
die euch auseinanderbringen.
Ich träume davon, dass die Menschen verstehen, dass es Größeres, Besseres, Schöneres gibt,
als die eigene Macht,
nur auf den eigenen Vorteil bedacht,
den eigens gemachten Hass,
das Durchsetzen blinder Ideen,
sodass keiner mehr lacht.
Es geht nicht darum, sich den Platz an der Sonne zu buchen oder nur zu suchen,
was einem selber grad passt.

Es geht doch um so viel mehr:
Einander zu achten, den Blick auszurichten und dort Frieden herzurichten,
wo das Bild irgendwie schief,
aus Streit nichts mehr lief
und der Graben scheinbar unüberwindbar tief.
Dort sollten wir beginnen, den eigenen Grenzen und Ängsten zu entrinnen.

Ich glaub, ich bin ein Träumer, ein Bote, ein Weiterdenker, ein Bildermaler und Friedensschenker.

Ich glaube, wir alle sind Träumer und Kinder des Lichts und nichts
soll uns trennen von dem, der Frieden ist.

Ich glaub, ich bin ein Träumer.
Ich brauch die Augen nicht zu schließen, um das Leben zu genießen.

Lasst uns also hinausbringen das Friedenslicht –
hinaustragen eine freundliche, friedliche, freudige Sicht.
Woher wir es nehmen? Es ist in dir und in mir.
Nicht irgendwo. Nicht irgendwann.
Fangen wir jetzt damit an. Du. Ich. Genau hier.


In eigenen Gebeten der Teilnehmenden wurde die Bitte um Frieden besonders in den Blick genommen und vor Gott gebracht. Die Bitte um den inneren und äußeren Frieden wurde durch 140 Kerzen, die das Wort FRIEDEN bildeten, symbolisiert.

Frieden
(Foto: Martha Jaxy)

Alle neuen Impulse, Gedanken und der hoffnungsvolle Blick auf Weihnachten mündeten in den Abschlussgottesdienst am vierten Advent, mit verschiedenen Elementen, die zuvor von allen vorbereitet worden waren.

Im Anschluss fand die Verabschiedung des Bistumsjugendseelsorgers Ralph Kochinka statt. Der Nachmittag und Abend war geprägt von emotionalen Höhepunkten – angefangen von einem Auftritt des Chores der WeihnachtsSingeWoche (WeiSiWo) mit den besten Liedern der vergangenen Jahre bis hin zu einer Sonderedition des alljährlich zum Osterkurs stattfindenden „Wirt“ (Neuinterpretation der Rolle des Wirtes in der Bibel als Theaterstück). In einer Versteigerung von Gegenständen aus dem Winfriedhaus oder Ralph Kochinkas Amtszeit wurden jede Menge Anekdoten hervorgeholt, und viele der 130 Gäste boten mit Begeisterung mit.

Vesper mit Bischof Heinrich Timmerevers
Vesper am Sonntag zur Verabschiedung von Ralph Kochinka - mit Bischof Heinrich Timmerevers  (Foto: Martha Jaxy)

WeiSiWo-Hits
WeiSiWo-Hits  (Foto: Laurenz Grieger)

"Danke, Ralph"
"Danke, Ralph", hieß es am Sonntagnachmittag.  (Foto: Martha Jaxy)

persönlicher Dank
Zum persönlichen Danke-Sagen musste man anstehen.  (Foto: Laurenz Grieger)

Pfarrer Ralph Kochinka
Zum Schluss war Pfarrer Ralph Kochinka reich dekoriert mit Buttons voller guter Wünsche.  (Foto: Christina Händler)


Ein weiterer Abschied steht bevor: Bistumsjugendreferent Benno Kretschmer-Stöhr wird das Team der Jugendseelsorge Ende Januar 2017 verlassen. Wer ihn in Aktion erleben möchte, kann dies zur WeihnachtsSingeWoche vom 27. bis 31. Dezember in Altenburg tun.
Wir danken beiden von Herzen für ihren langjährigen Einsatz und die prägende Zeit für die Jugend des Bistums.

Christina Händler / Klara Otto



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