Musik aus Mexiko in Bautzen, Dresden und Freiberg

Affetti Musicali gastiert in Freiberg, Schmochtitz und Dresden


Affetti Musicali aus Mexiko.
Das mexikanische Ensemble „Affetti Musicali“ gibt in Sachsen Konzerte in Freiberg, Schmochtitz und Dresden. Die fünfköpfige Formation verschmilzt Musik der spanischen Renaissance mit den Rhythmen der mexikanischen Ureinwohner.




Bautzen/Dresden/Freiberg, 23.03.2009 (KPI): Vom 1. bis 15. April 2009 gastiert das mexikanische Ensemble „Affetti Musicali“ in Deutschland. Drei Konzerte davon finden in Sachsen statt:
- Donnerstag, 2. April, 19.30 Uhr: Freiberg, Johanneskirche (An der Chemnitzer Straße)
- Freitag, 3. April, 20.00 Uhr: Schmochtitz bei Bautzen, Bischof-Benno-Haus (Benefizkonzert für das Projekt „Indgena“) *)
- Samstag, 4. April, 17.00 Uhr: Dresden, Musik in St. Martin (Garnisonkirche / Stauffenbergallee)

Die fünfköpfige Formation verschmilzt Musik der spanischen Renaissance mit den Rhythmen der mexikanischen Ureinwohner sowie christlich-arabischen und afrikanischen Einflüssen. Es handelt sich um Werke des 17. Jahrhunderts aus den Archiven der Kathedralen von Puebla, Mexiko-Stadt und Oaxaca, darunter die beiden ältesten in Mexiko komponierten Motetten aus dem Jahr 1580. Einen großen Teil des Konzertes bilden die sogenannten „negros“ - weltliche und geistliche Stücke, in denen die Verschmelzung der beiden Kulturen (indigene Rhythmen und Sprache einerseits und europäische Kompositionstradition andererseits) zum Ausdruck kommt.

Hintergrund: Die Musik Neuspaniens

Die Ankunft der Spanier leitete einen radikalen Bruch in allen Lebensbereichen der Urbevölkerung Mexikos ein, bei denen die Musik keine Ausnahme machte. Der spanische Beitrag bestand darin, die Musik der spanischen Renaissance mit den Rhythmen der Ureinwohner, mozarabischen und afrikanischen Einflüssen zu verschmelzen.
Die Kathedralen der ersten Städte Neuspaniens waren die Wiege, aus der diese neue Musik hervorgebracht wurde. Die ersten zwölf Franziskanermönche, die 1524 in Mexiko ankamen, sahen sich vor die Aufgabe gestellt, die Urbevölkerung zum Christentum zu bekehren. Sie fanden in der Musik eine der wirkungsvollsten Methoden, ihr Vorhaben zu erfüllen, da die Ureinwohner großes Können und Fähigkeiten darin besaßen.

So waren ihren Klöstern Schulen angegliedert, in denen das Gros der Schüler nur Lesen, Schreiben, Gebet und Musik zu absolvieren hatte. Die Musik im Alten Mexiko hatte zwei Funktionen: Zunächst war sie bei Feierlichkeiten in Form von Gebet, Gesang und Tanz ein wichtiger Bestandteil der Kultur. Weiterhin war sie einer Gruppe von Ausgewählten vorbehalten, die sich in musikalischen Techniken schulen ließ.

In Puebla wurde die Schule Compania de Jesus gegründet. Diese machte die Stadt zusammen mit diversen anderen Schulen zum Mittelpunkt der musikalischen Entwicklung in Mexiko. Hier lebten und arbeiteten die berühmtesten Kapellmeister, Komponisten, Sänger und Instrumentalisten, die die Werke dieser Zeit schufen.

*) Hintergrund: Benefizkonzert „Indgenas“ / Schmochtitz, 3. April

Rund zwölf Millionen Menschen werden in Mexiko den Indgenas, der Urbevölkerung, zugerechnet. Obwohl sie damit mehr als zehn Prozent des mexikanischen Volkes ausmachen, werden sie diskriminiert und ausgegrenzt. Auf der Suche nach einem besseren Leben für sich und ihre Kinder haben mittlerweile Tausende Ureinwohner ihre Heimat verlassen und sind in die Hauptstadt gezogen. Hinter hohen Metalltoren und Mauern, die verlassene Grundstücke umschließen, haben sich Hunderte Familien verschiedener indigener Ethnien aus den südlichen Bundesstaaten Mexikos niedergelassen. Sie leben in den „ciudades perdidas“, den so genannten „verlorenen Städten“, in eng aneinandergereihten Bretterbuden – von der Gesellschaft weitestgehend ignoriert. Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Bewohnern und der gefürchteten Spezialeinheit „Alamo“.

Diese Situation will Anglica Fernndez Bautista zusammen mit ihrem Team von „Critas Indgenas y Migrantes“ verändern und setzt dabei auf die Wiederbelebung der traditionellen indigenen Gemeinschaften, in denen gegenseitige Solidarität einen hohen Stellenwert hat. Nach und nach entstehen auf diese Weise kleine Inseln indigener Selbstverwaltung, die ihre Interessen im Verbund vertreten und gemeinsam um Anerkennung kämpfen.

Ziel der Critas ist es, die Bewohner der „ciudades perdidas“ ins öffentliche Bewusstsein zurückzuholen. Neben konkreter Hilfe, wie zum Beispiel Bildungskurse sowie Rechts- und Gesundheitsberatung, ist die Critas Wegbereiter für eine Indgena-Seelsorge, welche die Spiritualität der unterschiedlichen Volksgruppen berücksichtigt. Dazu gehören zum Beispiel Gottesdienste in Muttersprache und die Feier traditioneller religiöser Feste.

Das katholische Hilfswerk Adveniat trägt einen Teil der Personalkosten und unterstützt die Entwicklung und den Druck zweisprachiger Materialien.
MB

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