Die Kunst der Seelsorge

Treffen der Krankenhausseelsorger/innen ostdeutscher Diözesen am 27. September

Konferenz der Krankenhausseelsorger(innen) in Halle

Halle, 04.10.2017: 55 Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger der (Erz-)Diözesen Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg trafen sich am 27. September zu einer Konferenz im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft standen der persönliche und fachliche Austausch und damit die Vernetzung der Priester, Diakone, Gemeindereferent(inn)en, Ordensleute und weiterer Theolog(inn)en, die diesen wichtigen Seelsorgedienst in den ostdeutschen Bistümern ausüben. Prof. Dr. Anne SteinmeierProf. Dr. Anne Steinmeier, Lehrstuhlinhaberin für Praktische Theologie in Halle, führte zunächst mit vielfältigen Impulsen in die Kunst der Seelsorge ein. Da empirisch vor allem im ostdeutschen Raum von einem weitreichenden Abbruch christlicher Tradition und religiöser Sozialisierung in der Gesellschaft auszugehen ist, kommt es hier nach Prof. Steinmeier umso mehr darauf an, die existentiellen Zwischenräume zu begehen. Seelsorger(innen) sprechen mit Bildern, Symbolen und Gesten elementare Lebenskräfte an. Die seelsorgliche Begegnung, die sich dem einzelnen und seinem Erleben zuwendet, kann so selbst zu einem „Bildnis des Lebens“ werden, behutsam emotionale Erstarrungen und kognitive Festlegungen lösen, spirituelle Erfahrungsräume öffnen. Durch den Austausch in Tischgruppen und die Einladung, konkrete Praxissituationen zu schildern, nahm die engagiert vortragende Referentin die Teilnehmer(innen) gut mit auf den Weg, Seelsorge in einem weiten und offenen Sinne als gestalterischen Prozess zu verstehen.

In einem zweiten Teil des Treffens tauschten sich die beteiligten Seelsorger(innen) über konkrete Fachfragen in ihren jeweiligen Diözesen und Krankenhäusern aus. Dabei ging es etwa um Fragen der ethischen Beratung und Weiterbildung, um die Zusammenarbeit mit den klinischen Behandlungsteams, um die Rolle im pastoralen Veränderungsprozess oder auch um Anliegen wie den Datenschutz. Am Ende gab es einen breiten Konsens, ein solches Vernetzungstreffen in gewissen Abständen zu wiederholen.

Text und Fotos: Matthias Mader



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