Transparenz in Finanzfragen als Grundlage für die Glaubwürdigkeit der Kirche

Bistum Dresden-Meißen veröffentlicht Jahresbericht 2014 und gibt umfassenden Einblick in seine Finanzen

Diözesanadministrator Kutschke und Diözesanökonom Kyrill von Twickel präsentieren den Jahresbericht 2014 des Bistums. Foto: E. Meuser

Stellten heute im Rahmen eines Pressegesprächs im Dresdner St. Benno-Gymnasium den Jahresbericht des Bistums vor: Diözesanadministrator Andreas Kutschke (links) und Diözesanökonom Kyrill von Twickel. Fotos: Elisabeth Meuser


Dresden, 09.12.2015 (KPI): Das Bistum Dresden-Meißen hat heute, am 9. Dezember, mit der Veröffentlichung seines Jahresberichts 2014 seine Vermögensverhältnisse erstmals vollständig offengelegt. Der 56-seitige Bericht gibt nach den Grundsätzen des Handelsrechts einen umfassenden Einblick in die Finanzlage der Katholischen Kirche im Bistum Dresden-Meißen, das den Großteil Sachsens und weite Teile Ostthüringens umfasst und dem aktuell 141.651 Katholiken angehören.

Der Gesamtabschluss des Bistums enthält alle wesentlichen Angaben zur Finanzlage des Bistums, des Domkapitels St. Petri, der Bischöflichen Schulen und der Schulstiftung St. Benno. Er umfasst den Bereich der Bildungshäuser und der Katholischen Akademie sowie die Vermögensteile, die in anderen Bistümern im sogenannten „Bischöflichen Stuhl“ geführt werden.

Diözesanadministrator Andreas Kutschke: „Viele Menschen verbinden die Frage nach der Glaubwürdigkeit unserer Kirche heute auch mit der Transparenz in finanziellen Angelegenheiten. Mit der Offenlegung unserer Vermögensverhältnisse möchten wir diesem Wunsch entsprechen und allen Interessierten offen und verbindlich entgegenkommen. Wir sehen darin auch einen Beitrag, weiterhin Vertrauen in unser Bistum und in die Botschaft des Evangeliums, der wir dienen, zu erhalten und zu fördern. Daher werden wir auch in Zukunft regelmäßig solche Jahresberichte vorlegen.“ Unter den deutschen Bistümern gibt es bei der Vorlage eigener Geschäftsberichte eine Reihe Vorgänger. Für Aufmerksamkeit hatten in diesem Jahr unter anderem die Finanzberichte der Erzbistümer Köln oder Paderborn gesorgt. Diözesanökonom Kyrill von Twickel: „Das Bistum Dresden-Meißen legt einen uneingeschränkt testierten Jahresabschluss vor, in dem eine solide wirtschaftliche Lage ausgewiesen wird. Er enthält alle Vermögenspositionen des Bistums und erfüllt höchste Transparenz-Standards. Gleichzeitig wird die Abhängigkeit unseres Bistums von den Transferleistungen der westdeutschen Geberbistümer sichtbar. Das eigene Kirchensteueraufkommen macht 41,2 Prozent der ordentlichen Einnahmen des Bistums aus.“

 

Kirchliches Leben im Bistum profitiert von gesamtdeutscher katholischer Solidarität

Im Jahr 2014 konnte das Bistum Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 30,5 Millionen Euro verbuchen. Hinzu kommen Unterstützungszahlungen der finanzstärkeren Bistümer der alten Bundesländer in Höhe von 17,8 Millionen Euro. Diözesanadministrator Andreas Kutschke: „Für die Entwicklung und Ausgestaltung des kirchlichen Lebens war und ist unser Bistum auf die Solidarität finanzstärkerer Bistümer angewiesen. Für diese Verbundenheit sind wir den Geberbistümern und den Menschen in ganz Deutschland, die das mit ihren Kirchensteuern ermöglichen, sehr dankbar. Wir sehen darin eine besondere Verpflichtung, den sorgsamen und verantwortungsbewussten Umgang mit diesen Mitteln zu dokumentieren.“

Die Staatsleistungen machten im Jahr 2014 insgesamt 757.728 Euro aus. Davon entfallen 470.629 Euro auf den Freistaat Sachsen und 288.104 Euro auf den Freistaat Thüringen. An Verwaltungseinnahmen verbucht das Bistum im Wesentlichen Refinanzierungsleistungen des Freistaats Sachsen für den Betrieb der Bischöflichen Schulen in Höhe von 13,5 Millionen Euro. Von den Bildungshäusern werden Umsatzerlöse in Höhe von 1,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Hinzu kommen Einnahmen aus Spenden, Zuschüssen und sonstigen betrieblichen Erträgen, so dass die Gesamteinnahmen des Bistums im Jahr 2014 vor Finanzergebnis bei 74,2 Millionen Euro lagen. Dem standen Gesamtaufwendungen in Höhe von 71,1 Millionen Euro gegenüber.

 

Personalkosten als größter Ausgabenpunkt

Größter Kostenblock waren dabei die Personalkosten in Höhe von 31,2 Millionen Euro. Neben Seelsorgerinnen und Seelsorgern sind im Bistum beispielsweise Verwaltungskräfte, Kirchenmusiker, Pädagogen und auch technisches Personal beschäftigt. Auf die aktiven Priester und Ordensleute entfallen dabei 6,4 Millionen Euro, auf die Laienbeschäftigten in der Seelsorge 6,1 Millionen Euro, auf die Angestellten der Bildungshäuser rund 1,1 Millionen Euro und auf das Verwaltungspersonal zirka 3,1 Millionen Euro. Im Jahr 2014 konnte sich das Bistum zur Ausgestaltung seiner Seelsorgeangebote in den 97 Pfarreien und den zahlreichen weiteren Seelsorgefeldern auf das Engagement von 109 Priestern sowie 27 Ordenspriestern stützen. 72 Priester des Bistums sind im Ruhestand. Zweitgrößter Kostenblock im Bistum sind Zuschüsse an Pfarreien, Schulen, Kindertagesstätten und an die Caritas in Höhe von 16,9 Millionen Euro.

Insgesamt ergab sich ein Jahresüberschuss von 14,6 Millionen Euro, der eingesetzt wurde, um den in den vergangenen Jahren aufgelaufenen Verlustvortrag aus den Schulen und kirchlichen Bildungshäusern in Höhe von 25,2 Millionen Euro auszugleichen. In diesem Zusammenhang wurden 12,8 Millionen Euro den Rücklagen entnommen und daraus wieder 2,2 Millionen Euro den Rücklagen zugeführt.

Das Bistum hat bis auf die Verpflichtungen aus Pensionszusagen in Höhe von 91,9 Millionen Euro keine wesentlichen Schulden. Die Bilanzsumme liegt bei 406,7 Millionen Euro. Das Eigenkapital beträgt zum 31.12.2014 283 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 69,7 Prozent. Das Eigenkapital enthält zweckgebundene Rücklagen in Höhe von 194,1 Millionen Euro.

 

Rückstellungen für Pensionszahlungen

Die Rückstellungen zeigen künftige Zahlungspflichten des Bistums. Die größte Position dabei bilden die Zahlungsverpflichtungen aus Pensionszusagen in Höhe von 91,9 Millionen Euro. Damit diese Zahlungspflichten in Zukunft nicht die laufenden Bistumshaushalte belasten, hat das Bistum einen Pensionsfonds in Höhe von 95,2 Millionen Euro angespart, der Bestandteil dieses Jahresabschlusses ist und aus dem künftige Pensionszahlungen geleistet werden. Auf der Aktivseite der Bilanz sind die Finanzanlagen mit 272,6 Millionen Euro der größte Posten. Darin ist der erwähnte Pensionsfonds enthalten. Neben klassischen Anlagekriterien wie Sicherheit, Rendite und Liquidität werden ethisch-nachhaltige Gesichtspunkte berücksichtigt. Wesentliche Position des Sachanlagevermögens ist mit 53,6 Millionen Euro das Immobilienvermögen. Es besteht aus bebauten und unbebauten sowie im Erbbaurecht vergebenen Grundstücken. Die 17 bebauten Grundstücke werden von den Schulen (25 Millionen Euro), den Bildungshäusern (9 Millionen Euro) und für sonstige Verwaltungszwecke (19,6 Millionen Euro) genutzt. Klassische Ertragsimmobilien im Eigenbestand hat das Bistum nicht. Unbebaute Grundstücke in einer Größenordnung von rund 145 Hektar werden überwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzt und sind verpachtet. Die mit Erbbaurecht vergebenen 12 Grundstücke wurden caritativen Einrichtungen oder Familien überlassen. Nicht im Jahresbericht erfasst sind die Vermögensverhältnisse der Pfarreien, die selbstständige Körperschaften des öffentlichen Rechts und somit nicht Bestandteil des Bistumsvermögens sind. Gleiches gilt für den Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen e.V.

 

Höchste Transparenz gewährleistet

Das Bistum Dresden-Meißen hat seinen Haushaltsabschluss von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüfen lassen und dabei ein uneingeschränktes Prüfungstestat nach Handelsgesetzbuch erhalten, was als höchster Transparenz-Standard gilt.

Neben der Aufstellung der Finanzdaten möchte der Bistums-Jahresbericht allerdings auch einen Einblick in die Verwendung der Mittel geben. Diözesanökonom Kyrill von Twickel: „Mit unseren Mitteln finanzieren wir den Dienst der katholischen Kirche an den Menschen in Sachsen und Ostthüringen. Dazu zählen Liturgie und Seelsorge, aber auch die zahlreichen sozialen, pädagogischen oder kulturellen Diensten und Angebote. Wir bezahlen daraus die wertvolle Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Schulen, Kindergärten, Pflegeheimen, Krankenhäusern und Sozialstationen. Exemplarisch stellen wir im Jahresbericht daher auch einige dieser Tätigkeitsfelder vor.“ Rund 10.600 Ehrenamtliche arbeiten außerdem im Bistum in diesen und anderen Diensten.

Legten zeitgleich ihre Jahresberichte vor: die Bistümer Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg.Wichtige Haushaltseckdaten des Bistums wurden bereits früher jährlich im sogenannten "Amtsblatt" des Bistums veröffentlicht. Der jetzt vorgelegte Jahresbericht liefert allerdings deutlich mehr Zahlen und Fakten und wird für jedermann unkompliziert einsehbar sein.

Parallel zur Vorstellung des Jahresberichts des Bistums Dresden-Meißen haben auch die drei Bistümer Erfurt, Magdeburg und Görlitz ihre Jahresberichte für 2014 auf eigenen Presseterminen in ihren Bischofsstädten vorgestellt. Die vier mitteldeutschen Bistümer hatten sich bei der Konzeption und Umsetzung des Berichts von der Dresdner Agentur C&M Sagurna Agentur und der Fa. WeichertMehner unterstützen lassen, so dass einige Synergien in der Grundkonzeption und im Layout der Hefte von allen genutzt werden konnten.

Diözesanadministrator Kutschke: „Wir danken allen, die mit ihren Kirchensteuern und Spenden das Leben der Katholischen Kirche in unserem Bistum ermöglichen. Sollten noch Fragen zu diesem Bericht bestehen, möchten wir dazu ermutigen, sich mit uns in Verbindung zu setzen und im Gespräch zu bleiben.“

MB

Den kompletten Jahresbericht können Sie hier nachlesen...



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