Im Kloster St. Marienthal wird wieder im Duett geklappert

Störche Wenzel und Marie besiedeln Nest im Kloster


Wenzel und Marie in trauter Zweisamkeit.
Vom Leben der Störche Wenzel und Marie im Kloster St. Marienthal berichtet Schwester M. Elisabeth Vaterodt.

Ostritz/St. Marienthal, 23.04.09: Bereits am späten Nachmittag des 28. März landete der Altstorch Wenzel punktgenau auf seinem Storchennest, das sich auf dem Schornstein der ehemaligen Brauerei im Kloster St. Marienthal befindet. Nach kurzem Verschnaufen vom langen Flug aus dem Süden richtete er das Nest, trug Nistmaterial und neue Zweige herbei.

Mit Spannung wurde in den darauf folgenden Tagen die Rückkehr seiner Partnerin Störchin Kunigunde erwartet. Doch die ließ auf sich warten. Mehrere Male musste Wenzel den Horst gegen Eindringlinge verteidigen. Noch zu Ostern war er allein und hielt Ausschau nach Kunigunde. Auch in den Storchennestern im näheren Umfeld waren die Storchenfrauen noch nicht zurückgekehrt.

In den Mittagsstunden des 15. April verkündete lautes Klappern im Duett, dass Wenzel seine Einsamkeit beendet war. Doch es war nicht Kunigunde, die sich ihm zugesellte, sondern eine neue Störchin, die er sich buchstäblich vom Himmel geklappert hat, als eine kleine Gruppe Störche über dem Kloster kreiste. Die Neue trägt einen Ring. Sollte das Ablesen des Ringes gelingen, ist mit Sicherheit zu bestimmen, wie alt die Störchin ist und woher sie stammt.

Inzwischen sind Marie und Wenzel ein Paar und man darf auch in diesem Jahr auf eine erfolgreiche Brut hoffen. Dass Kunigunde, die im vorigen Jahr am selben Tag wie Wenzel zurückkehrte, ausblieb, lässt befürchten, dass ihr auf dem langen Flug etwas zugestoßen ist. Es ist aber auch noch möglich, dass sie in den nächsten Wochen eintrifft, da sich noch immer Störche auf dem Rückflug befinden.

Das würde jedoch für Wenzel und seine Brut mit der neuen Störchin ein Drama werden, denn die erste Störchin würde den Storch und den Horst zurückerobern und das Gelege zerstören.

Auf der neuen Nisthilfe im Klostergarten, die im letzten Jahr errichtet wurde, konnte am 10. und 11. April ein fremder Storch beobachtet werden, der sich offensichtlich vorübergehend für diesen Standort interessierte. Es besteht also berechtigte Hoffnung, dass dieser Horst in den nächsten Jahren ebenfalls besetzt wird.

Das Geschehen auf dem Storchenhorst der ehemaligen Brauerei lässt sich auch in diesem Jahr wieder über den Bildschirm der Storchennestkamera – neuerdings auch mit Tonübertragung – beobachten. Dieser große Bildschirm befindet sich im Vorraum der Ausstellung „Ora et labora“,
die täglich von 6.30 bis 19.30 Uhr geöffnet ist.

Schwester M. Elisabeth Vaterodt

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