Eine neue Glocke für die Kathedrale


Dresden, 14.2.2001 (KPI): Mancher mag sich gewundert haben, dass am 13. Februar die Glocken der Hofkirche, der Kathedrale des katholischen Bistums, nicht ins traditionelle Geläut um 21.45 Uhr einstimmten. Das liegt an der Rekonstruktion des Glockenstuhls, den der Freistaat als rechtmäßiger Eigentümer der Hofkirche gegenwärtig vornehmen lässt. Damit im Zusammenhang steht auch der Guss einer neuen Glocke.

Die neue Glocke für die Kathedrale wird am 2. März wird in der Kunstgießerei Lauchhammer gegossen. Nach ihrer Ankunft in Dresden wird Bischof Joachim Reinelt die Glockenweihe am 25. März nach der Abendmesse vollziehen. Die Glocke soll dem Heiligen Geist geweiht werden. Sie soll die Aufschrift tragen "Künde dem Land Glaube, Hoffnung, Liebe, gegossen anno domini 2001 im 250. Weihejahr der Hofkirche". Sie wird 1260 Kilogramm wiegen, einen Durchmesser von 123 Zentimetern haben und im Ton f erklingen.

Bereits während des Baus der Hofkirche hatte 1747 der Dresdner Glockengießer Johann Gottfried Weinhold den Auftrag bekommen, eine große Bronzeglocke von 100 Zentnern zu gießen. Verwendet wurde dafür das Metall ausgedienter Kanonen. Da es aber in einem protestantischen Land nicht erlaubt war, Glocken zu einem katholischen Gottesdienst läuten zu lassen, wurde sie nicht aufgehängt. Erst nach dem Frieden von Posen (1806) erhielten die Katholiken in Sachsen die staatliche Anerkennung und Gleichstellung mit den Protestanten. Nunmehr konnte die Hofkirche ihr Geläut erhalten. Drei weitere Glocken zu 50, 25 und 12 Zentner Gewicht wurden gegossen.

Am 8. November 1807 ertönten sie zum ersten Mal.

Als am 13. Februar 1945 der hölzerne Glockenstuhl verbrannte, stürzten die Glocken ab. Dabei zerbarst die kleinste. Bereits 1948 hat man einen Glockenstuhl geschaffen, der die drei erhaltenen Glocken aufnahm. Die Eisenträger dafür waren aus den Trümmern der Stadt geborgen. Doch die kleinste Glocke fehlte. 1979 wurde sie in Apolda neu gegossen. Der Ton aber passte nicht in das volle Geläut der Kirche, so dass sie nur allein geläutet werden konnte. Da gegenwärtig der eiserne Glockenstuhl wieder durch einen hölzernen ersetzt wird, entschloss man sich, auch das Geläut durch einen neuen Glockenguss zu ergänzen. So werden künftig die vier Glocken der Hofkirche in dei Tonfolge g, b, d', f zum Gottesdienst rufen. Die kleine Ave-Glocke wird weiterhin mittags zum Angelus tönen. Die Kosten für diese Glocke trägt dankenswerterweise der Freistaat Sachsen.



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