Von der Zeit August des Starken bis heute

Im Jahr 1697 konvertierte Kurfürst Friedrich August I., genannt August der Starke, zum katholischen Glauben. Damit erwachte in Dresden wieder katholisches Leben. Bis dahin war es Katholiken nur möglich, heimlich an Gottesdiensten in den Gesandtschaften katholischer Fürstenhäuser teilzunehmen. Weihnachten 1699 wurde der erste öffentliche katholische Gottesdienst nach der Reformation in der Schlosskapelle in Moritzburg gefeiert. Ab 1708 konnte endlich in Dresden selbst Eucharistie gefeiert werden. August der Starke hatte das Klengelsche Opernhaus am Taschenberg zur Hofkirche umbauen und ausstatten lassen. Damit begann auch die Geschichte der heutigen Domgemeinde. Um 1700 lebten in Dresden bereits ca. 2000 Katholiken, die freilich in ihren Bürgerrechten weithin eingeschränkt waren. Erst unter der Regierung Friedrich August II. und dessen Gemahlin Maria Josepha wurde 1739 bis 1754 die Katholische Hofkirche, heute Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen, errichtet. Gerade der Kurfürstin verdanken wir, dass sich katholisches Leben wieder entfalten konnte. Sie stellte sich immer wieder schützend und unterstützend vor die kleine katholische Gemeinde hier im Land der Reformation. Die im Stil des italienischen Spätbarock erbaute Kirche war von Anfang an nicht nur für das Fürstenhaus bestimmt, sondern auch Pfarrkirche für die weit verstreut lebenden Katholiken. Damals erstreckte sich das Pfarrgebiet über weite Teile Sachsens.

Zahlreiche soziale Einrichtungen, die vom Fürstenhaus gestiftet wurden, belebten die seelsorgliche Arbeit. Vor allem war es aber auch die Pflege der großen Kirchenmusik, die vom Königshaus gefördert wurde und die die berühmte Dresdner Hofkirchenmusik begründete. Bis jetzt wird sie an den hohen Feiertagen gepflegt. Dazu gehörte auch 1708 die Neugründung der Dresdner Kapellknaben, die bis heute die sonntäglichen Eucharistiefeiern festlich gestalten.

Mit dem Einzug der Industrialisierung in Sachsen von der Mitte des 19. Jahrhunderts an wuchs auch die Zahl der Gemeindeglieder. Tochtergemeinden wurden gegründet. Das Vereinsleben erblühte und gab den aus vielen Teilen Deutschlands zugewanderten Menschen eine kirchliche Heimat. Einen herben Schlag erlebte die Gemeinde bei der Bombardierung der Stadt Dresden am 13. Februar 1945, als auch die Hofkirche zerstört wurde. Über Nacht war die Gemeinde mit rund 10.000 Gemeindegliedern auf 300 geschmolzen. Erst mit dem Wiederaufbau des Stadtzentrums wuchs allmählich auch die Gemeinde, die heute ca. 1.700 Glieder zählt.



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