Fragen nach Sinn des Lebens grundlegend für schulische Bildung

Bischof Koch betont auf Bennoempfang Wert des schulischen Religionsunterrichts

Bischof Dr. Heiner KochDresden, 25.06.2014 (KPI): In seiner Ansprache zum traditionellen Benno-Empfang des Bistums hat der Dresdner Bischof Heiner Koch am Mittwochabend, 25. Juni, den Wert des schulischen Religionsunterrichts betont. “Zu einer Schule, die der Bildung des Menschen wirklich und umfassend dient, gehört wesentlich der Religionsunterricht”, sagte Heiner Koch. Fragen nach Sinn und Ziel des Lebens seien für Persönlichkeitsentwicklung, Wertesystem und Handlungsentscheidungen des Menschen grundlegend. Gerade bei diesen Themen herrschten in Gesellschaft, Bildung und Erziehung häufig Verunsicherung und Unklarheit.

Bildung müsse Kinder und Jugendliche dabei begleiten, sich den grundlegenden Fragen nach dem Ziel des Lebens zu stellen. “Wenn Bildungsverantwortliche diese Fragen ausklammern, verkrüppeln sie den Menschen und sein Leben”, so Koch. Zugleich schränkte er ein, dass wertebezogene Grundfragen in einer weltanschaulich neutralen Schule nicht allgemeinverbindlich beantwortet werden könnten.

“Nur ein Fach geht von einer klaren Antwort auf diese Grundfragen des Lebens aus: der Religionsunterricht. Er versucht, auf dem Hintergrund einer konkreten Glaubensentscheidung in einer konkreten Glaubensgemeinschaft die Gottesfrage mit allen lmplikationen und Konsequenzen rational und ganzheitlich zu reflektieren”, so der Dresdner Bischof. “Der Religionsunterricht geht also nicht davon aus, dass der Mensch zunächst die Antwort erkennt, damit er dann glaubt. Er weiß, dass in dieser Frage der Mensch erst glauben muss, um dann zu erkennen. Der Erkenntnisweg des Religionsunterrichts ist also ein diametral den anderen Fächern entgegengesetzter Weg, nichtsdestoweniger aber ein rationaler Weg.” Er gehöre zentral zur Bildungsverpflichtung einer Schule, weil sonst Erkenntnismöglichkeiten und umfassende Bildung aufgegeben würden.

Diese umfassende Sicht schulischer Bildung sei jedoch eine Lebenshilfe, die Kinder und Jugendliche zukunftsfähig mache. “Es ist nicht so, als ob wir heute schon genau wüssten, wie die Zukunft aussieht und welche Qualifikationen und Kompetenzen von daher junge Menschen haben müssen, um diese Zukunft zu bestehen. Zukunft ist nicht etwas, dem wir uns nur anzupassen haben; Zukunft ist vielmehr etwas, das aktiv von uns gestaltet wird, vor allem von der jungen Generation.” Es sei die Frage zu stellen, was Kinder dazu lernen müssten. Bildung als stets offener Prozess müsse daher ständig ergänzt, revidiert und verbessert werden.

MB



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