Pfarrei Zeulenroda setzt Zeichen für Menschen auf der Flucht

Krippe in der Pfarrei Zeulenroda
Die Krippe in der katholischen Kirche Heilige Familie, Zeulenroda.

In der gegenwärtigen Auseinandersetzung um die Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern bezieht die katholische Pfarrei "Heilige Familie" in Zeulenroda Stellung, indem sie sich unter anderem am Runden Tisch der Stadt beteiligt und Asylsuchenden Gastfreundschaft gewähren will.


"Auch in der kleinen Doppelstadt Zeulenroda-Triebes in Ostthüringen ist seit einigen Monaten die Unterbringung von Asylbewerbern ein Thema. Einige Menschen sind verunsichert und fragen sich: Was kommt da auf uns zu? Andere nutzen diese Verunsicherung aus, indem sie Gerüchte verbreiten und falsche Ängste schüren.

Die Gemeinde „Heilige Familie“ in Zeulenroda will Zeichen setzen. In der Pfarrkirche an der Krippe hängt ein Schild mit der Aufschrift: Auch Jesus war Flüchtling! Das Thema Asylbewerber war auch im Krippenspiel am 2. Weihnachtsfeiertag fest verankert.

Für uns Christen ist es ganz selbstverständlich, Menschen in Not zu helfen, Flüchtlingen beizustehen. Aber genauso gehört für die Gemeinde dazu, mit den Menschen vor Ort immer wieder ins Gespräch zu kommen und falsche Ängste zu entkräften, Mut zu machen, den bis jetzt Fremden zu begegnen und sie kennenzulernen.

Die Gemeinde ist am Runden Tisch der Stadt vertreten, der an einer gemeinsamen Willkommenskultur für die bald in größerer Zahl eintreffenden Asylbewerber arbeitet und gleichzeitig die Befürchtungen einiger Bewohner ernst nimmt und versucht, mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen.

Als die Gemeinde „Heilige Familie“ im Jahre 1953 gegründet wurde, war die überwiegende Zahl der Gemeindemitglieder Flüchtlinge, Vertriebene aus Schlesien, dem Sudetenland und Ostpreußen, die hier eine neue Heimat fanden. Viele Ältere erinnern sich noch daran, wie schwer es in der ersten Zeit war, Fuß zu fassen.

Wir als Gemeinde sind bemüht, den Asylsuchenden ein Zuhause zu geben, auch wenn es für einige von ihnen nur eine Heimat auf Zeit sein wird. Wir beten für ein gutes Mit- und Füreinander hier in Zeulenroda und in allen deutschen Städten."

Evelyn Reuter





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