Das Wappen von Bischof Heinrich Timmerevers, 50. Bischof des Bistums Dresden-Meißen

Wappen Bischof Heinrich Timmerevers


Blasonierung des Wappenschildes:

Geviert, (1) in Rot das silberne Gotteslamm mit goldenem Nimbus, das mit seinem rechten Vorderfuß die silberne Osterfahne mit goldenem Kreuz an goldener Kreuzstange schultert, (2) in Blau drei 1:2 gestellte goldene Kugeln, (3) in Blau ein rotes Kreuz, (4) in Rot gekreuzt ein silberner schräglinks gestellter Schlüssel, mit nach oben gewendetem, kreuzförmig ausgeschnittenem Bart und Dreipassgriff, und darauf ein silberner schrägrechts gestellter Fisch.

Deutung des Wappens:

Das Wappen verweist auf die Herkunft von Bischof Timmerevers und sein neues Dienstamt im Bistum Dresden-Meißen.

(1) Das Gotteslamm mit der Osterfahne stammt aus dem Wappen des heutigen Bistums Dresden-Meißen und nimmt Bezug auf das historische Hochstift Meißen. Es steht überdies für das österliche Geheimnis von Tod und Auferstehung Jesu Christi, den Kern christlichen Glaubens.

(2) Die drei goldenen Kugeln verweisen auf den Geburtsort des Bischofs, Nikolausdorf (Ortsteil von Garrel im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen). Der heilige Nikolaus wird in der Ikonographie u.a. mit drei goldenen Kugeln dargestellt. Sie erinnern an eine heimliche Spende, die der Bischof als Mitgift machte, um den drei Töchtern eines verarmten Mannes so die Heirat zu ermöglichen. Sie stehen damit für die Sorge um die Armen bzw. den caritativen Dienst der Kirche, für den der Bischof Sorge zu tragen hat.

(3) Das rote Kreuz auf blauem Grund war ab 1871 die Flagge des Großherzogtums Oldenburg. Das Oldenburger Land ist die Heimat von Bischof Timmerevers. Hier wirkte er 2001 bis 2016 im Amt des Offizials.
Rot ist die Farbe des Blutes und die liturgische Farbe des Märtyrergedenkens. Blau ist die Farbe des Himmels. Aufgabe des Bischofs ist es, den Glauben mutig zu bezeugen und die Hoffnung auf das ewige Leben in der himmlischen Herrlichkeit unter den Gläubigen lebendig zu erhalten.

(4) Fisch und Schlüssel stehen ikonographisch für den heiligen Bischof Benno von Meißen, den Bistumspatron von Dresden-Meißen. Sie erinnern an das Fischwunder, bei dem der aus der Verbannung heimkehrende Bischof beim Verspeisen eines Fisches in dessen Inneren den Domschlüssel fand. Diesen hatte er zuvor, bei seiner Vertreibung, in die Elbe geworfen, um dem Gegenbischof den Zutritt zum Dom zu erschweren.
Bischof Heinrich Timmerevers ist der 50. Nachfolger des heiligen Benno. Der Fisch, griechisch „Ichthys“, ist überdies ein uraltes christliches Zeichen, denn die Buchstaben des griechischen Wortes für Fisch ἰχθύς (ichthys) wurden als kurzgefasstes Glaubensbekenntnis gedeutet: Jesus Christus Gottes Sohn Erlöser. Der Schlüssel ist ein Vollmachtssymbol. Er erinnert an das Wort Jesu an Petrus: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ (Mt 16,19) An dieser Vollmacht, die auf die Nachfolger des Apostels Petrus, die Päpste, übergegangen ist, hat ein Bischof seinem Amt gemäß Anteil.  

Der Kreuzstab hinter dem Wappen ist Teil des Wappens eines Bischofs. Hier ist das Kreuz in Form einer historischen Kreuzfibel ausgestaltet. Als archäologische Funde sind diese Kreuzfibeln Zeugen der Christianisierung in deutschen Landen.

Der grüne Wappenhut (Galero) mit den zweimal sechs Quasten (Fiocchi) kennzeichnen den Inhaber des Wappens nach kirchlicher Heraldik als Bischof. Er wird nicht mehr getragen.

„Suchet wo Christus ist“, auf dem Schriftband unter dem Wappen, ist der Wahlspruch von Bischof Timmerevers seit seiner Bischofsweihe im Jahre 2001. Es stammt aus dem neutestamentlichen Kolosserbrief, wo es heißt: „Suchet, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes!“ (Kol 3,1)



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