Hermsdorf in Thüringen feiert mit Festkonzert vierzigjähriges Bestehen seines Ökumenischen Chores

Am Sonnabend, 26. Mai, 19.30 Uhr in der St.-Salvator-Kirche in Hermsdorf/Thüringen

Gelungene Stab-Übergabe 2006: Auftakt zu einem Konzert unter der erstmaligen Leitung von Kantor Every Zabel. Fotos: Ludwig Krafczyk

Gelungene Stab-Übergabe 2006: Auftakt zu einem Konzert unter der erstmaligen Leitung von Kantor Every Zabel. Fotos: Ludwig Krafczyk

Hermsdorf in Thüringen, 17.05.2018: Am Sonnabend, 26. Mai, wird um 19.30 Uhr in der altehrwürdigen St.-Salvator-Kirche in Hermsdorf/Thür. ein Bogen geschlagen über vier Jahrzehnte des Ökumenischen Chores Hermsdorf. Ein Konzertabend in der mittlerweile etablierten Reihe „Altes trifft auf Neues“ ist ganz diesem Jubiläum gewidmet und erzeugt eine Reflexion vom Leistungsspektrum des Chores und seiner Sängerinnen und Sänger: das „Halleluja“ und ein Teil vom Dettinger "Te Deum" von Händel und das „Gloria“ von Vivaldi stehen für das „Alte“ – das „Neue“ wird in der „THE ARMED MAN – Eine Messe für den Frieden“ von Karl Jenkins (*1944) verkörpert. Diese Messe wurde erstmals in der Royal Albert Hall in London im April 2000 aufgeführt und ist den Opfern des Kosovo-Krieges (1998-1999) gewidmet. „Frieden ist besser als der Krieg“ so eine Textzeile und Grundtenor dieses Werkes, und ganz bestimmt ein wünschenswertes Ziel bis in unsere Gegenwart. Unter der Leitung von Kantor Every Zabel wollen Solisten - begleitet vom Reußischen Kammerorchester Gera - sowie der Ökumenische Chor Nachdenken, Besinnung und Berührtheit hervorrufen.

Der Ökumenische Chor Hermsdorf – er ist ein stimmlicher Klangkörper über die Jahrzehnte hinweg, der nur eines als Ziel hatte und hat: den Lobpreis Gottes. Hervorgegangen ist er aus dem Ev.-Luth. Kirchenchor der St.-Salvator-Kirchgemeinde (ca. 35 Stimmen), geleitet von Hubertus Merker, und dem Chor der Katholischen Pfarrgemeinde St.-Josef (ca. 15 Stimmen), geleitet seit 1974 von Annelies Merker. Diese beiden Chöre fusionierten 1978 als „Ökumenischer Chor Hermsdorf“. Es war damals zweifellos eine Neuheit in der Chorlandschaft Mitteldeutschlands. Der Chor trägt seither bewusst diesen Namen und lebt die Ökumene. Evangelische und katholische Christen gestalten Gottesdienste in beiden Gemeinden zu unterschiedlichen Anlässen und Festtagen, Konzerte und viele, viele Chorstunden. Das Ensemble ist damit Vielen zu einer wohltuenden Gemeinschaft geworden.

Vierzig Jahre Ökumenischer Chor, aber nur zwei Chorleiter

„Wer zählt die Sägerinnen, Sänger, nennt die Namen, die da oft zusammen kamen?“ In Abwandlung des Zitates eines Schiller-Werkes sei an die vielen Solisten, Instrumentalisten, Chormitglieder und andere Akteure im Hintergrund erinnert, die im gemeinsamen Lobpreis, Dank und Bitten immer wieder die Herzen der Zuhörer erreichten, sei es in den Gottesdiensten oder zu den Konzerten, vornehmlich in den alljährlichen Musikalischen Wochen im Advent. Mit vielen Werken namhafter Komponisten verschenkte sich der Chor in den Dienst der Verkündigung und erhielt gleichsam das Geschenk des Verstandenwerdens immer wieder mit Beifall zurück. Ein Werk sei an dieser Stelle besonders genannt: das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach, das wie kein anderes so oft zu Gehör gebracht wurde. Das „Jauchzet, frohlocket“ des fulminanten Auftaktes ist wohl auch als Aufforderung gegen vielerlei Misstöne im Miteinander in der Kirche, der Gesellschaft und zwischenmenschlichen Beziehungen zu deuten. „Auf preiset die Tage!“ heißt es weiter – eine klare Ansage auch in unserer Zeit und für die Zukunft. Und das wünscht sich der Ökumenische Chor für die Zukunft: Dass er selbst und auch die vielen Chöre des Bistums Bestand haben; dass sich immer wieder Sängerinnen und Sänger zur kirchenmusikalischen Verkündigung zusammenfinden; und dass Kantorenstellen nicht Sparzwängen unterworfen werden und die Musik und der Gesang gar verstummen.

Ganz in die Harmonien versunken: Kirchenmusikdirektor Hubertus Merker beim „Air“ von Bach zu seinem Abschiedskonzert 2006.

Ganz in die Harmonien versunken: Kirchenmusikdirektor Hubertus Merker beim „Air“ von Bach zu seinem Abschiedskonzert 2006.

Vieles könnte aus der Geschichte des Chores genannt werden. Episoden, Namen, Choreinsätze, Partnerschaften. Wo der Anfang, wo das Ende? So soll wenigstens an Kirchenmusikdirektor Hubertus Merker (+2010) erinnert werden. Er baute den Chor auf und leitete ihn 28 Jahre lang bis zu seinem Ruhestand 2006. Dann übergab er diese Aufgabe seinem jungen Nachfolger im Amt Every Zabel - damals 26 Jahre alt. Er führt das Erbe seither erfolgreich mit großem Engagement weiter. Das Jubiläumskonzert am 26. Mai 2018 soll das wiederum beweisen.

„Du bist der Ehrenkönig, o Christ“ als Teil des Konzertes schlägt einen Bogen zum Dettinger Te Deum, dem ersten gemeinsamen Konzert beider Chöre als von da an „Ökumenischer Chor Hermsdorf“.

Text / Fotos: Ludwig Krafczyk, Pfarrei St. Josef, Hermsdorf/Thür.



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