300 Jahre Kapellknaben und St. Benno-Gymnasium

Ein Jubiläumsjahr mit Konzerten, Chören, Vorträgen und Festwoche


Stimmgewaltig: Die Dresdner Kapellknaben.
Im Mai wird Dresden Gastgeber eines mehrtägigen Knabenchorfestivals. Neben den Kapellknaben und dem Jazzchor des St. Benno-Gymnasiums werden auch der Dresdner Kreuzchor, der Leipziger Thomanerchor und der Mainzer Domchor teilnehmen.

Dresden, 27.02.2009: Der 300jährige Doppelgeburtstag der Dresdner Kapellknaben und des St. Benno-Gymnasiums soll in den nächsten Monaten mit einem vielfältigen Jubliäumsprogramm begangen werden. Der Bischof von Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, stellte es heute in Dresden zusammen mit den Leitern beider Institute, Matthias Liebich und Stefan Schäfer, und dem Vorsitzenden des Katholischen Schulwerks St. Benno e.V., Clemens Burschyk, der Öffentlichkeit vor. Unter dem Motto "300 Jahre jung" werden ab März bis in den Herbst 2009 Vorträge über die Geschichte der beiden Einrichtungen angeboten. In einer Schülerarbeitswoche werden sich sodann im April die "Bennonen" in Form einer Projektarbeit mit den politischen Umständen befassen, die zur Schließung und zur Wiedererrichtung ihrer Traditions-Schule führten.

Im Mai wird Dresden zum Gastgeber eines mehrtägigen Knabenchorfestivals, an dem neben den Kapellknaben und dem Jazzchor des St. Benno-Gymnasiums renommierte Chöre wie der Dresdner Kreuzchor, der Leipziger Thomanerchor und der Mainzer Domchor teilnehmen werden. Ein Sommerkonzert, etliche Schul-Theateraufführungen, das Patronatsfest des heiligen Benno und eine Orgelweihe im St. Benno- Gymnasium folgen dann im Juni.

Schuldirektor Schäfer: "Junge Menschen in eine Welt entlassen, in der sie mit klaren Fundamenten und Werterichtlinien ihre Welt mitgestalten."

St. Benno-Direktor Stefan Schäfer zeigte sich bei der Vorstellung des Programms stolz auf seine Schülerinnen und Schüler: "Das St. Benno- Gymnasium ist ein Ort, an dem Persönlichkeiten heranreifen, die bereit sind, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Unsere Schüler sind vielfältig interessiert und begabt. Diese Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden die Gesellschaft der Zukunft gestalten." Der Schuldirektor erinnerte daran, dass es auch der in den Jahren des Nationalsozialismus und der DDR-Zeit ununterbrochenen Tradition der Kapellknaben zu verdanken war, dass das Benno-Gymnasium 1991 wiedererstehen konnte. "Ohne die Kapellknaben als Klammer wäre die Wiedereröffnung nicht möglich gewesen", so Schäfer. Im heutigen Schulhaus - entworfen vom berühmten Architekten Günter Behnisch - drücken derzeit etwa 790 Schüler die Schulbank. Die Schülerschaft ist zu 60 Prozent katholisch, zu 30 Prozent evangelisch, 10 Prozent sind konfessionslos.

Voll das Leben: Blick auf den Pausenhof des St. Benno-Gymnasiums.

Schulleiter Schäfer nannte drei Säulen, die den Charakter der Schule besonders prägten: Das religiöse Fundament, in dem den Heranwachsenden Raum für Spiritualität eingeräumt würde, der musisch-künstlerische Schwerpunkt des Gymnasiums, und seine Internationalität, die die Kinder und Jugendlichen für die Notwendigkeiten in der Welt sensibilisieren sollte.

Zum Ende des Jubiläumsjahres wird vom St. Benno-Gymnasium eine Festwoche veranstaltet, in der es neben einem hochkarätigen Forum zum Thema Bildung ("pädagogisches Quartett") ein Treffen der früheren St. Benno-Lehrer, ein Ehemaligentreffen der Kapellknaben und einen Schulball im Kongresszentrum geben wird. Der offizielle Festakt der beiden Jubiläen wird ebenfalls in dieser Woche stattfinden und - als Höhepunkt der katholischen Feierlichkeiten - ein großer bischöflicher Festgottesdienst in der Kathedrale mit einer Festpredigt des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx - natürlich mitgestaltet von den Dresdner Kapellknaben.

Kirche und Musik: für Bischof Reinelt in einer fast 2.000-jährigen Geschichte verbunden.

Bischof Reinelt würdigte heute deren Leistungen. Die Aufgabe der jungen Sänger sei "wirklich ein Dienst an Gott und eine Freude für alle Zuhörer", sagte er. Er erinnerte daran, dass Chöre in allen christlichen Kirchen eine wichtige Rolle spielen. "Die Dresdner Kapellknaben haben mit ihrem Eifer und ihrer Leidenschaft für die Musik, mit ihrer Qualität und Beständigkeit einen bedeutenden Platz in der Musiklandschaft deutscher Knabenchöre erreicht. Nicht zuletzt beruht dieser Erfolg auf der hervorragenden künstlerischen und menschlichen Betreuung der Jungen."

Kirchenmusikdirektor Matthias Liebich, selbst ehemaliger Kapellknabe und seit 1997 Leiter des Chors: "Es freut mich immer wieder, wie und mit welchen Engagement sich die Jungen für die Musik einbringen. Dabei scheint heute, dass das nicht mehr zur Zeit passt, sich für christliche Werte einzusetzen, und um so größer schätze ich das aktive Mittun im Glauben der Jungen und der Eltern sehr hoch ein."

Begonnen hatte alles im Jahr 1709: Infolge des Übertritts des sächsischen Kurfürsten Friedrich August I. (August der Starke) zum katholischen Glauben im Jahr 1697 musste Sachsens Hofkapelle neu organisiert werden. Die bisherige kurfürstliche Kapelle wurde in eine protestantische und eine katholische Gruppe geteilt. Für den nun im katholischen Ritus gefeierten Hofgottesdienst wurden in Böhmen sangesbegabte Jungen geworben. Sie sangen zur Ehre Gottes zunächst in der Schlosskapelle, ab 1751 dann- bis heute - in der Hofkirche/Kathedrale. Geformt wurden sie durch Hofkapellmeister wie Johann Adolph Hasse, Carl Maria von Weber, Richard Wagner und in den Nachkriegsjahren durch den Domkapellmeister Konrad Wagner. Im Jahr 2009 leben und lernen fast 100 junge Sänger im Dresdner Kapellknabeninstitut. Im Mittelpunkt ihres Wirkens steht wie jeher der Gottesdienst in der Kathedrale, auch wenn Konzertreisen sie inzwischen in alle Welt führen. Für das Jubiläumsjahr 2009 ist eine Auftrittsreise nach Mallorca geplant.

Chordirektor Liebich: Zum Jubiläumsjahr wird das 1. Dresdner Knabenchorfestival veranstaltet, das zu einer Tradition werden könnte.

Die ersten katholischen Kapellknaben wohnten ab 1709 bei Jesuitenpatres am Taschenberg. Sie sollten aber nicht nur für den Gesang- und Altardienst ausgebildet werden, sondern auch Latein und andere Wissenschaften studieren. Für die Chorknaben wurde deshalb eine Lateinschule eingerichtet, zu der von Anfang an auch Schüler zugelassen wurden, die nicht zum Chor zählten.

Am 1. Oktober 1709 begann der Unterricht mit acht Knaben - das war der Ursprung des St. Benno-Gymnasiums. Seit damals hat die Schule eine wechselvolle Geschichte erlebt - mit der Schließung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1939, mit den erfolglosen Versuchen, die Schule in DDR-Zeiten wieder zu eröffnen und mit dem am Ende doch gelungenen Neustart im Jahr 1991. Was mit 8 Schülern anfing, ist nun ein hoch angesehenes katholisches Gymnasium mit 800 Mädchen und Jungen. "Es war richtig, so Bischof Reinelt heute, "1991 die Anstrengungen auf sich zu nehmen und dieses Gymnasium wiederzugründen. Inzwischen ist es zu einem sehr wichtigen, ja unverzichtbaren Teil der Dresdner Schullandschaft geworden. Wir freuen uns auf die nächsten 300 Jahre."





LINK-TIPPS:

www.kapellknaben.de

www.benno-gym.de





DOWNLOADS:

Ein Faltblatt mit dem Programm zum Jubiläumsjahr können Sie hier als pdf-Datei herunterladen (352 kb)...

Die Geschichte der Dresdner Kapellknaben können Sie hier als pdf-Datei herunterladen (17 kb)...

Die Geschichte des Benno-Gymnasiums können Sie hier als pdf-Datei herunterladen (19 kb)...





BILDERGALERIE:

Freude am Lernen: Im Benno-Gymnasium wichtig.

Der Blick über den Tellerrand: Internationalität, Fremdsprachen und Schülerreisen ins Ausland gehören auf dem Dresdner Gymnasium zum festen Programm.

In vielen Arbeitskreisen können Interessen weiter vertieft werden.

Derzeit gehören den Dresdner Kapellknaben 100 Sänger an.

In der Dresdner Kathedrale fühlen sich die Sänger wie zuhause: bis zu 110 Mal pro Jahr singen sie hier.

Bis auf donnerstags feilen die Jungen täglich über eine Stunde an ihren Stücken.

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