Haus für Menschen mit Behinderungen wird nach Widerstandspfarrer benannt

Eröffnung des Aloys-Scholze-Hauses am 24. März in Gera

Der 1942 im KZ Dachau umgekommene Pfarrer Aloys Scholze wird Namenspatron eines Wohnheimes für Menschen mit Behinderungen in Gera. Mit einer Feierstunde wird morgen, am 24. März, um 14 Uhr das Haus eröffnet und erhält den Namen Aloys-Scholze-Haus.

Gera, 23.03.2009 (KPI): Der 1942 im KZ Dachau umgekommene Pfarrer Aloys Scholze wird Namenspatron eines Wohnheimes für Menschen mit Behinderungen in Gera (Hainstr. 20). Mit einer Feierstunde wird morgen, am 24. März, um 14 Uhr das Haus eröffnet und erhält den Namen Aloys-Scholze-Haus.

Als Ehrengast wird Prälat Hermann Scheipers (95) anwesend sein, der mit Aloys Scholze zusammen im Pfarrerblock des KZ Dachau inhaftiert war. Über Aloys Scholze sagt er: „(Er) war ein aufrechter Mann, ein würdiger Priester und ein eifriger Seelsorger. Er hatte wiederholt gesagt, dass er gern bereit sei sein Leben hinzugeben, wenn er dadurch helfen könne, dass das Übel der Nazibarbarei vom Deutschen Volk genommen würde."
Prälat Scheipers wird morgen früh (24.3.) um 9 Uhr in der katholischen Kirche St. Elisabeth (Gera, Kleiststr. 7) mit der Gemeinde zusammen die Heilige Messe feiern.

Das Aloys-Scholze-Haus in Gera bietet 24 Menschen mit vorrangig geistiger Behinderung barrierefreie Wohnungen, Therapieangebote und Assistenz in allen Bereichen des täglichen Lebens. Die meisten der Bewohner gehen einer Tätigkeit in nahegelegenen Werkstätten für Menschen mit Behinderungen nach. Das Haus ist Teil des Rehabilitationszentrums Stadtroda, dessen Träger die Josefs-Gesellschaft, die Stadt Stadtroda und der Saale-Holzland-Kreis sind.

Pfarrer Aloys Scholze

Aloys Scholze wurde 1892 in Dresden geboren. Nach seiner Priesterweihe war er von 1921-1926 als Kaplan in Gera tätig, anschließend in Leipzig-Lindenau. Ab 1928 war er Pfarrer in der Oberlausitz, zuerst in Kunnersdorf, ab 1.10.1931 in Leutersdorf. Nach der Machtübernahme der Nazis half er Verfolgten und Regimegegnern bei der Flucht über die nahe Grenze zur Tschechoslowakei. Diese Unterstützung politisch Verfolgter sowie seine regimekritischen Predigten führten zu seiner Verhaftung durch die Gestapo am 5.6.1941. Entkräftet und krank starb er am 1.9.1942 im sogenannten Pfarrerblock des KZ Dachau. Seine Asche wurde in Dresden auf dem Alten Katholischen Friedhof beigesetzt.


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