Ein Herz haben

24. Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr A

Haben Sie ein Herz?
Logisch, sonst würden Sie nicht leben.

Doch die Frage zielt nicht auf das Organ, sondern auf unsere Fähigkeit, Einfühlungsvermögen und Mitgefühl zeigen zu können.

Jesus erklärt, dass Gott ein großes und weites Herz für uns Menschen hat.
Mit einem Gleichnis veranschaulicht er dies: Ein Diener schuldet seinem König zehntausend Talente (das entspricht dem Einkommen von 60 Millionen Arbeitstagen). Doch der König erlässt ihm die Schuld komplett (vgl. Mt 18,27). Genau so handelt Gott. Er hat ein Herz für uns und ist bereit, zu vergeben – und zwar immer wieder, egal wie groß die Schuld auch sein mag. Doch er fordert im Gegenzug auch von uns, für unsere Mitmenschen ein Herz zu haben.

Im Gleichnis ist das nicht der Fall: obwohl diesem Diener ein großer Schuldenberg erlassen wurde, ist er einem Kollegen gegenüber, der ihm eine viel geringere Summe schuldet, nicht bereit, ihm Zeit für die Rückzahlung einzuräumen.
Er bleibt hartherzig.

Handeln wir manchmal nicht ebenso?
Von anderen fordern wir ein, dass sie uns unsere Verfehlungen großzügig nachsehen. Uns selbst allerdings fällt das ungemein schwer, manchmal geht es überhaupt nicht.

Jeder sollte sich  - am besten täglich - die Frage stellen: Habe ich wirklich ein Herz?
Denn danach wird uns Gott einmal beurteilen.


Ich wünsche Ihnen und allen, die zu Ihnen gehören, Gottes Segen!

Ihr Pfarrer Markus Böhme

Pfarrer der Pfarreien Heilige Familie & St. Franziskus in Zwickau



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