Weihbischof Georg Weinhold (78) verstorben

Requiem und Beerdigung am Sonnabend, 19. Oktober

Weihbischof Georg Weinhold
       Weihbischof em. Georg Weinhold


Dresden, 11.10.2013 (KPI): Der emeritierte Dresdner Weihbischof und amtierende Domdekan des Dresdner Domkapitels St. Petri Georg Weinhold (78) ist tot. Der beliebte und hochverdiente Seelsorger des Bistums Dresden-Meißen starb am Abend des 10. Oktober in seiner Wohnung in Dresden. Weihbischof em. Georg Weinhold wurde 1973 zum Bischof geweiht und war damit einer der dienstältesten katholischen Bischöfe in Deutschland. Er erlebte in seine Amtszeit die friedliche Revolution und die deutsche Wiedervereinigung. Bis zuletzt leitete er als Domdekan das Domkapitel St. Petri, eines der wichtigsten Leitungsgremien des Bistums.

Bischof Dr. Heiner Koch: „Der Tod unseres Weihbischofs Georg Weinhold ist ein unersetzbarer Verlust für unser Bistum. Wir verlieren mit ihm einen charismatischen und leidenschaftlichen Seelsorger. Ich bin für die Begegnungen mit diesem großen Priester unseres Bistums sehr dankbar. Wenn er aus seinem langen Erfahrungsschatz auf die Geschichte und Entwicklung unserer Region zurückblickte, waren das für mich immer bereichernde und frohe Begegnungen.“

Alle Gemeinden des Bistums sind aufgerufen, in den Gottesdiensten am kommenden Sonntag besonders für den Verstorbenen zu beten. Im Bischöflichen Ordinariat – wo Weihbischof Weinhold bis zuletzt jeden Morgen regelmäßig die Heilige Messe feierte – wird heute mit einem besonderen Mittagsgebet des Verstorbenen gedacht.


Zur Person – Weihbischof Georg Weinhold

Am 28. November 1934 in Zittau (Oberlausitz) geboren, blieb Georg Weinhold seiner Heimat stets eng verbunden und freute sich, wenn er mit seinem Gegenüber im heimischen Dialekt sprechen konnte. Er studierte Theologie in Erfurt und Neuzelle und wurde am 19. Dezember 1959 durch Bischof Otto Spülbeck im Petridom zu Bautzen zum Priester geweiht. Als Kaplan war er in Kamenz (1960-1965) und in Leipzig-Connewitz (1965-1968) tätig. 1968 wurde er zunächst Pfarrvikar, später dann Pfarrer in Dippoldiswalde. 1971 berief ihn Bischof Gerhard Schaffran als Ordinariatsrat in die Bistumsverwaltung. Am 5. Juli 1973 wurde er zum Titularbischof von Idicra und Weihbischof im Bistum Meißen ernannt und am 8. September 1973 durch Bischof Gerhard Schaffran zum Bischof geweiht. Er war damit der erste und bislang einzige Weihbischof seit Wiedererrichtung des Bistums Meißen 1921. Sein Wahlspruch lautete: "Zum Lob Seiner herrlichen Gnade". Dieser Satz brachte den Dank für die Gnade der Berufung zum Bischofsamt zum Ausdruck.

1976 wurde Weihbischof Georg Weinhold ins Domkapitel berufen. Seit 1990 leitete er dieses Gremium als Domdekan des Domkapitels St. Petri zu Dresden. 1997 berief ihn Bischof Joachim Reinelt zum Generalvikar des Bistums Dresden-Meißen. Sieben Jahre lang übte er dieses Amt aus. In der Deutschen Bischofskonferenz arbeitete er in der Kommission für Geistliche Berufe und kirchliche Dienste mit und leitete darin die Arbeitsgruppe "Institute des geweihten Lebens".

Am 22. August 2008 nahm Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch von Weihbischof Georg Weinhold an und entpflichtete ihn von seinen Aufgaben. Im September hatte er noch mit zahlreichen Gästen sein 40-jähriges Bischofs-Weihejubiläum feiern können.

Sein Humor, seine Bodenständigkeit und sein unkompliziertes Zugehen auf die Menschen, besonders aber seine leidenschaftliche Art, für Gott und den Glauben zu werben, werden den Gläubigen des Bistums stets im Gedächtnis bleiben.

Das Requiem für Weihbischof Georg Weinhold findet am Sonnabend, 19. Oktober, um 10 Uhr in der Kathedrale in Dresden statt. Die Beerdigung erfolgt im Anschluss auf dem Alten Katholischen Friedhof (Friedrichstr. 54). Gelegenheit zur Begegnung besteht danach im Saal des nahegelegenen Diözesancaritasverbands, Magdeburger Str. 33. Bereits um 9 Uhr wird in der Dresdner Kathedrale zum Rosenkranzgebet für den verstorbenen Weihbischof eingeladen.



Hinweis:

Die Gläubigen aus Dresden und Umgebung sind gebeten, für die Anfahrt zu Requiem und Beerdigung bitte öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Die Gottesdienstbesucher von außerhalb sollten eine der Tiefgaragen im Stadtinneren nutzen, beispielsweise in guter Lage zwischen Kathedrale und Friedhof: Parkhaus Mitte, Magdeburger Straße 1.

Das Beerdigungsinstitut stellt einen kostenfreien Bustransfer von der Kathedrale zum Friedhof Friedrichstraße zur Verfügung. Die Busse fahren nach der Beerdigung auch wieder ins Stadtinnere. Außerdem wird nach der Begegnungsmöglichkeit im Diözesancaritasverband ein Transfer von der Magdeburger Straße ins Stadtinnere angeboten.

Spenden in der Intention unseres Weihbischofs werden erbeten an das Kloster St. Marienthal:
Konto-Nummer:  30 00 06 01 10
Bankleitzahl: 850 501 00
Kreditinstitut: Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien
Verwendungszweck: Hilfe für Marienthal
Empfänger: Kloster St. Marienthal
IBAN DE 69 85 05 01 00 30 00 21 66 25
BIC WELADED1GRL
 


Stichwort: Weihbischof

Bischöfe, die ein Bistum leiten, werden Diözesanbischöfe genannt. Ihnen zur Seite stehen oft ein oder mehrere Weihbischöfe, die unter anderem bischöfliche Weihehandlungen – etwa Priester-, Kirchen- und Altarweihen – oder beispielsweise die Spendung des Firmsakraments vornehmen. Daher leitet sich der Name Weihbischof ab.

Weihbischöfe tragen ebenfalls die bischöflichen Amts- und Ehrenzeichen wie Ring, Hirtenstab und Mitra und haben als Mitglieder des Kollegiums aller katholischen Bischöfe teil an der Lehrvollmacht der Gesamtkirche, die etwa bei den Beratungen und Beschlüssen eines Konzils zum Ausdruck kommt. In der Diözese ist der Weihbischof Bischofsvikar, er nimmt also einen speziellen Aufgabenbereich im Namen des Diözesanbischofs eigenverantwortlich wahr.

Entwickelt hat sich die Rolle des Weihbischofs im 13. und 14. Jahrhundert, als immer mehr Bischöfe aus dem Orient vertrieben und im Abendland aushilfsweise mit bischöflichen Weihehandlungen betraut wurden. Seither trägt jeder Weihbischof als Titel den Namen einer untergegangenen Diözese. Georg Weinhold ist Titularbischof von Idicra. Die Stadt in Nordafrika, in der früheren römischen Provinz Numidien gelegen, existiert heute nicht mehr.

Ein Weihbischof wird vom Papst ernannt. Dazu reicht der Diözesanbischof gewöhnlich eine Liste mit drei besonders geeigneten Kandidaten für das Amt im Vatikan ein.


Stichwort: Domkapitel

Das Domkapitel ist nach dem Bischof eines der wichtigsten Organe des Bistums. Es gehört zu seiner Hauptaufgabe, für die feierliche Gestaltung der Gottesdienste in der Kathedrale – also der Bischofskirche – zu sorgen. Zu seinen weiteren Aufgaben zählt es, beratend und unterstützend für den Bischof tätig zu sein. Außerdem übernimmt das Domkapitel die Leitung des Bistums beim Tod oder der Versetzung eines Bischofs. Darüber hinaus fällt dem Domkapitel im Bistum Dresden-Meißen eine Hauptrolle bei der Wahl eines neuen Bischofs zu.

Das Domkapitel wird ausschließlich mit Geistlichen besetzt. Ihre Zahl ist in Verträgen mit dem Vatikan festgelegt. Der emeritierte Weihbischof Georg Weinhold steht dem Domkapitel als Domdekan vor. Weitere Domkapitulare sind: Michael Bautz, Generalvikar; Klemens Ullmann, Dompfarrer in Dresden; Dr. Bernhard Dittrich, Pfarrer in Meißen; Alfred Bock, Krankenhauspfarrer in Dresden; Stephan Delan, Pfarrer in Radibor. Auch die Ehrendomkapitulare Hermann Scheipers und Gregor Decker durften an der Bischofswahl teilnehmen.
Seinen historischen Ursprung hat das Domkapitel in der Priesterschaft einer Bischofsstadt. In der Kirche des Bischofs kamen diese Priester zusammen, um miteinander Gottesdienst zu feiern und das Stundengebet zu beten. Im Lauf der Jahrhunderte erlangte das Domkapitel eine hohe rechtliche Stellung und besonderes Ansehen.

MB



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