Offener Tag beim ökumenischen Bischofstreffen bei Leipzig

Bischöfe danken für Glaubenszeugnisse im Fokolare-Zentrum Zwochau

Bischof Joachim Reinelt.Leipzig/Zwochau, 15.09.09: „Die Korrosion des Christlichen fordert die Kirchen heraus", so beschrieb der Dresdener Bischof Joachim Reinelt die Situation der Ortskirchen beim „Offenen Tag" am vergangenen Freitag, 11. September, im Rahmen des Ökumenischen Bischofstreffens in Zwochau bei Leipzig. Mehr als 120 Interessierte waren dafür in das Tagungszentrum der Fokolar-Bewegung gekommen. Anwesend waren die Bürgermeister von Delitzsch und Zwochau, verschiedene Bischöfe und Vertreter kirchlicher Gremien, die extra für diesen Tag angereist waren sowie Vertreter geistlicher Bewegungen und Gemeinschaften.
  
In einer Region, in der 80 Prozent der Bevölkerung keiner Kirche angehören, hätten die Christen nur eine Chance, wenn sie „brennen im Füreinander", so Bischof Reinelt weiter. Er zitierte den Initiator der Ökumenischen Bischofstreffen Bischof Klaus Hemmerle aus Aachen, der Christen der verschiedenen Kirchen aufgefordert habe, die „Faszination des Anderen" zu entdecken. Nur wenn Christen in der Lage seien, nicht nur auf sich selbst zu schauen, sondern sich Anderen zuzuwenden, Interesse für die Fragen, Sorgen und Freuden der anderen zu entwickeln, sei ein neuer Aufbruch für das Christentum möglich. 

Der Nachmittag zeigte eine bunte Palette solcher Erfahrungen des Miteinanders der Gemeinschaften und Bewegungen, des Engagements in der Ökumene und in der Jugendarbeit. Die Teilnehmer des Ökumenischen Bischofstreffens berichteten von ihren Eindrücken und Erfahrungen ihrer Tagung und gewährten Einblicke in die gewachsenen Beziehungen und Freundschaften unter den Vertretern verschiedener Kirchen, die in diesem Jahr in Lutherstadt Eisleben tagen. 

Landesbischof Johannes Friedrich lud als leitender Bischof der Vereinigten evangelischen Lutherischen Kirche Deutschland (VELKD) zu einem Empfang ein. Er habe im Ökumenischen Bischofstreffen „einen Vorgeschmack der Gemeinschaft der Kirchen insgesamt" erahnen können.     


Die Fokolar-Bewegung

Die Fokolar-Bewegung gehört zu den neuen geistlichen Aufbrüchen, die in den letzten 60 Jahren in den christlichen Kirchen entstanden sind. Ihre Ursprünge gehen auf das Jahr 1943 in Trient zurück. Mittlerweile ist sie in mehr als 180 Ländern der Welt vertreten. Ihr Ziel ist, den Geist der Einheit und Geschwisterlichkeit verstärkt in Kirche und Gesellschaft und in alle Bereiche des menschlichen Lebens hinein zu tragen. Seit 30 Jahren treffen sich auch Bischöfe der verschiedenen Kirchen und tragen diesen Geist der Einheit und der Geschwisterlichkeit vor allem durch ihr gelebtes Zeugnis des Miteinanders in ihre Kirchen und Länder hinein. Initiator der Bischofstreffen war der damalige Bischof von Aachen Klaus Hemmerle. 

af


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