Immer mehr Männer werden "Krankenschwestern"

9 Männer und 18 Frauen beginnen Ausbildung an der Katholischen Krankenpflegeschule am Leipziger St. Elisabeth-Krankenhaus

Leipzig, 26.11.09: Auch im  Ausbildungsjahr 2009/2010 bestätigt sich der Trend: Immer mehr Männer streben in den Pflegeberuf. An der Katholischen Krankenpflegeschule am St. Elisabeth-Krankenhaus haben in diesem Jahr neun Männer ihre Ausbildung begonnen. Insgesamt zählt der Jahrgang 27 Schüler und Schülerinnen. In den vergangenen Jahren lag der Anteil der Männer konstant bei ein Viertel der Auszubildenden.

Jenny  Krüger und Paul Focking, die im September ihre Ausbildung am St. Elisabeth begonnen haben, werten den Trend positiv. „Es ist angenehm, nicht nur mit Frauen zusammen zu arbeiten", sagt Jenny. „Da gibt es weniger Zickerei." Paul wollte schon immer in einen sozialen Beruf - „Menschen bei der Genesung helfen." Da bot sich die Ausbildung zum Pfleger an.

Noch in den 70er Jahren war das ganz anders. „In unseren Klassen gab es gar keine Männer, höchstens mal einen", erinnert sich die Leiterin der Krankenpflegeschule, Karin Krause. „Männer wurden früher vor allem in der Psychiatrie eingesetzt, für einfache Tätigkeiten, oder wenn es schwere Lasten zu tragen gab." Auch heute, glaubt sie, ist der Pflegeberuf für Männer nicht selbstverständlich. Doch viele Bewerber werden im Zivildienst auf den Beruf aufmerksam, außerdem hat die Krankenpflege zunehmend technische Anforderungen.

Rund 700 Bewerbungen verzeichnete die Krankenpflegeschule am St. Elisabeth-Krankenhaus für den diesjährigen Lehrgang. Im Jahr zuvor waren es mit 1200 Bewerbern auf 27 Plätze sogar noch mehr. Bei der Auswahl der künftigen Azubis spielt das Geschlecht keine Rolle. „Die Abschlussnoten sind natürlich wichtig, aber auch Hobbies wie Musik oder Sport", sagt Schulleiterin Krause.

Gemeinschaft wird in der Ausbildung am St. Elisabeth-Krankenhaus ohnehin groß geschrieben. „Das gehört zu den christlichen Werten, die wir vermitteln wollen, ohne dass unsere Azubis getauft sein müssen", sagte Krause. Die Praxisausbildung ist mit dem angrenzenden Krankenhaus eng verwoben: „Wir lernen von ihnen, und sie lernen von uns", erzählt die Schulleiterin von Ärzten und Pflegepersonal auf den Stationen. So wird niemand betriebsblind und die vermittelten Krankenbilder bleiben realitätsnah.


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