Nachhaltigkeit stiften – über das eigene Leben hinaus

Katholische Studentengemeinde Dresden errichtet Treuhandstiftung

2015 feierte die KSG-Dresden ihr 90-jähriges Bestehen.
2015 feierte die KSG-Dresden ihr 90-jähriges Bestehen. (Foto: KSG Dresden)

Dresden, 12.07.2017: Die Katholische Studentengemeinde Dresden (KSG) hat es geschafft: Am vergangenen Sonntag, 9. Juli, wurde in der feierlichen Messe zum Patronatsfest in St. Petrus, Dresden-Strehlen, die Errichtung der Treuhandstiftung „KSG Dresden – Dr. Ludwig Baum“ bekanntgegeben.

Der ehemalige Vorsitzende des Fördervereins KSG Dresden e.V., Dr. Christoph Trumpp, stellte die neue Stiftung am Ende des festlichen und beschwingten Gottesdienstes vor. Bereits seit Dezember 2013 existiert der „Stiftungsfonds Katholische Studentengemeinde Dresden – Dr. Ludwig Baum“, welcher nun in eine Treuhandstiftung umgewandelt wurde. Damit ist die KSG Dresden derzeit deutschlandweit die einzige Studentengemeinde, die durch eine eigene Stiftung finanziell gefördert wird. Das Kapital der Treuhandstiftung haben über hundert Stifter im Alter von 25 bis 85 Jahren zusammengetragen. Jeder Stifter bleibt so auch über das eigene Leben hinaus Teil dieser jungen dynamischen Gemeinde. Da die Stiftung der KSG Dresden nicht durch einen einzigen Großstifter erfolgte, sieht die KSG ihre Stiftung als ein Gemeinschaftsprojekt, welches neue Wege der Finanzierung auf kirchlicher Ebene zeigt. Dadurch wird deutlich, dass „Gemeinde“ in Zukunft durchaus auch anders funktionieren kann. Möglich wurde die Errichtung der Treuhandstiftung durch die Zusammenarbeit mit dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken, das als Treuhänder fungieren wird.

Die seit 1925 mit Unterbrechungen bestehende Studentenseelsorge wurde durch Pfarrer Dr. Ludwig Baum gegründet und umfasst derzeit ca. 120 aktive Mitglieder. Vor allem die Ehemaligen, die in den schwierigen Jahren der DDR ihren Glauben lebten, fühlen sich heute der KSG besonders verbunden. Aber auch langjährige Freundschaften hatten in der KSG ihren Ursprung, und viele Partnerschaften sind hier entstanden. Nicht wenige der vielen Studentengenerationen sagen noch heute, dass sie die Zeit in der KSG nachhaltig in ihrem Denken und Handeln geprägt hat. Sie möchten deshalb den derzeit aktiven Studenten und den kommenden Generationen gern etwas von dieser reichen Erfahrung zurückgeben. Vor allem die ehemaligen Studenten unter Gründerpfarrer Dr. Ludwig Baum treffen sich noch heute regelmäßig an wechselnden Orten in ganz Deutschland. So war es auch ihre Idee, die KSG Dresden durch eine Stiftung langfristig und beständig finanziell zu unterstützen. Schon seit Jahrzehnten ist es fast Tradition, dass ehemalige KSGler ihr „erstes Gehalt“ der Studentengemeinde spenden. Durch den Förderverein, der weiterhin besteht, und die neue Treuhandstiftung soll die Finanzierung der KSG gemeinsam mit dem Bistum auf lange Zeit gesichert werden.

In der KSG kommen viele verschiedenen Fachrichtungen zusammen, da treffen Mediziner auf Bauingenieure, es wird zusammen gelacht, gekocht, sich ausgetauscht. Die KSG wird getragen vom Miteinander und dem Engagement eines jeden Einzelnen und bietet Raum, sich selbst zu entfalten und einzubringen, anstatt nur zu konsumieren. Die neue Treuhandstiftung will neben Anschaffungen sowie der Unterstützung von Projekten auch das Begegnungshaus „St. Pauli“ in Struppen fördern. Dieser Rückzugsort in der Sächsischen Schweiz hat für die KSGler eine große Bedeutung. Das Haus wird durch die Studenten selbst unterhalten und gepflegt. Erträge der Stiftung sollen ebenso in die Sozial- und Begegnungsfahrten fließen, die Jesuitenpater Michael Beschorner, seit 2011 Studentenseelsorger der KSG Dresden, in jedem KSG-Sommer organisiert: In zwei Wochen arbeiten die Studenten in einem sozialen Projekt. So wurden beispielsweise 2015 in einem Jugendbegegnungshaus im bosnischen Tuzla Räume renoviert. Der zweite Teil der Reise dient dem Urlaub und dem Kennenlernen von Land und Leuten. Die Strahlkraft der KSG Dresden zeigt neue Alternativen auf, wie Gemeinschaft und Gemeinde in Zukunft funktionieren kann. Dabei geht es nicht um die Bildung einer elitären Gemeinschaft, sondern vielmehr um die Weitung und Öffnung zu allen Studenten hin. Das bedeutet beständige Veränderung und das Hinterfragen des eigenen Weges für einen jeden Einzelnen, wie es das Thema des Patronatsfestes „Damit sie eins sind“ gemeint hat.

Paulin Krause




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