Wechselburger Wallfahrtskirche wird zur ersten päpstlichen Basilika Sachsens erhoben

Festgottesdienst mit Nuntius Eterović, Bischof Timmerevers und Abt Bögle

Erste päpstliche Basilika Sachsens: die Wechselburger Wallfahrtskirche.

Erste päpstliche Basilika Sachsens: die Wechselburger Wallfahrtskirche.

Dresden, 02.11.2018 (KPI): In einem feierlichen Gottesdienst am Montag, 12. November, 17.30 Uhr, wird die Wallfahrtskirche Heilig Kreuz in Wechselburg zur „Basilica minor“ erhoben. An diesem Tag jährt sich die Ersterwähnung der Kirche des Ortes zum 850. Mal. Im Rahmen des Pontifikalamtes wird der diplomatische Vertreter von Papst Franziskus in Deutschland, der Apostolische Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterović (Berlin), die päpstliche Urkunde verlesen und das Papstwappen am Eingangsportal der Kirche enthüllen und segnen. Gemeinsam mit ihm werden der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, und der Abt des Benediktinerklosters Ettal, Barnabas Bögle, den Festgottesdienst leiten.

„Basilica minor“ ist in der katholischen Kirche ein Ehrentitel, der bedeutungsvolle Kirchen auszeichnet und vom Papst verliehen wird. Weltweit gibt es nur etwa 1.500 solcher Gotteshäuser. In Deutschland wird die Wechselburger Kirche zur 77. päpstlichen Basilika erhoben und ist außerhalb Berlins die erste im Osten der Bundesrepublik.

Bischof Heinrich Timmerevers: "Ich freue mich über diese hohe päpstliche Auszeichnung für die Wechselburger Wallfahrtskirche. Durch die Verleihung des Titels soll die Bedeutung dieser Kirche für das Umland hervorgehoben und die Verbindung mit der Kirche von Rom und dem Heiligen Vater gestärkt werden. Den Eingang einer Basilika ziert daher das Wappen des amtierenden Papstes. Darüber hinaus sollen dort die Feier des Gottesdienstes und die Glaubensverkündigung beispielhaft sein. Der Ehrentitel ist damit immer auch eine Verpflichtung und ein Ansporn.“ Pater Maurus Kraß, Prior der Wechselburger Mönchsgemeinschaft, sagt: „Für uns ist diese Auszeichnung wie ein UNESCO-Weltkulturerbe auf katholisch.“

Wechselburg: Wallfahrtskirche, Klosterkirche, Pfarrkirche, Basilika

In jedem Jahr kommen zahlreiche Besucher zur romanischen Wallfahrtskirche in Wechselburg. Für die Katholiken der Umgebung ist es die Pfarrkirche. Christen von Nah und Fern nehmen die geistlichen Angebote des angrenzenden Benediktinerklosters wahr. Andere kommen zu einer der vielen Wallfahrten oder um den historischen Kirchenraum mit seinen Kunstwerken, besonders dem Lettner mit der eindrucksvollen Kreuzigungsdarstellung, zu bewundern.

Für viele Besucher ist die romanische Wallfahrtskirche in Wechselburg bereits seit langem „die Basilika“. Eine Bezeichnung, die sich bisher jedoch nur auf den Baustil bezog. Ausgehend von der römischen „Königshalle“, einem durch Säulen gegliederten Prachtbau für Gerichtssitzungen und Handelsgeschäfte, begann man in der Spätantike, nach diesem Vorbild Kirchen zu errichten. Dabei übernahm man deren Bezeichnung „Basilika“, um auf Christus als König der Gläubigen zu verweisen.

Wie es zur Verleihung des Ehrentitels kam

Nun wird die Wechselburger Wallfahrtskirche also auch eine „echte“ Basilika. Ausgangspunkt der Ernennung war eine entsprechende Bitte der Benediktinermönche. Diese griff Bischof Heinrich Timmerevers auf. Nach Zustimmung der Deutschen Bischofskonferenz konnte ein Antrag in Rom eingereicht werden. Er enthielt detaillierte Angaben zur Baugeschichte, zur Ausstattung der Kirche, zu Gottesdiensten und sonstigem kirchlichen Leben sowie den Wallfahrten. Nach Prüfung des Antrags durch die Gottesdienstkongregation konnte Bischof Timmerevers auf der großen Bistumswallfahrt Mitte September vor hunderten Gläubigen die positive Nachricht verkünden.

Die erste Erhebung einer Kirche zur "Basilica minor" in Deutschland erfolgte übrigens 1897 mit der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen in Oberfranken. Zuletzt wurde der Titel 2015 an Gotteshäuser in den Bistümern Trier und Hildesheim verliehen. Die meisten päpstlichen Basiliken in Deutschland stehen dabei im Erzbistum Köln (13), gefolgt von den Bistümern Trier (9) und Augsburg (6).

Vor dem Festgottesdienst am 12. November wird bereits um 16.30 Uhr zum Vespergebet in die Wallfahrtskirche eingeladen.

MB/fr




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