Ehe und Familie heute – pastorale Herausforderungen und gelebte Wirklichkeit

Ergebnisse der Umfrage im Bistum Dresden-Meißen

Dresden, 19.12.2013 (KPI): Papst Franziskus will die Kirchenbasis in die Vorbereitung der nächsten Bischofssynode einbeziehen, die im Oktober 2014 zum Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“ stattfinden soll. Dazu wurde an alle Bistümer weltweit ein Fragenkatalog versandt. Bischof Dr. Heiner Koch leitete ihn an alle Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen des Bistums Dresden-Meißen mit der Einladung weiter, die Fragen möglichst breit zu diskutieren und die eigene Meinung dazu zu äußern.

Eine Arbeitsgruppe der Abteilung Pastoral hat diese Antworten zum Themenbereich "Ehe, Familie und Sexualität" gesichtet: Trotz der kurzen Frist haben 80 Einzelpersonen, Seelsorger/innen, Gruppen, Kreise und Gremien (Familienkreise, Pfarrgemeinderäte, Teilnehmer von Gemeindeabenden, Geistliche Gemeinschaften), pädagogische Einrichtungen (Kinderhäuser, Kindergärten, kirchliche Schulen) sowie Vertreter weiterer Institutionen (Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen, Caritas) dem Bistum eine schriftliche Rückmeldung zugeschickt. Aus diesen Briefen gehe hervor, dass sich viele darüber freuten, dass die Kirchenbasis im Vorfeld der Synode zu ihrer Meinung befragt wird. Am meisten Interesse weckte der Themenblock zur "Pastoral für Gläubige in schwierigen Ehesituationen".

In den Antworten wurde deutlich, dass das Zusammenleben junger Paare vor der Eheschließung auch bei kirchlich sehr engagierten Katholiken des Bistums eine weit verbreitete Praxis ist.

Viele verstehen auch die Haltung der Kirche in Bezug auf die wiederverheirateten Geschiedenen nicht, insbesondere ihren Ausschluss vom Empfang der Kommunion. Sie wünschen sich, dass die Kirche der Realität ins Auge sieht, dass Ehen trotz allen redlichen Bemühens auseinanderbrechen können und dass den Betroffenen Wege der Versöhnung und des Neuanfangs ermöglicht werden. Barmherzigkeit und Nächstenliebe sollten Vorrang vor dem Kirchenrecht haben, mahnten sie an.

In Bezug auf die Sexualmoral der Kirche wünschen sich viele, dass nicht Verbote im Vordergrund stehen, sondern die Sensibilisierung auf Werte wie Verbindlichkeit, Treue und Ehrlichkeit.

Den ausführlichen Bericht der Arbeitsgruppe gibt es hier zum Herunterladen.

meu / mtb



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