Missionarische Gemeinde werden

Spurensuche - praktische Ideen

Vorbemerkung:
Wenn wir ernst nehmen, dass unsere Ausgangssituation für Mission eine völlig neue ist und damit auch neue Ansätze verlangt, kann das Folgende nur als „Spurensuche verstanden werden. Es gibt noch nicht sehr viele multiplizierbare und erfolgreiche Ideen angesichts der neuen missionarischen Situation, so dass auch praktische Ideen nur als Versuche zu verstehen sind.


1. Freundeswerbung

Nach wie vor ist festzustellen, dass die übergroße Mehrheit derer, die ohne familiäre Vorprägungen zum Glauben finden, diesen Weg über Freunde oder über Partnerschaft finden.

Hier sollte man ansetzen und als Gemeinde
a. gezielt Veranstaltungen anbieten, zu denen die Gemeindemitglieder Bekannte mitbringen können (Vorträge zu allgemein interessierenden Themen Feste Reisen und Ausfahrten etc.).
b. die Gemeindemitglieder ausdrücklich und regelmäßig auffordern, Freunde und Bekannte mitzubringen.

Natürlich muss bei solchen gezielten Einladungen darauf geachtet werden, dass angesichts dieser gewollten Offenheit die Angebote auch vom Inhalt, von der Sprache und vom Design allen zugänglich sind. Eine Einladung in eine dann durch und durch binnenkirchlich geprägte Veranstaltung ist nicht einladend.


2. Glaubensinformationskurse

Aufgrund der weit verbreiteten Unkenntnis über den christlichen Glauben kann man ein wachsendes Interesse an Information über den Glauben feststellen. Dieses Bedürfnis sollte man aufgreifen, allerdings sollte es sich zunächst wirklich nur um Glaubensinformation handeln und nicht um verdeckte Taufkurse. Den Erfahrungen von Pater Knüfer SJ aus Leipzig folgend, ist es dabei hilfreich, die Gemeinderäume zu verlassen und solche Kurse zum Beispiel in den Volkshochschulen anzubieten, die immer dankbar für eine Bereicherung ihrer Angebotspalette sind.


3. Alternative, offene Gottesdienstangebote

Es besteht in unserer Zeit ein erkennbares Interesse an Gottesdienstformen und Segenshandlungen, die niederschwellig allen zugänglich sind. Dieses Interesse sollte man aufgreifen. Hier ist sicher Weihbischof Hauke aus Erfurt ein bekannter Vorreiter, die zu einem guten Teil vor Ort in adaptierter Form übernehmbar sind.

Genannt seien an dieser Stelle die bekannten Beispiele:
- Segnung von Verliebten am Valentinstag;
- Monatlicher Totengedächtnisgottesdienst;
- Weihnachtslob für Nichtchristen;
- Thomasgottesdienste - Gottesdienste für Zweifler und andere gute Christen;
- Zweitgottesdienste (Näheres unter www.zweitgottesdineste.de);
- Gottesdienste im Grünen (Näheres unter www.kirche-im-gruenen.de)


4. Missionarische Großaktionen

In unserem Bistum hat in zwei Gemeinden die Aktion „neu anfangen stattgefunden. In einer groß angelegten Form wurden alle Haushalte der Städte Gera und Borna angerufen und über das Gespräch hinaus weiterführende Angebote unterbreitet. Die Erfahrungen dieser beiden Gemeinden mit dem im Übrigen ökumenischen Projekt stehen zur Verfügung. (Näheres auch unter www.neu-anfangen.kgi.org)

Ebenso sollten groß angelegte Besuchsprojekte, wie sie vor vielen Jahren in Dresden-Strehlen durchgeführt wurden, weiter verfolgt werden. Nach wie vor entstehen in den Speckgürteln der Städte kleinere oder größere Eigenheimsiedlungen. Sich dort als Vertreter der christlichen Gemeinde(n) vorzustellen und die neuen Mitbürger zu begrüßen, ist auch heute noch ein missionarisch wirksames Zeichen.

Bei einem guten Verhältnis zum örtlichen Einwohnermeldeamt besteht die Möglichkeit, einen Willkommensbrief der örtlichen Gemeinde(n) zu hinterlegen, damit dieser allen, die sich wegen Zuzuges anmelden, angeboten werden kann. Bei diesen Briefen ist darauf zu achten, dass sie stets aktuell gehalten verschiedene Kontaktaufnahmemöglichkeiten mit den Gemeinden anbieten (Gottesdienstzeiten, Veranstaltungen, Telefonnummern, Gemeindemitglieder in der Nähe, etc.)


5. Öffentlichkeitsarbeit

In der heutigen Zeit erreicht man Aufmerksamkeit wesentlich über die Präsenz in der Öffentlichkeit. Hier bieten sich für die Ortsgemeinden besonders die lokalen Presseveröffentlichungen (von den Gemeindeblättern und informativen Stadtanzeigern bis zu den eher werbeorientierten Anzeigenblättern) an, die von vielen mit hoher Intensität verfolgt werden.

Dort nicht nur mit dem „Wort zur Woche/zum Sonntag präsent zu sein, sondern im allgemeinen Informationsteil, bewirkt eine große Reichweite. So kann man zum Beispiel über das Jahr verteilt die christlichen Feste und ihren Hintergrund erklären (wie es Bischof Wanke in Erfurt in der BILD-Zeitung getan hat) oder pointiert tagesaktuelle Themen aus christlicher Sicht kommentieren und zur Auseinandersetzung (zum Beispiel bei einem Stammtisch im Pfarrhaus oder an einem neutraleren Ort) einladen.

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Kontakt für diesen Schwerpunkt:

Pfarrer Gregor Giele
Tel.: 0173 / 5614591
e-mail: Pastoral@ordinariat-dresden.de


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