Caritas startet Schuldnerberatung im Internet

Online-Beratung soll künftig schnelle Hilfe bieten


Mit dem Angebot reagiert der Wohlfahrtsverband auf steigende Anfragen und lange Wartezeiten. Unter www.beratung-caritas.de können sich Ratsuchende informieren und per E-Mail anonym beraten lassen.

Berlin/Dresden, 14.05.09: Seit Anfang Mai bietet die Caritas als erster Wohlfahrtsverband Schuldnerberatung im Internet an. Mit dieser Form der Beratung reagiert der katholische Wohlfahrtsverband auf steigende Anfragen und lange Wartezeiten. Über das Beratungsportal des Deutschen Caritasverbandes www.beratung-caritas.de können sich Ratsuchende informieren und per E-Mail anonym beraten lassen.

Lange Wartezeiten oder Anfahrtswege und Schwellenängste verhindern häufig den schnellen Kontakt zur Schuldnerberatung. Die Onlineberatung ermöglicht Ratsuchenden eine schnelle, kostenfreie und datensichere Hilfe. Vor allem jungen Menschen soll mit diesem modernen Kommunikationsmittel der Zugang zur Sozialberatung für Schuldner erleichtert werden.

Erfahrungen zeigen, dass Ratsuchende die Onlineberatung frühzeitiger als die Beratung vor Ort nutzen, um drängende Fragen zu klären. Onlineberatung beugt somit einer weiteren Überschuldung vor und ist eine sinnvolle Ergänzung der Schuldnerberatung vor Ort.

Neben einer Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen findet der Hilfesuchende auch die Adresse der Caritas-Schuldnerberatung in seiner Nähe. Ein zusätzlicher Nutzen des Online-Beratungsportals besteht darin, einfach und schnell auch zu anderen Problemen - wie beispielsweise dem Thema Sucht - Informationen zu erhalten.

Die Zahl der Menschen, die durch Ver- und Überschuldung in materielle, psychische und soziale Not geraten sind, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Derzeit gilt jeder zwölfte Haushalt in Deutschland als überschuldet. Rund drei Millionen Haushalte sind nicht mehr in der Lage, mit ihrem Einkommen bzw. Vermögen laufende Zahlungen zu erfüllen. Sie gelten als zahlungsunfähig. Die Berater in den Schuldnerberatungsstellen erwarten, dass steigende Arbeitslosigkeit in Folge der Finanzmarktkrise zu weiteren ver- und überschuldeten Haushalten führen wird.

Bundesweit gibt es zur Zeit ca. 1.000 Beratungsstellen mit etwa 1.550 Beratern. Die Caritas ist mit 270 Beratungsstellen der größte Anbieter. Gemessen an der Zahl der überschuldeten Haushalte ist der Bedarf jedoch bei weitem nicht gedeckt.

www.beratung-caritas.de


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