`89 UND ICH!

Telefonzelle wird virtueller Debattenort für Wendeerfahrung und Zukunftssehnsucht

Statt Anruf Video: eine Telefonzelle hat als Videolabor eine neue Funktion erhalten. Foto: O. Killig

Statt Anruf Video: eine Telefonzelle hat als Videolabor eine neue Funktion erhalten. Fotos: O. Killig

Dresden, 10.10.2019: Im Jubiläumsjahr der Friedlichen Revolution von 1989 fragt die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen nach den Transformationsprozessen der vergangenen 30 Jahre: Was ist aus den Sehnsüchten von damals geworden? Welche Forderungen aus dieser Zeit sind gegenwärtig umgesetzt? Und wie lässt sich aus all diesen Erfahrungen die Zukunft gestalten?
 
Um diese Fragestellungen in den gesellschaftlichen Diskurs einzubinden, sind innovative Herangehensweisen gefordert: Mit dem neuen Projekt „´89 UND ICH!“ wurde ein altes Telefonhäuschen aufwendig zu einem Oral-History-Objekt umgestaltet. Die Besucherinnen und Besucher sind darin eingeladen, eine bis drei Fragen zu der Friedlichen Revolution 1989, den Umbrüchen danach oder den Wünschen und Vorstellungen für das Heute und Morgen zu beantworten. Die kurzen Einzelbeiträge werden zu einem Video zusammengeschnitten, das die Erinnerungen an damals mit den Visionen für morgen verbindet.
 
Veröffentlicht wird dieses visuelle Ergebnis auf der projektbezogenen Website www.89undich.de und sowohl bei der Demokratiekonferenz der Stadt Dresden (9.11.2019) als auch bei der im Dezember stattfindenden Tagung „´89 UND ICH“ (3.-4.12.2019) in die Fachdebatten integriert.
 
Die Ergebnisse der Aufnahmen werden später auch im Internet zu sehen sein. Foto: O. Killig

Zu sehen sind die Ergebnisse der Aufnahmen später auch im Internet.

Zunächst steht diese interaktive Videozelle im Deutschen Hygienemuseum in Dresden. Mit dem innovativen Projekt liefert die katholische Kirche einen zentralen Beitrag zur Bewerbung Dresdens als Kulturhauptstadt 2025. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung des Showrooms „Neue Heimat Dresden 2025“ am 11. Oktober 2019 um 19.30 Uhr wird das Projekt vorgestellt. Bereits kurz zuvor erprobte Bischof Heinrich Timmerevers die Videozelle vor Ort und betonte, dass ein Bischof Heinrich Timmerevers im Gespräch vor der Video-Telefonzelle. Foto: O. KilligErzählen auch immer wieder eigene Denkprozesse freisetze. „Früher waren Telefonzellen Orte der Kommunikation und des Erzählens. Ja, wir brauchen dieses Erzählen auch heute, nur so gelingt der ‚Solidarpakt der Wertschätzung‘, wie es zuletzt der Bundespräsident forderte. Aber dazu müssen wir sowohl die Geschichte als auch die Sehnsucht der Menschen kennen. Das neue Projekt der Akademie ist ein Beitrag dazu, den Austausch in unserem Land voranzubringen“, unterstrich der Bischof von Dresden-Meißen. Bis Ende des Jahres wird die Telefonzelle noch im Hygienemuseum Dresden stehen, um anschließend auch an anderen Orten des Freistaats von den Erfahrungen und Sehnsüchten der Menschen zu erfahren, u.a. auch die beiden sächsischen Bewerberstädte zur Kulturhauptstadt Europas. Damit soll sie einer Vielzahl von Besucherinnen und Besuchern zugänglich sein.
 
Die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen geht mit diesem Projekt bewusst in den öffentlichen Raum, um das gegenseitige Verhältnis von Kirche und Gesellschaft zu reflektieren. Dr. Thomas Arnold, Direktor der Katholischen Akademie betont: „Dieses Format soll die Menschen zum Nachdenken anregen, wie tief die Ereignisse von 1989 mit der eigenen und der kollektiven Identität verwoben sind.“ Alle seien herzlich eingeladen, sich an diesem virtuellen Gedankenaustausch zu beteiligen und diesen mitzugestalten.

Das Projekt wird gefördert von der Landeshauptstadt Dresden und dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken.



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