Internationale Konferenz in St. Marienthal sucht länderübergreifende Lösungen für soziale Probleme

Caritas tagt zu globalisierter Sozialarbeit

Das Kloster St. Marienthal mit seinem Internationalen Begegnungszentrum.Dresden/Ostritz, 16.09.09: Erstmals veranstaltet die Caritas im Bistum Dresden-Meißen eine internationale Konferenz zur Lösung sozialer Probleme in Europa. Gemeinsam mit Caritas Europa, den Caritasverbänden von Legnica (Polen), Litomerice (Tschechien) und dem Bistum Görlitz hat der Verband vom 23. bis 25. September Experten aus Politik, Kirche und Caritas zu einer Pilotkonferenz eingeladen, um über die Gestaltung von sozialer Arbeit und über Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu sprechen. Die Tagung findet im Internationalen Begegnungszentrum in Ostritz (Kloster St. Marienthal) statt. Dabei werden verschiedene europäische Projekte vorgestellt und diskutiert. Zu Wort kommen sowohl Akteure in der Sozialarbeit als auch Betroffene. Der Görlitzer katholische Bischof Konrad Zdarsa hält zum Abschluss (25. September, 11 Uhr) einen Gottesdienst in der Klosterkirche. Die Veranstalter erwarten rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

„Die Rahmenbedingungen für soziales Engagement sind in Polen und in Tschechien anders als bei uns", sagt Tagungsleiterin Mechthild Gatter vom Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen. „Immer aber geht es um Menschen, die der Hilfe bedürfen und die wir befähigen wollen, ein eigenständiges Leben zu führen. Die sozialen Probleme machen an den früheren Grenzen nicht halt." Wichtig sei es, Erfahrungen auszutauschen und für die eigene Arbeit nutzbar zu machen. Es gehe darum, Menschen vor Ausgrenzung und Isolierung zu schützen, ein Thema, das die Europäische Union im Jahr 2010 besonders in den Blick nehme. „Wenn wir darüber nachdenken, wie wir in Europa die Wirtschaft, die Finanzpolitik, die Bildung oder die Infrastruktur gemeinsam gestalten, müssen wir das erst recht im Bereich der Sozialarbeit tun."

Gefördert durch das europäische Sozialprogramm Progress

Unterstützt wird die Pilotkonferenz in Ostritz durch das im Dezember 2006 beschlossene EU-Programm für Beschäftigung und soziale Solidarität (Progress). Mit einem Haushalt von mehr als 700 Millionen Euro für den Zeitraum von 2007 bis 2013 soll das Programm im Rahmen der sozialpolitischen Agenda zu mehr Wachstum und Beschäftigung beitragen Gefördert werden vor allem Projekte in den fünf großen Bereichen Beschäftigung, Sozialschutz und soziale Integration, Arbeitsbedingungen, Gleichstellung von Frauen und Männern sowie Kampf gegen Diskriminierungen. „Das Programm erleichtert es uns, das anspruchsvolle Ziel der EU zu realisieren, allen Menschen einen Arbeitsplatz und Chancengleichheit zu verschaffen", erklärte der zuständige EU-Kommissar Vladimir Spidla bei der Verabschiedung des Programms.

Für die in der Nachbarschaft zu Tschechien und Polen gelegenen Caritasverbände der deutschen Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz bedeutet dies eine stärkere Hinwendung zu den Lebensverhältnissen der Menschen und der Caritasarbeit in Osteuropa. Umgekehrt sind auch Tschechien und Polen an einer Zusammenarbeit mit der deutschen Caritas stark interessiert. Mechthild Gatter: „Die Probleme lassen sich nur bewältigen, wenn wir sie Hand in Hand lösen wollen. Auch in der Sozialarbeit stehen wir in Europa vor großen Herausforderungen."

Erwartet werden auch Gäste aus Italien, die im nächsten Jahr ein ähnliches Projekt starten wollen.

Andreas Schuppert 


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