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Bistum Dresden Meissen
Caritas und Diakonie - Wohlfahrtsverbände im Dienste des sozialen Zusammenhalts. Symbolbild. © Pixabay
01. September 2026

Im System der Nächstenliebe - Die stille Revolution von Diakonie und Caritas im Osten

Buchpräsentation und Gespräch zu zwei Neuerscheinungen am Montag, 7. September, in der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden

Dresden. Wie haben Diakonie und Caritas in Ostdeutschland die Zeit der DDR, die Umbrüche von 1989/90 und die Transformationsprozesse danach erlebt und gestaltet? Und welche Rolle spielten kirchliche Räume für Menschen, die sich dem SED-Staat widersetzten, Fragen stellten und damit zu „Unruhestiftern“ wurden? Interessierte sind herzlich zur Buchvorstellung mit Autorinnen, Autoren und Herausgebern zweier Bücher aus der Reihe „Kirchliche Praxis in der DDR – Forschungen“ am Montag, den 7. September, um 17 Uhr in die Gedenkstätte Bautzner Straße (Bautzner Str. 112A) in Dresden eingeladen:

–  „Diakonie und Caritas in Ostdeutschland vor und nach 1990. Potenziale für Ost und West“

–  „Unruhestifter in Staat und Kirche. Lernen von den Gruppen der DDR-Opposition?“

Beide Bände richten den Blick auf Erfahrungen, die für die Gegenwart überraschend aktuell sind. Der erste Band fragt nach den Veränderungen von Diakonie und Caritas in der DDR und in den Nachwendejahren sowie nach ihren Potenzialen für Kirche und Gesellschaft heute. Der zweite Band nimmt oppositionelle Gruppen in der DDR in den Blick: Gruppen, die der SED-Staat als Bedrohung empfand und die auch innerhalb der Kirche als zu politisch, zu radikal oder zu wenig fromm kritisiert wurden.

Der Abend möchte nicht nur Geschichte vorstellen, sondern zur Auseinandersetzung einladen: mit der Geschichte der Caritas- und Diakonie-Einrichtungen und ihrer Arbeitsfelder, mit ostdeutschen Erfahrungen und mit den Potenzialen, die in ihnen für aktuelle Transformationsprozesse liegen. Der besondere Veranstaltungsort, die Gedenkstätte Bautzner Straße, bietet einen besonderen Rahmen für Buchvorstellung und Gespräch und kann vor der Veranstaltung mit einer Kurzführung besichtigt werden.

Eine Anmeldung ist nicht nötig. Der Eintritt ist frei.

Diese Veranstaltung wird unterstützt durch die Diakonie Dresden und dem Caritasverband für Dresden e.V.


Programm

ab 17.00 Uhr: Möglichkeit, die Gedenkstätte Bautzner Straße kennenzulernen
mit Henry Krause

18.00 Uhr: Begrüßung und Einführung in das Thema des Abends
Henry Krause, Mitglied im Vorstand des Trägervereins „Erkenntnis durch Erinnerung“ / Begrüßung durch die beiden Kooperationspartner Diakonie Dresden und Caritas Dresden

18.20 Uhr: Zwei Bücher – vier Perspektiven
–            Warum mussten diese Bücher geschrieben werden?
Gespräch mit Ilse Junkermann

–            Diakonie und Caritas in der DDR: Arbeitsschwerpunkte, Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Gespräch mit Bettina Westfeld sowie Dr. Martin Fischer

–            Ostdeutsche Erfahrungen und Ressourcen für heutige Transformationen 
Gespräch mit Prälat Hellmut Puschmann

–            Warum müssen diese Bücher gelesen werden?
Gespräch mit Prof. Dr. Markus Schmidt

19.10 Uhr: Kirche, Diakonie und Caritas heute: Welche Schutz- und Ermöglichungsräume braucht eine säkulare Gesellschaft? Was bewegt die Teilnehmenden?

19.30 Uhr: Dank und Möglichkeit zum persönlichen Austausch

20.00 Uhr: Ende der Veranstaltung

Moderation: Christian Fischer, Leiter der Kommunikation im Bistum Dresden-Meißen


Gäste sind:

  • Dr. Martin Fischer: Kirchenhistoriker, Autor und Herausgeber sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle der Kommission für Zeitgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum
  • Ilse Junkermann: ehemalige Landesbischöfin der Ev. Kirche in Mitteldeutschland, Herausgeberin und ehemalige Leiterin der Forschungsstelle „Kirchliche Praxis in der DDR. Kirche (sein) in Diktatur und Minderheit“
  • Bettina Westfeld: Historikerin, Autorin und Herausgeberin sowie Präsidentin der 28. Landessynode der Evangelisch- Lutherischen Landeskirche Sachsens
  • Prof. Dr. Markus Schmidt: Professor für Praktische Theologie und Diakoniewissenschaft und Rektor an der Hochschule der Diakonie in Bielefeld-Bethel
  • Prälat Hellmut Puschmann: ehemaliger Direktor der Caritas in der DDR und von 1991-2003 Präsident des Deutschen Caritasverbandes