Bischofstausch?

Joachim Reinelt und Jochen Bohl denken auf ökumenischer Jugendseelsorgetagung über Konfessionswechsel nach


Landesbischof Bohl (l.) und Bischof Reinelt (r.) im Gespräch.
Über ihren Konfessionswechsel sollten Bischof Reinelt und Landesbischof Bohl in einer Diskussionsrunde bei der ökumenischen Jugendseelsorgetagung in Schmochtitz nachdenken - und kamen zu erstaunlichen Erkenntnissen...

Schmochtitz bei Bautzen, 28.01.09 (KPI): Während der Frauentausch zumindest im Fernsehen mittlerweile wöchentlicher Alltag ist, haben am 21. Januar 2009 erstmals die sächsischen Bischöfe über einen „Bischofstausch nachgedacht. Angeregt wurden sie zu diesem Gedankenexperiment auf der jährlichen Tagung der Jugendmitarbeiterinnen und -mitarbeiter aus der sächsischen Landeskirche und dem Bistum Dresden-Meißen in Schmochtitz bei Bautzen. „Stellen Sie sich vor, Sie wären evangelischer Landesbischof, was wäre Ihre erste Amtshandlung?, ließ sich der katholische Bischof Joachim Reinelt fragen. Und er antwortete prompt: „Ich würde lange predigen. Es sei ein Schatz der evangelischen Kirche, dass das Wort Gottes und dessen Auslegung einen so großen Stellenwert hätten, führte er weiter aus.

Der evangelische Landesbischof Jochen Bohl kündigte an, er würde sich als katholischer Bischof zuerst bei seiner Frau entschuldigen und dann versuchen herauszufinden, wie die katholische Kirche es schaffe, trotz der Vielfalt der Mitglieder die Einheit zu wahren. „Eigentlich kann ich mir das aber nicht vorstellen., wies er dieses Experiment allerdings in die Schranken auch im Namen seines katholischen Amtsbruders.

Damit war der Weg frei für den weiteren Austausch über das eigentliche Thema der Tagung, „Feuer und Flamme Motivation und Leidenschaft für den Dienst, mit dem sich die Hauptamtlichen der Jugendarbeit in den beiden großen sächsischen Kirchen vom 19.-23.01. beschäftigten. Jochen Bohl empfahl als Geheimtipp der Motivation die Veränderung und machte Mut, neue Wege zu gehen. Neben den beiden Bischöfen berichteten auch der erfolgreiche Unternehmer Klaus Kobjoll und der ehemalige Vorsitzende der Freien evangelischen Gemeinden, Peter Strauch, jeweils von ihren eigenen Motivationen und ihren Methoden, sich und andere zu begeistern. Ihre Ratschläge waren ebenso unterschiedlich wie persönlich. Klaus Kobjoll schilderte seinen Willen zum Erfolg und sprach über die Konsequenz und Transparenz seiner Unternehmensführung. Als besonders wichtig stellte er eine positive Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen heraus. Peter Strauch erzählte ganz authentisch, wie es ihm gelungen war, in schwierigen Situationen durch Zeiten der Stille, das persönliche Gebet in der Natur und durch die Gemeinschaft mit anderen Christen seine eigenen geistlichen Lebensquellen wieder zum Sprudeln zu bringen.

Dass es zwischen den Konfessionen weit mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt, das betonten nicht nur die beiden Bischöfe, es wurde in der Tagung auch erlebbar: Das gemeinsame Singen, Beten und Feiern sind selbstverständlicher Bestandteil der Konferenz, die nun schon zum 12. Mal stattgefunden hat. Ökumene sei in der Jugendarbeit inzwischen zur positiven Gewohnheit geworden, machte der evangelische Jugendpfarrer Tobias Bilz deutlich und lud zusammen mit seinem katholischen Kollegen Ralph Kochinka bereits zur nächsten Ökumenische Hauptamtlichen-Tagung der Jugendarbeit ein, um diese Gewohnheit zu stärken und neu zu beleben. Das Gedankenexperiment „Bischofstausch wolle man aber nicht fortsetzen, sind sich die beiden Jugendpfarrer einig.

Holger Rehländer, Bistumsjugendseelsorge, und Christiane Thomas, Landesjugendpfarramt




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