Weihe der Heiligen Öle in der "Missa chrismatis"

am 6. April in Dresden


Zur „Missa chrismatis“ kamen Priester aus dem gesamten Bistum in die Kathedrale.
Chrisam-, Katechumenen- und Krankenöl weihte Bischof Reinelt im Beisein der Priester aus dem gesamten Bistum heute in der Dresdener Kathedrale. Der Eucharistiefeier schloss sich ein Priestertag an.

Dresden, 06.04.09 (KPI): Es ist ein beeindruckendes Bild, das sich an diesem Montagmorgen der Karwoche in der Kathedrale bietet: Priester aus dem gesamten Bistum füllen die Bankreihen des gewaltigen Kirchenschiffs. Ob aus Ostritz ganz im Osten der Diözese oder Netzschkau ganz im Westen, ob Benediktinerpater aus dem Kloster Wechselburg oder Salesianerpater aus Chemnitz: von überallher kommen die Priester, Kapläne und Diakone an diesem Morgen in Dresden zusammen, feiern mit Bischof Joachim Reinelt die "Missa chrismatis". In der "Chrisammesse" weiht der Bischof die Heiligen Öle, die von Ostern an für Taufen, Firmungen oder Krankensalbungen gebraucht werden.

Sechs Diakone trugen die Öl-Gefäße in die Kathedrale.

Kranken- und Katechumenenöl sind reines Olivenöl. Dem Chrisam ist ein wohlriechender Balsam beigemischt. Das Katechumenenöl wird für Salbungen von Taufbewerbern benötigt, mit dem Krankenöl werden Kranke und Gebrechliche gesalbt.

Bischof Reinelt zelebrierte die Eucharistiefeier.

Der Chrisam findet bei Taufen, Firmungen, Priester- und Bischofsweihen Verwendung, aber auch bei der Weihe von Kirchen, Altären oder liturgischen Geräten.

Das Chrisam-, Katechumenen- und Krankenöl konnten die Priester des Bistums im Anschluss an die Heilige Messe in kleine Gefäße abfüllen und in ihre Pfarreien mitnehmen.

In seiner Predigt rief Bischof Reinelt die Pfarrer und Kapläne seines Bistums dazu auf, sich angesichts rückläufiger Einwohner- und Gläubigenzahlen in vielen Gemeinden in Sachsen und Ostthüringen an ihre Berufung zum Priester zu erinnern. "In einer Zeit, in der es modisch zu sein scheint, zu klagen", so der Bischof wörtlich, sollten sie sich auf ihre Priesterwürde besinnen. Die Salbung der Hände bei der Priesterweihe sei ein Zeichen dafür, sich von Christus beschenken zu lassen und diese Gabe selbst weiterzuschenken. Priestertum sei nicht durch Passivität gekennzeichnet. So sollten die Geistlichen "Christus die Hände zur Verfügung stellen, und bitten, dass Christus uns an der Hand nimmt", so der Bischof von Dresden-Meißen.

Bischof Reinelt weihte die Heiligen Öle.

Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Priester mit dem Bischof zum "Dies sacerdotalis", dem Tag der Priester, im nahegelegenen Haus der Kathedrale. Der Oratorianer Dr. Siegfried Hübner aus Berggießhübel sprach hier zu den Teilnehmern des Tages.



Gleichzeitig wurde im Rahmen des Gottesdienstes eine Ausstellung über Stepan Kardinal Trochta in der Dresdner Kathedrale eröffnet, die bis Pfingsten zu sehen sein wird.

Auf neun Tafeln behandelt eine Ausstellung in der Gedächtniskapelle der Kathedrale das Leben und Wirken von Kardinal Trochta (1905-1974), Salesianer und Bischof von Leitmeritz/Litomerice.

Trochta war der erste tschechische Salesianer-Bischof. Er verbrachte fast 13 Jahre seines Lebens in Gefängnissen - zuerst in nationalsozialistischen, darunter auch die Konzentrationslager Mauthausen und Dachau, später in kommunistischen. Er war 27 Jahre Bischof. Staatlicherseits verfolgt, beschattet und behindert, konnte er seine Funktion aber nicht einmal ganze neun Jahre davon ausüben.

Würdigte zum Ende des Gottesdienstes Kardinal Trochta, dessen Todestag sich am heutigen 6. April zum 35. Mal jährte: Salesianerpater Benno Benesch, der selbst zu Zeiten der Tschechoslowakei im Untergrund zum Priester geweiht worden war.

Michael Baudisch

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