Weihbischof Georg Weinhold tritt in den Ruhestand


Bischof Joachim Reinelt dankt Weihbischof Georg Weinhold für sein Wirken.
Papst Benedikt XVI. hat das Rücktrittsgesuch von Weihbischof Georg Weinhold (73), Weihbischof des Bistums Dresden-Meißen, angenommen und ihn von seinen Aufgaben als Weihbischof entpflichtet.

Dresden, 22.08.2008 (KPI): Papst Benedikt XVI. hat das Rücktrittsgesuch von Weihbischof Georg Weinhold (73), Weihbischof des Bistums Dresden-Meißen, angenommen und ihn von seinen Aufgaben als Weihbischof entpflichtet. Dies wurde um 12 Uhr zeitgleich im Vatikan und in Dresden verkündet und tritt damit in Kraft. Weihbischof Weinhold hatte den Heiligen Vater gebeten, aus gesundheitlichen Gründen bereits vor Vollendung seines 75. Lebensjahres in den Ruhestand treten zu dürfen. Am 8. September feiert er den 35. Jahrestag seiner Bischofsweihe und war damit der wahrscheinlich dienstälteste aktive Weihbischof der römisch-katholischen Kirche weltweit.

„Die Kirche hat Georg Weinhold außerordentlich viel zu verdanken“, würdigte Bischof Joachim Reinelt das Wirken des Weihbischofs. „Jahrzehntelang diente er seinem Bistum aufopferungsvoll in verschiedenen Aufgabenfeldern. Im Kreis seiner Bischofskollegen ist er durch seine langjährige Erfahrung ein geschätzter Mitbruder. Er ist mit Leidenschaft und ganzem Herzen Seelsorger und Priester, und mit dieser Begeisterung für Christus hat er viele Menschen angesteckt.“

Geboren wurde Georg Weinhold am 28. November 1934 in Zittau. Er studierte in Erfurt und Neuzelle katholische Theologie und empfing am 19. Dezember 1959 im Bautzener Dom durch Bischof Otto Spülbeck die Priesterweihe. Anschließend war er ab 1960 in Kamenz und ab 1965 in Leipzig-Connewitz Kaplan. 1968 wurde er zunächst Pfarrvikar und ab 1971 Pfarrer in Dippoldiswalde. Im selben Jahr berief ihn Bischof Gerhard Schaffran als Ordinariatsrat in die Bistumsverwaltung.

Papst Paul VI. ernannte ihn am 5. Juli 1973 zum Weihbischof im Bistum Meißen (1980 in Bistum Dresden-Meißen umbenannt). Die Bischofsweihe spendete ihm Gerhard Schaffran am 8. September desselben Jahres und berief ihn zudem zum Bischofsvikar, zuständig zunächst für Personalfragen, später für Ordensbelange im Bistum. Seit 1990 steht er dem Domkapitel St. Petri zu Dresden, dem er seit 1976 angehört, als Domdekan vor. Bischof Joachim Reinelt übertrug ihm 1997 zudem das Amt des Generalvikars, das er bis 2004 innehatte. Georg Weinhold ist außerdem Vorsitzender des Bonifatiuswerks im Bistum Dresden-Meißen.

In der Deutschen Bischofskonferenz ist Weihbischof Weinhold Mitglied der Kommission „Geistliche Berufe und kirchliche Dienste“. Sein Wahlspruch als Bischof lautet „In laudem gloriae gratiae suae“ (deutsch: „Zum Lob seiner herrlichen Gnade“) aus dem Epheserbrief (Eph 1,6). Weihbischof Weinhold ist der erste Weihbischof des Bistums Meißen seit der Reformation. Derzeit gibt es in Deutschland 42 aktive Weihbischöfe und 25 aktive Bischöfe und Erzbischöfe. Mit vier Weihbischöfen stellt das Bistum Münster aktuell die meisten amtierenden Weihbischöfe in der Deutschen Bischofskonferenz. Keine Weihbischöfe haben momentan die Bistümer Eichstätt, Görlitz, Passau und Magdeburg.


STICHWORT WEIHBISCHOF:

Bischöfe, die ein Bistum leiten, werden Diözesanbischöfe genannt. Ihnen zur Seite stehen oft ein oder mehrere Weihbischöfe, die unter anderem bischöfliche Weihehandlungen – etwa Priester-, Kirchen- und Altarweihen – oder beispielsweise die Spendung des Firmsakraments vornehmen. Daher leitet sich der Name Weihbischof ab.

Weihbischöfe tragen ebenfalls die bischöflichen Amts- und Ehrenzeichen wie Ring, Hirtenstab und Mitra und haben als Mitglieder des Kollegiums aller katholischen Bischöfe teil an der Lehrvollmacht der Gesamtkirche, die etwa bei den Beratungen und Beschlüssen eines Konzils zum Ausdruck kommt. In der Diözese ist der Weihbischof Bischofsvikar, er nimmt also einen speziellen Aufgabenbereich im Namen des Diözesanbischofs eigenverantwortlich wahr.

Entwickelt hat sich die Rolle des Weihbischofs im 13. und 14. Jahrhundert, als immer mehr Bischöfe aus dem Orient vertrieben und im Abendland aushilfsweise mit bischöflichen Weihehandlungen betraut wurden. Seither trägt jeder Weihbischof als Titel den Namen einer untergegangenen Diözese. Georg Weinhold ist Titularbischof von Idicra. Die Stadt in Nordafrika, in der früheren römischen Provinz Numidien gelegen, existiert heute nicht mehr.

Ein Weihbischof wird vom Papst ernannt. Dazu reicht der Diözesanbischof gewöhnlich eine Liste mit drei besonders geeigneten Kandidaten für das Amt im Vatikan ein. Die Bischofsweihe für neuernannte Weihbischöfe muss innerhalb von drei Monaten nach deren Ernennung erfolgen.
MB

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