25 Jahre nach dem Katholikentreffen 1987

Erinnerungen an das DDR-weite Katholikentreffen mit über 100.000 Teilnehmern


Vom 10. bis 12. Juli 1987 fand das erste und einzige DDR-weite Katholikentreffen in Dresden statt. Etwa 100.000 Menschen nahmen daran teil. Wir haben für Sie viele Informationen und eine Fotoschau dazu zusammengestellt.


Genau 25 Jahre ist es her: vom 10. bis zum 12. Juli 1987 fand in Dresden das erste und einzige DDR-weite Katholiken-
treffen statt. Über 100.000 Menschen nahmen daran teil. Viele Gläubige erinnern sich noch heute gerne an den Geist und die Eindrücke dieser Tage. Wir haben für Sie viele Informationen dazu und eine Fotoschau mit Bildern aus dem Archiv der Pressestelle des Bistums zusammengestellt.


Festgottesdienst mit etwa 80.000 Menschen im Großen Garten am 12. Juli 1987.

 

 

 

 






Junge Sorbinnen in Festtracht beim Festgottesdienst.




Joseph Ratzinger, damals Kurienkardinal in Rom, reiste als Vertreter des Papstes nach Dresden. Am 10. Juli feierte er in der Kathedrale der Elbestadt ein Pontifikalamt und sprach vor insgesamt 1.200 Priestern und kirchlichen Mitarbeitern in zwei Vorträgen über "Gottes Macht - unsere Hoffnung" - das Leitwort des Katholikentreffens. 2005 wurde er zum Papst gewählt - als Benedikt XVI. ist er seither Oberhaupt der katholischen Kirche.

 






Weihbischof Georg Weinhold (Dresden) beim Katholikentreffen.




Auch der heutige Dompfarrer Klemens Ullmann beobachtete interessiert das Geschehen.




Als Vorsitzender der Berliner Bischofskonferenz hatte Joachim Kardinal Meisner längere Zeit versucht, die DDR-Oberen für einen Besuch Papst Johannes Pauls II. beim Katholikentreffen zu gewinnen. Das Vorhaben scheiterte. Die Forderungen des DDR-Regimes wurden zu umfangreich. Unter anderem wünschte die DDR-Führung einen Besuch des Papstes in Berlin - einen Exkurs in den Westteil der Stadt hätte das Kirchenoberhaupt dabei aber nicht unternehmen sollen.




v.l.n.r.: Bischof Gerhard Schaffran (Dresden-Meißen), Joseph Kardinal Ratzinger, Joachim Kardinal Meisner (Berlin).




Das Katholikentreffen 1987 als einer der Tropfen, die das DDR-Fass auf dem Weg zur Friedlichen Revolution 1989 füllten - so wertet Prälat Dieter Grande (Dresden) das Treffen heute. Beim Katholikentreffen selbst hatte er das Kinderprogramm organisiert. Hier dirigiert er in der Freilichtbühne "Junge Garde" das Kindermusical "Noah unterm Regenbogen". Der damalige Dresdner Dompfarrer war später Leiter der neu errichteten Pressestelle der Berliner Bischofskonferenz. Nach der Wende wertete er die Stasitätigkeiten gegenüber der katholischen Kirche aus.

 

 

 

 

 

 

 






Für die (west)deutsche Bischofskonferenz reiste der Mainzer Bischof Karl Lehmann (vordere Reihe, Dritter von rechts) als Stellvertreter des Vorsitzenden Joseph Kardinal Höffner an. Später leitete Lehmann selbst lange Jahre die Deutsche Bischofskonferenz.




Joseph Ratzinger - heute Benedikt XVI. - übernachtete bei seinem Besuch in Dresden als Gast des Bischofs von Dresden-Meißen, Gerhard Schaffran, in einem Gästezimmer im Gartenhaus des Bischöflichen Anwesens in Dresden-Pillnitz.




Wallfahrtscharakter sollte das Katholikentreffen im Gegensatz zu westdeutschen Katholikentagen prägen. Diskussionsrunden fanden daher verstärkt bei einem vorgelagerten "Kleinen Katholikentreffen" statt - mit festgelegten 3.000 Delegierten in zehn Arbeitsgruppen und unter Ausschluss von Presse und Öffentlichkeit.




Kardinal Joachim Meisner aus Berlin sprach den Teilnehmerinnen und Teilnehmern beim Abschlussgottesdienst aus dem Herzen, als er sagte: "Die Christen in unserem Land möchten ihre Begabungen und Fähigkeiten in unsere Gesellschaft einbringen, ohne dabei einem anderen Stern folgen zu sollen als dem von Betlehem."




In einem Grußwort, das bei der Schlusskundgebung im Großen Garten verlesen wurde, schrieb Papst Johannes Paul II. den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Treffens: "Wer Gott zu seinem Herrn erwählt hat, ist nicht mehr Sklave von Menschen, Systemen oder Dingen. (...) Wie die Welt Christus braucht, so braucht Euer Land die Christen." Auch Schwestern aus Marienstern und Marienthal nahmen an dem Treffen teil.





Das Katholikentreffen 1987: Für viele Katholiken eine Bestätigung des eigenen Arbeiten und Wirkens und ein mutiger Fingerzeig auf dem Weg zu wichtigen Veränderungen in der DDR.







Auch der Ende 2006 verstorbene Zisterzienserpater Ubald Kansy (Bildmitte) aus Rosenthal nahm am Katholikentreffen teil.





Zum Pastoraltag am 10. Juli 1987 kommen 1.200 Priester, Diakone und kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunächst zu einer heiligen Messe und danach zu zwei Vorträgen mit Kardinal Ratzinger in der Kathedrale zusammen. Die Texte dieser Reden sind in den St.-Benno-Kalendern 2008 und 2009 abgedruckt.




Am Abend um 20 Uhr wird das Treffen eröffnet. Auf Schlossplatz und Augustusbrücke sind 12.000 Gläubige versammelt.

 






Am 11. Juli stand "Begegnung" im Mittelpunkt. In 15 Kirchen, auch evangelischen, fanden Gottesdienste statt (Foto: Der heutige Rundfunkbeauftragte Msgr. Eberhard Prause als Pfarrer der Dresdner Pfarrei Herz-Jesu). In zehn Themengruppen sprechen 3.000 Delegierte im Rahmen eines "Kleinen Katholikentreffens" über wichtige Fragen der katholischen Christen in der DDR. Im Großen Garten gibt es ab dem Mittag ein Festprogramm. In der Jungen Garde läuft die Kinderveranstaltung.




Am Ende des Nachmittags werden sechs Kreuze, die zuvor durch die Ost-Diözesen unterwegs waren, zu einem einzigen Kreuz vor der Kathedrale zusammengestellt. Landesbischof Hempel spricht für die evangelische Kirche.





Auf der Elbwiese vor dem heutigen Finanzministerium treffen sich tausende Jugendliche unter dem Motto "Exodusfeier" zu Musik, Programm und Gesprächen. Am Abend ziehen sie über die Augustusbrücke zur Kathedrale. Die mitgeführten Plakate versetzen die Staatlichen Aufseher in Unruhe.






Am 12. Juli findet um 10 Uhr der große Festgottesdienst mit 80.000 Teilnehmern im Großen Garten statt. Kardinal Meisner predigt. Um 14 Uhr beginnt die Schlussfeier im Großen Garten, zu der ein heftiger Regenguss auf die Besucher niederprasselt.

 






Das Motto des Katholikentreffens: „Gottes Macht – unsere Hoffnung“ schuf in vielerlei Hinsicht beschwingte Stimmung.

Fotos: Sabine Nitzschke/Pressestelle Bistum Dresden-Meißen
Texte: Michael Baudisch/Pressestelle Bistum Dresden-Meißen



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