Zivildienstleistende diskutieren mit Bundesbeauftragtem

Caritasdirektor Mitzscherlich wendet sich gegen Verkürzung des Zivildienstes

v.l.n.r.: Caritasdirektor Mitzscherlich, Dr. Kreuter, Bischof Reinelt

Caritasdirektor Matthias Mitzscherlich, der Bundesbeauftragte für den Zivildienst Dr. Jens Kreuter und Bischof Joachim Reinelt (v.l.n.r.) sprachen in Dresden mit jungen Männern über die Situation von Zivildienstleistenden in Sachsen.

Dresden, 16.11.09 (KPI): Ein Bild der Situation der Zivildienstleistenden in Sachsen hat sich der zuständige Bundesbeauftragte, Dr. Jens Kreuter, am vergangenen Freitag in einem Gespräch mit einer Gruppe junger Männer im Sankt Marienkrankenhaus in Dresden-Klotzsche verschafft. Die zum Großteil 19- und 20-jährigen Teilnehmer absolvieren derzeit ihren Zivildienst in katholischen Einrichtungen des Bistums Dresden-Meißen und der Diözesancaritas, vom Kindergarten über Krankenhäuser und Altenpflegeheime bis hin zu katholischen Schulen, Pfarreien, Jugendhäusern oder dem Dresdner Kapellknabeninstitut. Sie leisten dabei unter anderem Hausmeisterarbeiten, übernehmen einfache Pflege- und Betreuungsaufgaben oder absolvieren Fahrdienste. An der Begegnung nahmen auch der Dresdner Bischof Joachim Reinelt sowie der Caritasdirektor des Bistums, Matthias Mitzscherlich, teil.  

Der Caritasdirektor würdigte den Einsatz der jungen Männer: "Ich freue mich sehr über ihren Dienst, der uns in der Caritas sehr weiterhilft", so Matthias Mitzscherlich. Gerade im Pflegesektor sei die persönliche Zuwendung der Zivildienstleistenden unersetzbar. Hier sei ihr Einsatz eine wertvolle Bereicherung. Aber auch in anspruchsvollen Tätigkeiten, etwa bei der Betreuung Schwerbehinderter, sei ihr Engagement vorbildlich. Gegenüber Plänen, die Dauer des Zivildiensts um drei Monate zu verkürzen, übte Caritasdirektor Mitzscherlich Kritik. In Bereichen wie dem Rettungsdienst werde es aufgrund der aufwendigen Schulungs- und Einarbeitungszeiten dann kaum noch Möglichkeiten geben, Zivildienstleistende einzusetzen. Laut Vereinbarung der CDU- und FDP-Koalition sollen Wehr- und Zivildienst ab Januar 2011 von derzeit neun auf dann sechs Monate verkürzt werden. 

In Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen oder Kindergärten gibt es für Zivis viel zu tun.

In Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen oder Kindergärten gibt es für Zivis viel zu tun. Hier junge Männer, die ihren Zivildienst in einer katholischen Einrichtung leisten.

Der Bundesbeauftragte für den Zivildienst, Dr. Kreuter, stellte die Möglichkeit in Aussicht, eine Verkürzung des Zivildienstes könnte durch einen Ausbau des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) ausgeglichen werden. Gleichzeitig äußerte er den Wunsch, Zivildienstleistenden die Option einzuräumen, ihre Dienstzeit freiwillig zu verlängern. Derzeit sei dies nicht möglich. 

Bischof Reinelt nannte den Zivildienst eine Chance für die jungen Männer, bleibende Erfahrungen für die eigene Entwicklung sammeln zu können. Gerade in Diensten, bei denen sie anderen Menschen helfend und unterstützend zur Seite stünden, würde die eigene Selbstentfaltung gefördert, so Joachim Reinelt, der in der Deutschen Bischofskonferenz die Caritaskommission leitet.  

Michael Baudisch


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