Bischof Dr. Heiner Wilmer: „Kirche als lebendigen Ort des Glaubens erfahrbar gemacht“
Bischofskonferenz-Vorsitzender würdigt Bischof Heinrich Timmerevers
Bonn. “Papst Leo XIV. hat heute, am 2. September 2026, das Rücktrittsgesuch von Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) angenommen. 2001 wurde er Weihbischof im Bistum Münster, Papst Franziskus ernannte ihn 2016 zum Bischof von Dresden-Meißen.
In einem Brief bedauert der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer, den Rücktritt von Bischof Timmerevers: „Für das Bistum, dem Du mit großem Engagement gedient hast, und für die Deutsche Bischofskonferenz, der Du 25 Jahre angehörtest, bedeutet Dein Rücktritt einen großen Verlust.“ Beeindruckend sei, wie Bischof Timmerevers „mit Mut und Vision die angestammte Heimat des Bistums Münster verlassen hat, um noch einmal in einem Alter aufzubrechen und Neues zu beginnen, in dem andere schon an den Ruhestand denken. Innerhalb schnellster Zeit bist Du im Bistum Dresden-Meißen heimisch geworden (…) Das war nicht nur einfach, denn einmal mehr hatte der Heilige Stuhl einen Bischof für Ostdeutschland ernannt, der aus dem Westen kam. Dir ist es auf einfühlsame Weise gelungen, einen Draht zu den Menschen aufzubauen, ihnen zuzuhören, ihre Sorgen und Nöte zu verstehen und gleichzeitig ihre Hoffnungen zu fördern“, schreibt Bischof Wilmer.
Bischof Timmerevers sei es immer wichtig gewesen, von den eigenen Erfahrungen zu erzählen: „über Aufbrüche im Osten, über das Schließen von Kirchen, über Taufen von jungen Menschen und über Bestattungen, bei denen oft das Kreuz auf dem Sarg fehlte. Und immer hast Du die Menschen hervorgehoben, von ihren Geschichten erzählt und ihre Momente des Glaubens geteilt. So ist Dir etwas Großartiges gelungen: Kirche als soziale Gestalt ebenso erfahrbar zu machen wie Kirche als lebendigen Ort des Glaubens“, so Bischof Wilmer, der gleichzeitig die ökumenische Weite des Dresdner Bischofs würdigt. „Die große Anerkennung gilt all dem, was Du zusammen mit unseren evangelischen Schwestern und Brüdern und jenen der Orthodoxie leben konntest: Dazu gehörten Gebete und Gottesdienste, aber auch politische Positionen gerade in einem Ostdeutschland, das nicht nur durch die jüngsten Erfolge der Rechtspopulisten erschüttert wird, sondern schon früh mit den Pegida-Demonstrationen in Dresden konfrontiert war.“
In seinem Brief erinnert Bischof Wilmer auch an die Stationen von Bischof Timmerevers in der Deutschen Bischofskonferenz, wo er viele Jahre der Pastoral- und der Jugendkommission sowie der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste angehörte. Seit 2023 ist Bischof Timmerevers Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule. „Dir ging es in der Bischofskonferenz immer um den Dialog und das offene Wort. Vor allem warst Du ein Garant für die Solidarität in der Bischofskonferenz – die Du selbst gezeigt hast und die Du zu Recht von anderen erwarten konntest“, schreibt Bischof Wilmer. Er fügt hinzu: „Die Umstrukturierungsprozesse in Deinem Bistum waren für Dich ebenfalls eine Herausforderung, wie auch die Aufarbeitung des dunklen Kapitels des sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Dein konsequentes Vorgehen auf diesem Gebiet und Deine Mitarbeit in der Bischöflichen Fachgruppe für Fragen sexuellen Missbrauchs und von Gewalterfahrungen sind für uns unverzichtbar gewesen (…) Dankbar möchte ich außerdem Dein großes persönliches Engagement beim Synodalen Weg der Kirche in Deutschland hervorheben. Deine stete Präsenz in Synodalversammlungen und im Synodalen Ausschuss, Deine zahlreichen Wortmeldungen und klaren Analysen haben zur Versachlichung vieler Debatten beigetragen.“