Wichtige Begriffe, die im Erkundungsprozess verwendet werden

Verantwortungsgemeinschaften

Ein pastoraler Raum, in der Regel bestehend aus mehreren Pfarreien (die Ausnahme bilden mehrere zentrale Stadtpfarreien, die jeweils eine eigene Verantwortungsgemeinschaft bilden). Durch bischöfliches Dekret werden sie zu einem Verbund unterhalb der Dekanatsebene zusammengefügt, bleiben aber als Pfarreien rechtlich selbständig. Zusammen mit den anderen kirchlichen Orten sind sie verantwortlich für das kirchliche Leben in der Region, indem sie sich untereinander vernetzen und vielfältige Kooperationsbeziehungen aufnehmen. Im Laufe des Erkundungsprozesses werden sie gemeinsame pastorale Zielsetzungen formulieren und umsetzen. Ein benannter Leiter der Verantwortungsgemeinschaft (d. h. einer der beteiligten Pfarrer) hat die Aufgabe, die Zusammenarbeit moderierend zu fördern und auf die Umsetzung dieser Ziele zu achten.

 

Bischöfliches Dekret

Die Verantwortungsgemeinschaften bekommen eine auch kirchenrechtlich abgestützte Verbindlichkeit und werden mit einem bischöflichen Dekret mit Wirkung zum 01.01.2015 bzw. 01.03.2015 (Region Dresden) konstituiert. Grundlage ist der Kanon 374 §2 des katholischen Kirchenrechts. Demnach können, „um die Seelsorge durch gemeinsames Handeln zu fördern (…) benachbarte Pfarreien zu besonderen Zusammenschlüssen (…) vereinigt werden.“ Im Dekret vom 17.12.2014 (siehe Kirchliches Amtsblatt) heißt es dazu: „Die Verbindung zur Verantwortungsgemeinschaft berührt die rechtliche Selbständigkeit der betroffenen Pfarreien nicht, bildet aber den Rahmen, in dem sich ggf. eine territoriale Neugliederung vollziehen wird.“

 

Leiter der Verantwortungsgemeinschaft

Nach Rücksprache mit den betreffenden Priestern wird einer der beteiligten Pfarrer von der Bistumsleitung als Leiter der Verantwortungsgemeinschaft benannt. Ihm kommt damit die Aufgabe eines Koordinators zu, der den Gesprächsprozess aktiv befördern und die Umsetzung der pastoralen Zielsetzungen im Blick behalten soll. Er leitet die Steuerungsgruppe und arbeitet mit dem Prozessberater zusammen. Mit ihm sind alle Pfarrer und auch die anderen Hauptamtlichen zu einer konstruktiven Mitarbeit im Erkundungsprozess verpflichtet.

 

Kirchliche Orte

Das kirchliche Leben in den pastoralen Räumen des Bistums ist vielfältig. Neben den Pfarreien gibt es die Einrichtungen in katholischer Trägerschaft (Kindertagesstätten, Schulen, Krankenhäuser, Altenpflegeheime, Sozialstationen, Beratungsdienste etc.). Ordensgemeinschaften, geistliche Bewegungen und Verbände wie KFD und Kolping sind weitere Orte und Ausdrucksformen kirchlichen Handelns. „Kirchliche Orte“ im hier gemeinten Sinne sind aber auch Initiativen, die vielleicht nur projekthaft und zeitlich befristet durchgeführt werden, wie z. B. das Wohnungslosennachtcafé in manchen Pfarreien oder die „Exerzitien im Alltag“ als Angebot der Glaubensvertiefung. Das können auch Dienste in ökumenischer Trägerschaft sein wie etwa Hospizdienste, Pilgergruppen etc.

Foto: © corbisrffancy/Fotolia

Prozessberater/in

Der Erkundungsprozess in unserem Bistum wird von der Hauptabteilung Pastoral und Verkündigung im Bischöflichen Ordinariat im Auftrag des Bischofs moderiert und konzeptionell unterstützt. Unter Leitung der Hauptabteilungsleiterin Elisabeth Neuhaus sind vier Mitarbeiter/innen mit unterschiedlichem Stellenumfang für den Erkundungsprozess im Einsatz: Dr. Christian März, Matthias Mader, Sr. Brigitte Wahl (außerdem zuständig für die Berufungspastoral) und Andreas Groß (Tätigkeitsschwerpunkt als Fachreferent für die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen). Sie sind den einzelnen Verantwortungsgemeinschaften als verlässliche Ansprechpartner zugeordnet und wurden ihnen in einem Anschreiben Ende 2014 benannt.

 

Steuerungsgruppe

Nach dem ersten Gesamttreffen („Auftakttreffen“) wird eine Steuerungsgruppe eingerichtet, die sich aus dem Leiter der Verantwortungsgemeinschaft und mehreren Vertreter/innen kirchlicher Orte zusammensetzt. Sie hat die Aufgabe, gemeinsam mit dem Prozessberater die weiteren Gesamttreffen vorzubereiten. Vorschläge zu inhaltlichen Fragen und Aktivitäten werden den jeweiligen Ortspfarrern und Pfarrgemeinderäten zugeleitet, aber auch den Gremien den anderen kirchlichen Orte. Die Steuerungsgruppe übernimmt also nur eine Beratungs- und Koordinierungsfunktion für den Gesprächsprozess im Gesamtraum; sie ersetzt nicht die regulären Gremien wie Pfarrgemeinderat etc., die auch weiterhin den Vorrang in der Klärung pastoraler Fragen und Anliegen haben.

Foto: © OlegDoroshin/Fotolia

Gesamttreffen

Vertreter/innen aller kirchlichen Orte einer Verantwortungsgemeinschaft kommen etwa alle drei bis vier Monate zu einer Plenarversammlung zusammen, um sich (so vor allem im Auftakttreffen) kennenzulernen, sich (in den weiteren Treffen) miteinander über das eigene Kirche-sein in der Region zu verständigen und Formen der Kooperation zu beraten. Dabei soll es nicht nur um „technische“ Absprachen gehen, sondern um ein gemeinsames Hören auf Gottes Wort und seinen Auftrag an uns hier und heute.

Foto: © Africa Studio/Fotolia

Moderatoren/innen

Zum Auftakt des Erkundungsprozesses wurden Frauen und Männer aus unserem Bistum in zwei Kursen zu Moderatoren/innen geschult. Sie haben die Aufgabe, die Gesamttreffen zu moderieren, da es sich als sinnvoll erwiesen hat, wenn diese Rolle nicht aus den eigenen Reihen, sondern von externen Begleitern übernommen wird. Sie arbeiten eng mit dem Prozessberater zusammen, der wiederum den Kontakt zur Steuerungsgruppe unterhält und die Moderatoren/innen auf ihren Einsatz vorbereitet.

Foto: © mankale/Fotolia



RSS-Feed | Newsletter | Impressum | Datenschutz