Not noch zu wenig erkannt

Christen gingen erstmals den Kreuzweg der Arbeitslosigkeit


Besonders Erwerbslose bräuchten die besondere Zuwendung der Christen, sagte Bischof Reinelt gestern beim „Kreuzweg der Arbeitslosigkeit“, zu dem der Diözesancaritasverband und das Bistum Dresden-Meißen eingeladen hatten.

Dresden, 09.04.2009: Zu einer stärkeren Aufmerksamkeit für die Nöte der Mitmenschen hat der Bischof des Bistum Dresden-Meißen, Joachim Reinelt aufgerufen. Besonders Erwerbslose bräuchten die besondere Zuwendung der Christen, sagte Bischof Reinelt beim „Kreuzweg der Arbeitslosigkeit“, zu dem der Diözesancaritasverband, der Dekanatscaritasverband Dresden und das Bistum Dresden-Meißen am 8. April erstmals eingeladen hatten.

Die Not vieler Menschen, so Bischof Reinelt weiter, werde in der Gesellschaft immer noch zu wenig erkannt. Die Situation vieler Firmen in Sachsen zeige jedoch, dass sich das Problem noch verschärfen werde. „Ich hoffe, dass sich immer mehr diesem Problem stellen und versuchen, Abhilfe zu schaffen.“

Mit der Initiative wollten die Caritas und das Bistum Dresden-Meißen ein Zeichen gegen Ausgrenzung und soziale Ungerechtigkeit setzen und auf die Situation der Arbeitslosen aufmerksam machen, die oft vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sind. An dem Kreuzweg, der über vier Stationen vom Caritasverband Dresden bis zur Kathedrale führte, nahmen rund 50 Betroffene, Gläubige aus den katholischen und evangelischen Gemeinden Dresdens sowie Caritas-Mitarbeiter teil.

„Es sollte ein stilles, aber doch sichtbares Signal sein“, betont der Caritasdirektor für das Bistum Dresden-Meißen, Matthias Mitzscherlich. Arbeitslosigkeit sei nicht mehr nur das Problem einzelner, sondern habe die gesamte Gesellschaft erfasst. Besonders für Kinder und Jugendliche bedeute die Arbeitslosigkeit der Eltern oft Verzicht auf das, was für andere Gleichaltrige selbstverständlich ist. „Arbeit ist mehr als Beschäftigung“, sagte Mitzscherlich. Sie bedeute grundlegende Entfaltung der Persönlichkeit und Teilhabe an der Gesellschaft.

Auch für Sachsen wird sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt verschärfen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der erwerbslosen Männer im März auf 307.424 weiter an. Das entspricht einer Quote von 14,2 Prozent.

Andreas Schuppert

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